„Häusl“ – oder das, was die Deutschen partout nicht verstehen ...

Nachdem ich heute in guter Absicht eine Erklärung abgeben wollte, um ein Wort ins Deutsche zu übersetzen, löste das einige unangenehme Reaktionen aus.

Der Ausdruck „Du Häusl“ ist leider kaum ins Hochdeutsche zu übersetzen. Man könnte es mit Begrifflichkeiten versuchen, die zwar eine Sache oder Örtlichkeit beschreiben, aber an den hier schon längst entstandenen Kulturgräben zwischen Deutschen und Österreichern auf dieser Plattform bleibt es ein Unterfangen mit unbefriedigenden Gefühlen, und das ohne brauchbare Resultate.

Würde man „Häusl“ (phonetisch: „Heisl“) als das, was es wäre, ins Deutsche übersetzen, käme es dem „Scheißhaus“ gleich. Nur das stimmt auch nicht ganz. Die Deutschen verwenden dermaßen harte Begriffe, nicht so wie wir Österreicher, die manches umschmeicheln, fröhlich wirken lassen und auch sexy und flott herüberkommen lassen. Wenn die Deutschen „Scheißhaus“ sagen, dann ist das ein Scheißhaus. Wir dagegen lassen es von den Lippen säuseln, so ähnlich wie ein nettes Lied, dessen Titel uns entfallen ist und dessen Melodie wir nachträllern.

Die Deutschen gehen viel zu hart mit ihrer Sprache um. Zu hart, zu kurz, zu ruppig und immer so furchtbar korrekt. Mein Gott, können die lästig sein! Echt jetzt, die entspannen sich offenbar nie. Die sollten mal chillen lernen. Sonst kommt dabei immer so etwas wie „Panzerbrigade” oder „Baumaschinenbetonhammer” heraus. Allein die Art, wie sie „Stallkette” sagen, tut einem hübschen Österreicher in der Seele weh. Unsere Sprache ist wie eine Melodie oder ein schöner Urlaub. Bei den Deutschen ist Sprache ein Befehl, brutal und kalt wie eine Panzerhaubitze.

Dabei ist die Bezeichnung „Häusl” bei uns durchaus nett gemeint. Wenn man z. B. sagt: „Heast du Häusl, was hast du schon wieder gemacht?”, dann ist das durchaus nett gemeint. Dann ist das als der erste Einwand einer sanften Belehrung zu verstehen. In solchen Fällen ist man weit von einer Ehrenbeleidigung entfernt, es handelt sich eher um eine gesellschaftliche Korrekturhandlung. Und niemand bei uns – absolut niemand – denkt dabei sofort ans Scheißhaus.

Zurück zum Wortspiel: Da ich nicht weiß, wer damit angefangen hat, muss man Folgendes zum Namen Schweighäuser festhalten. Hier ist eine aktuelle Liste dieser Namen in Deutschland. Ich weiß auch nicht genau, wer sich davon beleidigt gefühlt hat oder sich sogar gemeldet oder „gepetzt” hat.

Erhalten Sie sofortigen Zugriff auf diese Aufzeichnungen über Schweighäuser in Deutschland: 1.648 Geburtsaufzeichnungen 724 Todesaufzeichnungen 538 Heiratsaufzeichnungen 118 Volkszählungsaufzeichnungen 2.231 historische Zeitungsartikel 3.327 Stammbaum-Profile 1.012 Einwanderungs-, Militär- und andere Aufzeichnungen.

Wenn wir Österreicher einen solchen Namen hören, der uns absolut fremd ist, dann passiert Folgendes in unserem Gedankengang: Um es verständlicher zu machen, möchte ich das Wort zunächst trennen.

„Schweig” sagt mir zum Beispiel: Schweigen, ist Ruhe, ist Stille. „Häuser” sagt mir: Haus, Häuschen, Kämmerchen, Raum. Mein Gehirn verbindet „Schweigen” mit „Ruhe” und mit diesem „Häuser” entsteht im Kopf ein Ort der Stille – oder eben ein „stilles Örtchen”. Und damit landen wir zwangsläufig beim „Scheißhaus” der Deutschen.

Allein deshalb einen Kommentar zu löschen oder gar den User zu melden, zu petzen oder zu sperren, zeugt nur von der Unreife und der offensichtlich verirrten Geisteshaltung dieser Person in unserer Zeit.

Normalerweise schmunzelt man und geht wieder seiner Wege – leider nicht hier bei den Oberpfeifen ... Ihr seid so furchbar ernst...

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trognon de pomme

trognon de pomme bewertete diesen Eintrag 02.09.2026 19:51:18

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