31 Tage Glück: Achtsam sein mit allen Sinnen – heute: achtsam spüren

Kennen Sie das Gefühl barfuß in einer Wiese zu gehen? Sind Sie schon einmal ohne Schuhe im Schnee gegangen? Oder haben Sie sich nach der Sauna mit Schnee eingerieben? Erinnern Sie sich an den letzten Urlaub am Meer, das Salzwasser, das Ihren Körper umspült hat…und der Sand der danach überall klebte?

Wir sind den ganzen Tag über „am spüren“, doch wie bewusst machen wir das? Und wie gut spüren wir uns selbst wirklich?

Bevor Sie weiterlesen, zählen Sie im Geiste auf, was sie alles gerade spüren.

Wir spüren die Tastatur des Computers oder Smartphones unter unseren Fingern, das Taschentuch mit dem wir uns die Nase putzen, das Lenkrad unseres Autos, die Pedale unter unseren Füßen, die Kleidung auf unserer Haut, den Stuhl auf dem wir sitzen, die Uhr, das Armband am Handgelenk, Haare, die uns ins Gesicht fallen, die Tee- oder Kaffeetasse, einen Weihnachtskeks oder ein Stück Obst, das wir in die Hand nehmen, die Zahnbürste und Pasta in unserem Mund, den Schuh auf unserem Fuß, die Brille auf unserer Nase und hinter den Ohren….

Unbewusst streichen wir uns den ganzen Tag über durchs Haar, greifen uns ans Kinn, die Nase oder die Lippen und Wangen, zupfen an unseren Lippen, falten unsere Hände….

Und dann die bewussten Berührungen: ein Händedruck, eine Umarmung, das Kind, das sich an uns kuschelt, die prüfende Berührung der Wange nach der Rasur, Sexualität…

DER MENSCH FÜHLT, LANGE BEVOR ER HÖRT ODER SIEHT! NIEMAND WIRD OHNE TASTSINN GEBOREN

Wir spüren Druck, Berührungen, Vibrationen, auch Temperatur oder Schmerz und alles über unsere Haut. Menschen können ohne Seh- oder Hörsinn auf die Welt kommen, ohne Tastsinn wurde noch nie jemand geboren. Selbst Einzeller verfügen über einen Tastsinn und versuchen zu entkommen, wenn man sie sticht.

„Der Mensch fühlt lange bevor er hört oder gar sieht. Bereits in der achten Schwangerschaftswoche reagiert ein 2,5 Zentimeter großer Fötus auf Reize im Lippenbereich mit heftigen Bewegungen. Nur wenige Wochen später kann das Ungeborene Greifbewegungen ausführen, die Nabelschnur umfassen oder beginnt, am eigenen Daumen zu lutschen. Schon im Mutterleib entdeckt der Fötus sich selbst. Er bewegt sich dort immer wieder an äußeren räumlichen Begrenzungen und weiß sehr sicher: Das bin ich, und da fängt die Außenwelt an.“ weiß Martin Grunwald, Leiter des Haptik-Forschungslabors an der Universität Leipzig (nachzulesen auf spektrum.de ).

Über unseren Tastsinn wissen wir auch ohne ständige visuelle Kontrolle viel über unseren Körper, auch bei geschlossenen Augen können wir unsere Position im Raum wahrnehmen und wir spüren das Vibrieren des Handys genauso wie ein Erdbeben.

Unsere ganze Entwicklung hindurch sind Berührungen wichtig. Unsere Fingerkuppen verfügen über besonders viele Rezeptoren und Kleinkinder erkunden ihre Umwelt nicht umsonst durch be-greifen, um sie zu begreifen.

BERÜHREN ERHÖHT DIE DENKLEISTUNG!

Auch das unbewusste sich-im-Gesicht-berühren während wir nachdenken hat seine Funktion, nach der Selbstberührung steigen unsere Frequenzen und Denkleistungen wieder an. Achten Sie einmal darauf!

Wie sich ein Produkt anfühlt, entscheidet oft darüber, ob es gekauft wird.

Achten Sie einmal ganz bewusst darauf, mit welchen Stoffen Sie sich umgeben? Spüren Sie auf Ihrer Haut lieber kühle Seide, kuschelige Wolle, warmen Filz oder leichte Baumwolle? Zieren Ihr Sofa Samtkissen und eine natürliche Baumwolldecke oder bunte Polyesterteile, Strickpoufs oder Schafwollkissen?

Wie oft pro Tag berühren Sie andere Menschen? Und wenn, wie bewusst

nehmen Sie es wahr?

Wie verläuft Ihr Liebesspiel? Zielorientiert? Wenn ja, bringen Sie mehr Liebesqualität in Ihre Beziehung indem Sie den anderen bewusster spüren. Was empfinde ich, wenn ich über deine Haut streiche? Was nehme ich bei dir wahr?

An der Charité in Berlin wird in der Behandlung von Magersucht schon erfolgreich mit maßgeschneiderten Neoprenanzügen gearbeitet, um die eigenen Körpergrenzen bewusster wahrnehmen zu können.

Sie merken schon, spüren ist ein aufregendes Thema, dem wir nicht genug Beachtung schenken können! Ich wünsche Ihnen viele achtsame haptische Wohlfühl-Erfahrungen und welche Jahreszeit lädt mehr zum Kuscheln ein als der Winter!

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Leopold Scharf

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Hansjuergen Gaugl

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