31 Tage Glück: Was Achtsamkeit für dich bei einer Krise tun kann

Eine achtsame Haltung hilft uns, den Alltag ressourcenschonender zu bewältigen, die schönen Dinge im Leben bewusster wahrzunehmen und Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden lernen. Alles schön und gut. Was aber, wenn wirklich eine Katastrophe über mich hereinbricht? Wenn von heute auf morgen nichts mehr so ist, wie es einmal war? Wenn sich alle Pläne mit einem Schlag in Luft auflösen? Wenn du am Krankenhausbett deines Kindes stehst und von Stunde zu Stunde die Hoffnung immer mehr schwindet, dass „alles gut wird“, sondern für den Rest deines Lebens einer der liebsten Menschen in deinem Leben nicht mehr da sein wird? Wenn Worte den Schwall und die Intensität der Emotionen, die über dich hereinbrechen, das Chaos in deinem Kopf, nicht mehr ausdrücken können.

Irgendwann im Leben geht jeder Mensch durch eine Krise. Für den einen ist es der Verlust eines geliebten Menschen oder der Verlust des Arbeitsplatzes, für den anderen das Ende einer Beziehung, ein schwerer Unfall, eine lebensbedrohende Krankheit und für die dritten pflegebedürftig gewordene Eltern, die berufliche Versetzung in ein anderes Land oder eine bevorstehende Operation.

Für diese „besonderen“ Zeiten im Leben ist es wichtig, schon vorab Achtsamkeit praktiziert zu haben, weil sie dich durch die Krise durchtragen kann, weil sie deine Resilienz stärkt, weil sie dir hilft den Schmerz wahr- und anzunehmen und du so schneller wieder auf die Beine kommst. (Verdrängung hilft nämlich nur kurzfristig, die Trauer bahnt sich irgendwann mit noch stärkerer Wucht ihren Weg nach draußen.)

EINE ACHTSAME HALTUNG HILFT DIR BEIDE SEITEN DER MÜNZE GLEICHZEITIG WAHRZUNEHMEN.

Eine achtsame Haltung, ein völliges präsent sein im Hier und Jetzt, hilft dir, ALLES wahrzunehmen, also nicht nur den Tod, die Krankheit, den Verlust, die Sorgen, verbunden mit der eigenen Hilflosigkeit, der Wut, dem Schmerz, sondern gleichzeitig auch die Liebe und Fürsorge von deinem Umfeld, Ärzten, Schwestern, Pflegern, deinen Freunden, deiner Familie, Kolleginnen, Nachbarn.

Wenn ich meine Gefühle bewusst zulasse und achtsam wahrnehme, kann ich auch schneller erkennen, was ich gerade brauche, was mir jetzt gerade ein kleines bisschen helfen kann. Vielleicht ist es eine Tasse Tee, jemand, der mir zuhört, eine Decke, eine Fahrtgelegenheit oder eine Information.

Wenn das Leben uns mit Unerwünschtem und Ungeliebtem überrascht, gehen wir zunächst in Widerstand. Schon Elisabeth Kübler-Ross hat „Verleugnung“ als erste Stufe der Trauer beschrieben. Doch Widerstand ist hier nutzlos, kostet viel Kraft, vergrößert das Leiden nur und wir verlieren die Verbindung zu uns selbst.

Ein „Mantra“ für diese Situationen ist: „auch das“. Auch das geschieht, auch das ist Teil meines Lebens, auch das nehme ich an.

In einer Krisensituation strömen tausende „Was wenn“-Gedanken auf uns ein. Unser Verstand bewertet das was passiert ist und durch diese negative Bewertung geraten wir immer tiefer in den Strudel des Schmerzes, des Unglücklich seins, der Katastrophe hinein. Achtsames Atmen hilft dir, diesen „Was wenn“-Gedanken nicht nachzugeben, sondern dich zu sammeln, zu zentrieren und dich zu erden.

Niemand kann Katastrophen ungeschehen machen und es ist immer ein Weg zu gehen, der individuell unterschiedlich lange ist. Manchmal meint man, es geht bergauf und dann ist da plötzlich wieder ein Loch. Mit einer achtsamen Lebenshaltung kann ich spüren, dass Tod nicht das Gegenteil von Leben ist. Tod ist nur das Gegenteil von Geburt. Das Leben ist ewig und mit einer achtsamen Haltung kann ich das Leben, das eben noch verloren geglaubt schien, ganz nah spüren. Anders und doch da.

In unseren dunkelsten Stunden haben wir wenig Lust zu meditieren, gerade dann geht es darum es zu tun ohne darüber nachzudenken und zu sehen, was passiert. Eine Minute, zwei, fünf oder acht.

Mach immer nur einen Schritt und einen Atemzug zur selben Zeit. Step-by-Step.

Ich wünsche dir viel Achtsamkeitspraxis bevor dich die erste Krise ereilt.

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