Text von veggiewombat, Bilder von Pixabay (z.T. verändert)
Immer wieder verbreiten Lobbyisten aus Jagd und Landwirtschaft billige Hetze gegen Wölfe, wobei die "Fakten" über Wölfe gerne absichtlich falsch wiedergegeben werden. So wird behauptet, Deutschland hätte den weltweit höchsten Bestand an Wölfen. Das ist komplett gelogen.
Die meisten Presse-Vertreter verstehen ganz offensichtlich gar nichts von Wölfen, sondern nehmen bereitwillig alle, von gewissen Bauern, Jägern und Politikern verbreiteten Klischees und Lügen über Wölfe auf.
Wenn nach Deutschland eingewanderte Wölfe alle Reviere besetzt hätten (was noch lange nicht der Fall ist), würde der Bestand nicht weiter ansteigen. Weil ein bereits von einem Wolfsrudel (= eine Wolfsfamilie) besetztes Revier nicht von weiteren Wölfen besetzt wird.
Woraus besteht ein Wolfsrudel?
Ein Wolfsrudel besteht gewöhnlich aus Vater-Wolf und Mutter-Wolf sowie den ein bis zwei Jahre alten Jungtieren. Die älteren Wolfskinder unterstützen sogar die Eltern bei der Aufzucht der Jüngeren.
Wenn Jungwölfe zwei Jahre alt sind, verlassen sie das Familienrudel, wandern ab und suchen sich, alten europäischen "Wolfspfaden" folgend, ein eigenes Revier. Dabei kann es auch vorkommen, dass die Jungwölfe mal nahe menschlicher Siedlungen auftauchen, oder diese sogar durchqueren (z.B. am frühen Morgen, wenn noch kaum Menschen zu sehen sind). Dies mag auf Menschen, die nur ein "Böse-Wolf-Klischee" kennen, gefährlich wirken. Ist es aber nicht. Der Wolf wird, sobald er mit Menschen oder auch Wachhunden konfrontiert würde, sofort das Weite suchen.Denn Wölfe sind sehr scheue Tiere und gehen Menschen aus dem Weg.
Diese Wolfsgegner sollten endlich lieber anfangen, sich mit den wirklich notwendigen und nachweislich wirksamen Herdenschutzmaßnahmen zu beschäftigen (z. B. Zäune, die eine bestimmte Höhe und elektrische Spannung haben müssen, Herdenschutzhunde und auch Esel , die als "Wachtiere" in Frage kommen.). Solche Herdenschutzmaßnahmen werden ja sogar von staatlichen Behörden übernommen.
Unglaublich ist zudem, dass viele Bauern ihre Weidetiere offensichtlich nicht schützen wollen, sondern lieber absichtlich Risse provozieren, nur um eine erneute Ausrottung der Wölfe zu erreichen.
Ich jedenfalls sage ein klares JA ZUM WOLF IN Europa.
Es geht darum, Wölfe UND Weidetiere zu schützen
Ich weiß, dass zahlreiche Landwirte finanzielle Probleme haben. Daran sind aber nicht Wölfe oder andere Tiere schuld, sondern die mangelnde Wertschätzung von landwirtschaftlichen Produkten. Supermärkte drücken die Preise, Verbraucher wollen billiges aber hochwertiges Obst und Gemüse sowie tierische Produkte, am liebsten das ganze Jahr über.
Auch die große Politik macht Druck auf Landwirte, die immer mehr und mehr zu günstigen Preisen produzieren sollen. Das Alles ist eine katastrophale Fehlentwicklung.
Das sind die wahren Probleme der Landwirtschaft, nicht die Wölfe.
Alle Menschen müssen den Wert landwirtschaftlicher Produkte wieder schätzen lernen, und begreifen, das eine "Hochleistungs-Landwirtschaft" mit Massentierhaltung und Tierfabriken nichts anderes als Tierqual für sogenannte "Nutztiere" sowie Natur- und Umweltzerstörung und auch schädliche Klimaerwärmung bedeutet.