- 1980er Jahre, Kriegsrecht in Polen, hunderttausende Polen fliehen aus ihrem Land und landen unter anderem in Österreich. Das offizielle Österreich sammelt mit großer Unterstützung durch den Staatsrundfunk hunderte Millionen Schilling. Die österreichische Regierung gibt das Motto aus: "Wir [die Regierung] verdoppeln jeden Schilling".
- 1990er Jahre, Krieg am Balkan, hunderttausende (Ex-)Yugoslawen fliehen aus ihrem Land und landen unter anderem in Österreich. Das offizielle Österreich sammelt mit großer Unterstützung durch den Staatsrundfunk 80 Millionen Euro unter dem Motto "Nachbar in Not" und nimmt allein rund 100.000 Menschen aus Bosnien/Herzegowina auf.
- 2016: Die österreichische Regierung beschließt, dass jährlich maximal 37.500 Menschen in Österreich Asyl beantragen dürfen.
- 2016: Khol (ÖVP) spricht als Bewerber zum Amt des Bundespräsidenten: "Wir können nicht alles Leid dieser Welt lindern. Wir müssen zuerst auf unsere Leut’ schauen." und kopiert damit die FPÖ, die Strache (FPÖ) mit dem Spruch plakatierte: "Liebe deine Nächsten - für mich sind das unsere Österreicher." 2016: Im Wiener Volkstheater wird Brechts "Dreigroschenoper" aus dem Jahr 1928 gespielt: Der wohlhabende Bettlerkönig Londons beherrscht das Bettlerwesen der Stadt, indem er gewerbsmäßig Bettler ausbeutet. Sein Geschäft ist es, das menschliche Mitleid - unter anderem mit frommen Sprüchen - zu erwecken, erkennt aber: "Es gibt wenige Dinge, die den Menschen erschüttern, einige wenige, aber das Schlimme ist, dass sie, mehrmals angewendet, schon nicht mehr wirken. Der Mensch hat die furchtbare Fähigkeit, sich gleichsam nach eigenem Belieben gefühllos zu machen... In der Bibel gibt es Sprüche, die das Herz rühren, zum Beispiel 'Gib, so wird dir gegeben'... Was nützen die schönsten und dringendsten Sprüche, wenn sie sich so rasch verbrauchen?"