Die Rechten auf der Palliativstation

Jahrelang suchen deutsche Rechte die Nähe zu Donald Trump. Lassen sich von Steve Bannon beraten, feiern Trump als großes Vorbild und bewundern seine Politik.

Trump setzt eine ultrarechte Agenda um. ICE-Beamte gehen massiv gegen Migranten vor. Die Verwaltung wird radikal zusammengestrichen. Die Justiz gerät unter Druck, kritische Medien werden angegriffen.

Nationalismus, Abschottung, autoritäre Politik. Genau das, was die AfD seit Jahren bewundert und teilweise selbst fordert.

Und jetzt verlieren die Republikaner die Wahlen.

Plötzlich beginnt das große Relativieren.

Gestern erklärte Beatrix von Storch sinngemäß, das sei doch völlig normal. Mal verlieren die Republikaner, mal die Demokraten. Alles schon dagewesen. Nichts Besonderes.

Und die AfD-Bubble grölt diese hohlen Phrasen brav quer durchs Netz.

Als wären Wahlniederlagen Naturereignisse, die mit der Politik der jeweiligen Regierung überhaupt nichts zu tun hätten.

Und dann erklären mir AfD-Fans in den Kommentarspalten allen Ernstes:

„Trump macht linke Politik. Genau wie Merz!“

Ich weiß inzwischen wirklich nicht mehr, ob ich lachen oder weinen soll.

Jahrelang ist Trump euer großes Vorbild. Und sobald seine Politik an Zustimmung verliert, soll er plötzlich links sein?

Wie weit rechts muss man eigentlich stehen, damit selbst Donald Trump als Linker durchgeht?

Und wie wenig muss man sich mit Politik beschäftigen, um solche Widersprüche nicht einmal mehr zu bemerken?

AUSGERECHNET DIE PROGRESSIVEN UND LINKEN KRÄFTE INNERHALB DER DEMOKRATEN HABEN DIESEN WAHLERFOLG MIT ERMÖGLICHT. WAS FÜR EINE POLITISCHE IRONIE!

Sehen wir es doch mal so wie es ist.

Während Trump seine MAGA-Bewegung immer weiter radikalisiert hat, haben progressive Demokraten Menschen mobilisiert, die eine andere Vorstellung von Gesellschaft, sozialer Gerechtigkeit und politischer Verantwortung haben.

Und das ist die eigentliche Botschaft dieser Wahl: Man muss nicht den Rechten hinterherlaufen, ihre Sprache übernehmen oder ihre Politik verwässern, um Menschen für Demokratie zu mobilisieren. Man muss ihnen endlich wieder eine glaubwürdige politische Alternative anbieten.

Trump bekommt jetzt die parlamentarischen Grenzen zu spüren. Und vielleicht sollten sich auch diejenigen in Europa, vorallem hier in Deutschland, die glauben, man müsse den Rechtspopulisten immer weiter entgegenkommen, dieses Wahlergebnis ganz genau anschauen.

DIE ANTWORT AUF RECHTS IST NICHT MEHR RECHTS. SONDERN EINE GLAUBWÜRDIGE POLITIK, DIE DEN MENSCHEN WIEDER ETWAS ZU BIETEN HAT.

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wunderbarerEsel

wunderbarerEsel bewertete diesen Eintrag 04.11.2026 19:50:19

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