Bericht eines Sozialkritikers Zivilcourage im Jahr 2018

Liebe BlogleserInnen und -leser. Die Blogdurststrecke ist vorbei und nun kommt von mir wieder mal was. Möchte jetzt mal auf ein Thema kommen, das auch im Jahr 2018 wohl leider immer noch ein Thema ist, das in der Gesellschaft in Zeiten des politischen Umbruchs zu einem Novum geworden ist. Zivilcourage.

Geb ich dieses Wort im "Googlesepp" ein, erscheint der Satz

Mut, den jemand beweist, indem er humane und demokratische Werte (z. B. Menschenwürde, Gerechtigkeit) ohne Rücksicht auf eventuelle Folgen in der Öffentlichkeit, gegenüber Obrigkeiten, Vorgesetzten o. Ä. vertritt

Besser kann man dieses Wort nicht beschreiben, umso trauriger oft, wie abgestumpft die Bevölkerung auf Missstände jeglicher Art reagiert.

Menschen werden beschimpft aufgrund von Hautfarbe, Religion, politischen Ansichten, uvm und oft ist es so, dass es vielen vollkommen normal ist, was abgeht. Wenn ich in Nachrichten höre, dass z.B ein Obdachloser angezündet wird, in der Unbahnstation, und man merkt, wie belebt der Platz war zu der Zeit und jemand etwas tun hätte können, möchte ich im Strahl ..... Tut mir leid.. ein aus Geschmacksgründen zensierter Satz, doch es wird jeder wissen, was ich meine.

Ich war letzte Woche bei einem Straßenlabor für Zivilcourage (Eine Veranstaltung von Interact - Werkstadt für Theater und Soziokultur), dort dachte ich mir, wenn ich vom Publikum die einzelnen Fälle erfahre, frage ich mich da ganz laut, wie im Jahr 2018 solche Vorfälle überhaupt vorkommen können, wo wir menschlich und entwicklungstechnisch eigentlich viel weiter sein müssten. Sind wir in den dunklen Kapiteln unserer Geschichte zurückgefallen, wo Rassenhass, Rassismus und Vorurteile unser Herz verschlossen hatten oder sind wir so geblendet von Hass, Neid, Missgunst und scheren uns einen Dreck, was anständig und richtig ist? Was hinterlassen wir unseren Kindern und Kinders-Kindern für eine Welt, die nur von Angst und Wut beherrscht wird?

Das Schlimmste sind die Menschen, die sich in der Anonymität des Internets verstecken und ihren braunen Bullshit durch Smartphones, Tabletts oder Laptops mit nur einem Tastendruck veröffentlichen...

Allein der Krieg im Syrien und die davon ausgelöste Flüchtlingskrise hat dazu beigetragen, dass wir das Schlimmste in uns zum Vorschein bringen. "Civil War" wird bereits von einigen Mitmenschen sehnsüchtigst herbeigesehnt und der fromme Wunsch einiger "guter Bürger", dass Flüchtlingsboote versinken und die Passagiere absaufen sollen, macht mir Angst.

Was sollen wir unseren Erben sagen, wenn sie fragen, "Wie hast du dich bei der Flüchtlingskriese verhalten?" Sollte da eher die Antwort "Mir egal, i leb dort jo net" oder sogar "Hob im Facebook meine Meinung gesagt und wurde dafür gehatet, weil ich mir wünschte das de Sch.... Flüchtinge verrecken" sein? Ich möchte mir nicht vorstellenn, wie die Reaktion dann ausfallen wird. Auf jeden Fall würden wir eine Welt übergeben, wo das Wort Zivilcourage ein Fremdwort ist und Hass und Angst alles beherrschen.

Ich weiß, dass ich mich mit dem Thema nicht grad beliebt mache und wem der Blog nicht gefällt, kann mich gerne "entfischen". Hoffe aber, dass der Blog sein Ziel nicht verfehlt. Auf ein schönes Zusammenleben miteinander und dass die Zivilcourage bald wieder Einzug hält.

euer Peter Brunader

WildOne/pixabay

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