Nachdem mir gestern ein lieber Freund seinen Unmut über meine Postings auf FB, inklusive meiner laufenden Kritik an der ÖVP zum Ausdruck gebracht hat, darf oder muss ich mich fast dazu äußern und beziehe mich auch auf einen aktuellen Artikel im "Der Standard" von Christian Kern.

https://www.derstandard.at/story/2000119350240/die-regierenden-als-diskurszerstoerer

Ich habe sicher sehr viele, sehr liebevolle Freunde, die ich sehr schätze, die ÖVP wählen oder SebKu für den richtigen Bundeskanzler halten.

Ich komme aber, im Besonderen auch aufgrund meiner über die Jahrzehnte gesammelte Erfahrung über Kommunikation nicht darum herum die tägliche Volkshypnose zumindest für mich und aber letztlich auch für andere aufzulösen und mitzuteilen, dass wir uns mMn in einer Zeit befinden, in der die Österreichische Bundesregierung die Pandemie vom Tag NULL weg - massiv - strategisch missbraucht, um das Land Österreich in eine Autokratie nach dem Vorbild Ungarns (keine Presse- und Meinungsfreiheit, keine fairen Wahlen, Oligarchenwirtschaft) zu führen.

Was wir täglich erleben, ist eine kontinuierliche Entwertung des Parlaments, der Demokratie und des Journalismus, als wesentlicher Bestandteil eines halbwegs fairen demokratischen Diskurses.

Was wir auch erleben, ist eine ÖVP-Regierung, die im Innenministerium verwurzelt, massive Korruptionsskandale der letzten Jahrzehnte vertuscht und totschlägt, eine ÖVP-Regierung, die es sich aufgrund des völlig offensichtlichen korrupten Apparates gar nicht mehr leisten kann eine neue Wahl, irgendwann in den nächsten Jahren, auch noch zu verlieren.

(An dieser Stelle sei erwähnt, dass aufgrund der neuen Meinungsfreiheit, die gerade unter dem Titel "Gegen Hass im Netz" beschnitten wird, sich die Frage stellt, wie lange wir überhaupt noch öffentlich die Regierung kritisieren dürfen.)

Doch dazu wird es ohnehin nicht mehr kommen, da faktisch das gesamte Kommunikations-Design der Regierung, sei es der Umgang mit den österreichischen Medien (von Boulevard brauchen wir nicht mehr zu sprechen, denn selbst der ORF steht massiv unter Druck) oder den autokratischen Pressekonferenzen oder die Minister-Auswahl auf Autokratie ausgerichtet ist.

Zumindest für mich ist das völlig offensichtlich.

Ich könnte jetzt noch schreiben, dass ich mich vielleicht irre. - Ich sehe aber wirklich keinen, aber überhaupt keinen Anlass dazu.

Dazu kommt das wahrnehmbare Wertsystem von SebKu und das zur Schau gestellte Unvermögen aller ÖVP-Spitzenbeamten mit Kritik umzugehen oder sie gar anzunehmen, oder letzterer vielleicht sogar zu weichen.

Es gibt keine Konsensorientierung mehr in der ÖVP, keinen freien Journalismus in den großen Medienhäusern mehr, offen gelebte Medienkorruption, anders kann man das nicht nennen, und eine tägliche Bedrohung und Spaltung der Gesellschaft mit Angst- und Panikmache vor einer Pandemie, der kein Land besser gewachsen ist, als das -durch über 80 Jahre Sozialpartnerschaft, sehr gesund gewachsene Österreich.

Während in anderen europäischen Ländern um den Erhalt der Demokratie gekämpft wird, wird in Österreich ALLES getan, um die Demokratie in Richtung "Orbanisierung des Landes" voranzutreiben und zumindest nach meiner Wahrnehmung wird es in Österreich aus heutiger Sicht, keine Wahlen mehr geben, wie wir sie eigentlich gewohnt sind. Das Machtsystem (Links-Rechts-Medien) ist bereits heute so zerstört und korrumpiert, dass die gewohnte Ausgewogenheit der letzten 60 Jahre nicht mehr erreicht werden kann.

Alleine die Anzahl der ÖVP-Pressesprecher übersteigt mit rund 60 Mitarbeitern die Anzahl an relevanten Journalisten in Österreich bei weitem und wahrscheinlich um den Faktor drei.

Die Folgen sind, auch wie wir sie heute schon im Netz und teilweise auch im Freundeskreis erleben, die Spaltung der Gesellschaft in arm und reich, in ÖVP-getreue Verherrlichung und Corona-Faschismus und Kritiker, Freidenker, etc.

Genau diese Spaltung wird bedauerlicherweise täglich bewusst vorangetrieben und es werden von der ÖVP mittlerweile Mrd. an Steuergelder zum Machterhalt ausgegeben und, im eigenen Umfeld Institutionen und Machtsysteme (zB Corona-Hilfsleitungen) um STEUER-GELD geschaffen, um im demokratischen Sinne vollkommen INTRANSPARENT und schon heute autokratisch, am Parlament vorbei, in das eigene System zu wirtschaften und autokratische Strukturen aufzubauen.

Dass die Aushöhlung des Staates mit Mrd an Steuergelder unter Missbrauch der Corona-Metapher zum eigenen Machterhalt und -ausbau von der ÖVP irgendwann zwecks Demokratieerhaltes wieder zurückgebaut würde, ist aus meiner Sicht vollkommen ausgeschlossen.

Die Opposition ist bereits heute zeitlich, inhaltlich und politisch nicht mehr in der Lage diese Entwicklung zu stoppen oder zu bremsen.

An dieser Stelle: es kann sein, dass ich mich irre, doch allein mir fehlt der Glaube daran, dass die ÖVP auch nur im Ansatz ein Interesse daran hat, - FAIR / demokratiepolitisch korrekt - mit dem Parlament, der Opposition, der Medienkultur und damit Österreich umzugehen. - Warum auch? - Alle Fakten der letzten Monate, sprechen eindeutig dagegen.

Und meinem lieben Freund noch, meinen lieben Freunden noch, ich hoffe doch, dass Meinungsvielfalt, Pluralismus und unterschiedliche Positionen uns - mehr verbindet - als alles andere, ja die BASIS unserer Freundschaft, Liebe und Zukunft ist, um zumindest auf unserer Ebene das zu schaffen, was auf anderen keinen Wert zu haben scheint: Zusammenhalt.

Meinem lieben Freund möchte ich sagen:

Autokratie spaltet, gelebter Pluralismus verbindet.

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rigoletta

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