Ein Fairnessabkommen treffen die beiden Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten und der Wiener Erzbischof soll Oberschiedsrichter werden. Wie soll das gehen, was soll es für Konsequenzen haben und wen betrifft es?

Wenn auf den diversen Seiten die Hasspostings wieder blühen, wenn in Zeitungen Unterstellungen fröhlich Urstände feiern, was soll dann geschehen? Pfeift der Erzbischof auf zwei Fingern und ermahnt die bösen Buben und Mädels.

Oder wird doch nur beobachtet was die Beiden sagen?

Erstens halte ich diese Aktion für einen öffentlich wirksamen Schmafu und zweites geht es nur um die Oberfläche, die Unkultur des Parteienhasses bleibt am leben und wenn immer geschrieben wird, es geht nichts und klappt nichts und das Land geht runter, dann hat es einen Grund, unüberwundener ideologischer Hass.

Sehr früh in meinem Leben bin ich diesem Hass begegnet, ein kollektiver Hass den jedes Parteimitglied in sich trug, ein Hass gegen die andere Partei. Es wurde geschimpft und mit Halbwahrheiten der Andere Parteigänger herab gemacht. Erst in der Lehre begann ich die Gründe zu verstehen, die Zwischenkriegsjahre, die Erniedrigungen der Arbeiterschaft, die Ausbeutungen, all das war unerfreulich, ein Denkstein in der Zeitgeschichte, eine Zeit die diesen Hass auslöste. Immer wieder wurde die Rechte in Gesprächen verurteilt, bis heute kommt dieser Zorn nicht zum erliegen, er brennt und brennt die Vernunft weg.

Dieser Hass hielt sogar in den siebziger Jahren an, wobei ich überlege, ob nicht die Schaffung des Wohlstandes für die Arbeiter zur Verfestigung dieser absoluten Ablehnung geführt haben könnte.

Bis in die feinsten Wurzeln der Parteien führte der Hass, die Gewerkschafter der verschiedenen Fraktionen waren derart zerstritten, dass ein grundloses „Servas Arschloch“ auch zum Alltag gehörte. Alle Vorschläge die von der Gegnerfraktion kamen wurden sowieso und überhaupt abgelehnt. Die Mehrheit lebte in einer übersteigerten Überheblichkeit, in dem Machtdenken alles aber auch wirklich alles bestimmen zu können, dass schürte den Hass bei den anderen Fraktionen und dieser Zustand war unabhängig davon, welche Fraktion die Führende war.

Die Kirche trug viel dazu bei, dass der Zustand blieb, die Ortsgruppen waren der Gegenpol, ein permanenter zwar unterdrückter aber doch vorhandener Hass lebte und er lebt auch heute noch. Nichts verabscheuen die Roten mehr als die Schwarzen, selbst die Blauen sind für sie noch erträglicher, umgekehrt dasselbe Bild, ein Klima der Erstickung von Vorschlägen im Keime, es wird Zeit darüber nachzudenken, die Unterschiede klarzumachen, sie aber nicht mehr bis zur Unverträglichkeit mit geschichtlichen Fakten anzureichern.

Was war kann nicht rückgängig gemacht werden, die Geschichte steht fest, nur daraus lernen kann man und den ideologischen Hass in eine Portion Skepsis und Miteinanderbereitschaft umformen, damit sich unsere Kinder nicht die Köpfe einschlagen und bei Wahlkämpfen kein Friedensrichterbischof gebraucht wird.

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John Galt

John Galt bewertete diesen Eintrag 10.07.2016 12:10:57

Mona Loga

Mona Loga bewertete diesen Eintrag 09.07.2016 23:26:42

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