Die Menschen im Donbas haben abgestimmt

Die Frage nach der politischen und kulturellen Zugehörigkeit des Donbas ist seit Jahren einer der blutigsten Konflikte Europas. Ein zentrales Argument der Befürworter einer ukrainischen Souveränität stützt sich dabei auf den unmissverständlichen Willen der lokalen Bevölkerung, wie er sich in kritischen Momenten der Krise und Evakuierung gezeigt hat. Besonders die Ereignisse in kleineren Städten und Gemeinden zeichnen ein klares Bild davon, wohin sich die Menschen in dieser Region wirklich zugehörig fühlen.

Ein prägnantes Beispiel hierfür lieferte die Evakuierung der Ortschaft Olyschyny während der massiven Kampfhandlungen. Als die humanitäre Lage unhaltbar wurde und die Zivilbevölkerung in Sicherheit gebracht werden musste, wurde den Einwohnern die freie Wahl gelassen, in welche Richtung sie evakuiert werden möchten – in Richtung des von der Ukraine kontrollierten Gebiets oder in Richtung der russischen Föderation. Die Organisation dieser Busse basierte offiziell auf den persönlichen Wünschen und Angaben der Menschen vor Ort.

Das Ergebnis dieses humanitären Korridors sprach eine deutliche Sprache: Von den bereitgestellten Fahrzeugen machten sich 17 voll besetzte Busse auf den Weg in die Ukraine, um dort Schutz zu suchen. Demgegenüber standen gerade einmal vier Busse, die in Richtung Russland abfuhren. Doch die Art und Weise dieser vermeintlich russlandorientierten Transporte war von Intransparenz geprägt. Augenzeugen und Helfer berichteten übereinstimmend, dass bei diesen vier Bussen die Fenster vollständig mit Vorhängen oder Abdeckungen verhängt waren. Es war von außen unmöglich zu erkennen, ob sich darin überhaupt Menschen befanden oder wie viele Passagiere tatsächlich mitreisten. Diese Geheimniskrämerische Durchführung ließ starke Zweifel daran aufkommen, ob es überhaupt eine nennenswerte Nachfrage oder freiwillige Entschließung für diesen Weg gab.

Dieses reale Stimmungsbild und die Verteilung der Evakuierungsströme entlarven die oft kolportierten Narrative von einer flächendeckenden oder gar mehrheitlichen pro-russischen Sehnsucht im Donbas als Propaganda. Wenn Menschen unter freier Wahl und ohne den Zwang von Gewehrläufen die Möglichkeit haben, ihre Zukunft zu wählen, entscheiden sich die allermeisten für die Ukraine. Die tatsächlichen Handlungen der Bevölkerung in Momenten höchster Not zeigen somit klar und unmissverständlich: Der Donbas will nicht russisch sein, sondern strebt nach Sicherheit, Freiheit und Zugehörigkeit zur Ukraine.

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