31 Tage Glück: Eine achtsame Haltung in wirtschaftlich schlechteren Zeiten

Gestern haben wir uns den persönlichen Krisen gewidmet, heute möchte ich den Blick auf die allgemeinen wirtschaftlich schwierigeren Zeiten lenken.

Von einem Verleger wurde ich gebeten, ein Buch zu schreiben über die Vorteile der Nachteile. Ein spannendes Thema. Einmal von der Idee „infiziert“ begann ich gezielt, den Fokus darauf zu richten, wo sich bei sichtlichen Nachteilen die Vorteile verstecken können. Sicher kennen Sie es aus Ihrem eigenen Leben, dass sich Situationen, die ihnen zuerst als Schaden erschienen sind, rückwirkend betrachtet als Vorteil erwiesen haben. Warum braucht es erst das „rückwirkend“?

Aus der Gehirnforschung ist das leicht erklärt. Unser Gehirn ist das Organ, das gesehen auf seine Größe die meiste Energie verbraucht. Wenn alle Organe so viel Energie verbrauchen würden, würden wir den ganzen Tag schlapp herumhängen, weil keine Energie mehr für anderes übrig bliebe. Was tut das Gehirn also, weil es ja auch klug ist – es bevorzugt den Energiesparmodus, daher liebt es alte Muster und damit seine Komfortzone! Bloß keine Veränderungen!  DDr. Gerhard Roth (Institut für Hirnforschung der Universität Bremen) meint dazu sogar: „Denken ist der einzig unerwünschte Zustand des Gehirns“. ;))

SINN UNSERES LEBENS IST WEITERENTWICKLUNG

Unsere „Komfortzone“ ist der Bereich, in dem wir uns sicher fühlen, wo wir uns auskennen, also alle Abläufe in unserem Job, in unserem Zuhause, in unseren Beziehungen, die wir „im Schlaf“ kennen und können. Was aber der einzige Sinn unseres Lebens ist, ist die Weiterentwicklung und zwar in jeder Hinsicht – persönlich, fachlich, methodisch, sozial.

Unsere Komfortzone verlassen wir meist nicht freiwillig, sondern über die „Panikzone“, d.h. wir werden in eine Situation gestoßen, die wir uns freiwillig nie ausgesucht hätten, die unser ganzes Leben, unsere gewohnten und lieb gewonnenen Abläufe auf den Kopf stellt und die uns zwingt, neue Wege zu suchen, wo wir davor noch nicht einmal einen Weg vermutet hätten. Damit kommen wir in die  „Entwicklungszone“.

Jetzt können wir natürlich in der Panikzone steckenbleiben, uns innerlich gegen jede Veränderung wehren, in Widerstand gehen, uns als Opfer fühlen, mit Gott und der Welt hadern….

Oder wir nehmen eine achtsame Haltung ein, akzeptieren die Situation als unveränderbar und richten den Fokus auf mögliche Lösungen. Wir anerkennen dabei, dass unser Gehirn in seinen Erinnerungen kramen und dabei vielleicht Erlebnisse zutage fördern wird, wo wir gescheitert sind und wir sehen die Gefahr, über solche Gedanken im emotionalen Treibsand der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit zu versinken. Und wir wissen, was wir stattdessen tun können: nämlich tief in unserer Erinnerung graben, wo wir schon einmal in unserem Leben aus der Komfortzone gestoßen wurden und uns wieder „derappelt“ haben, wo wir über uns hinausgewachsen sind, wo wir unerwartet Unterstützung bekommen oder uns selbst wie Münchhausen am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen haben. Über diese positive Erfahrung hanteln wir uns zur nächsten. Jede bewältigte Herausforderung, jeder noch so kleine Erfolg in unserem Leben verstärkt in uns nämlich die Zuversicht auch mit größeren Krisen gut umgehen zu können.

Wenn wir jetzt wieder den Blick darauf lenken, dass die Zeiten wirtschaftlich schlechter sind, viele Menschen im heurigen Jahr ihren Job verloren haben, die Einkommen sich für die meisten eher im unteren Bereich bewegen, dann können wir gleichzeitig auch darauf schauen, was sich alles entwickelt hat:

Autos zum Beispiel gehören mittlerweile zu den Gütern, die hohe Kosten verursachen ohne dass man sie auch nur einmal benützt hat (Anschaffung, Parkpickerl, Autobahnvignetten, Versicherungen, Sommer-/Winterreifen, Service…), weshalb immer mehr Menschen sich kein Auto mehr leisten können oder wollen. Auch bei jungen Menschen ist das „erste Auto“ nicht mehr so wichtig, wie noch vor 30 Jahren.

Was ist dafür auf der anderen Seite entstanden? Die wunderbare neue Branche des carsharing! Sie können sich heute ein so gut wie nagelneues Auto ausborgen, die Wege damit erledigen, die sich ohne nicht bewältigen lassen und stellen es wieder zurück. Sie müssen sich weder um neue Reifen, noch ein Service kümmern, höchstens wieder volltanken.

BÜROS DER ZUKUNFT

Immer mehr Menschen wählen den Weg in die Selbständigkeit, eigene Büroräume sind meist kostspielig und werden doch nur stundenweise genutzt, hier entstanden „aus der Not heraus“ viele neue Projekte sich Büros oder Konferenzräume mit anderen zu teilen. Noch positiver dabei ist der „Nebeneffekt“ damit auch wieder sozialen Anschluss zu haben, sich austauschen zu können, KooperationspartnerInnen zu finden, um neue Projekte in Angriff nehmen zu können, die man alleine nicht bewältigen könnte.

Noch spannender ist die Entwicklung neuer Büros. Das klassische nine-to-five Arbeitszeitmodell ist immer mehr im Auslaufen begriffen. Unternehmen werden immer flexibler, um auf alle Anforderungen ihrer MitarbeiterInnen eingehen und gleichzeitig gute Arbeit leisten zu können. Computer auf die ich von überall aus ins Firmenprogramm einsteigen kann, sind nur ein kleiner Bereich. Büros, die heute neu gebaut werden berücksichtigen schon bei der Planung neben den Arbeitsplätzen in hellen Räumen, Fitnessbereiche am Dach, Meditationsräume, Schlafkojen fürs Powernapping, eine große Auswahl an Restaurants im Eingangsbereich, sogar Pools und Geschäfte und auch Wohneinheiten, um den MitarbeiterInnen Wege zu verkürzen, den täglichen Einkauf zu erleichtern und die Möglichkeit zu geben Pausen nach ihren Bedürfnissen zu gestalten. Schreibtische haben eine Bildschirmoberfläche und können per Sprachbefehl bedient werden, mit interaktiven Stiften kann ich Entwürfe gleich in die Luft zeichnen und die Daten werden auf einen Bildschirm an der Wand übermittelt, der mir den Entwurf gleich dreidimensional wiedergibt.

Ist das nicht wunderbar aufregend!?

Trainieren Sie Ihr Gehirn darauf mit Veränderungen schneller umgehen zu lernen, es wird Ihnen in den nächsten Jahren unter Garantie von Nutzen sein!

Wie Sie Veränderungen trainieren können, lesen Sie morgen!

Ich wünsche Ihnen den scharfen achtsamen Blick für die Vorteile der Nachteile!

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Leopold Scharf

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Gerhard Neuwirth

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