Achtsam sein mit allen Sinnen – heute: achtsam riechen

Mögen Sie den Winter auch so gern wie ich? Diese puren Wohlfühldüfte überall – nach Orangen, Mandarinen, Bratäpfeln, Maroni, nach Punsch und Glühwein, sogar die Luft riecht anders, irgendwie frischer, wenn ich morgens das Fenster öffne und auf den Pflanzen im Freien weißer Raureif liegt. Hmmm! Und schon ein-, zweimal tief und achtsam geatmet! Ah!

Aus den Neurowissenschaften wissen wir, dass der Geruchsinn unser stärkster Sinn ist, er ist bei der Geburt auch schon weitgehend ausgebildet. Gerüche gelangen ohne Filter sofort ins limbische System, weshalb wir Erinnerungen zB über Gerüche viel schneller abrufen können. Sie kennen das sicher aus eigener Erfahrung, es duftet irgendwo nach Zimt oder Vanille und schon denken wir an Weihnachten, selbst wenn es noch Monate bis dahin dauert.

Und wie entsetzlich langweilig jedes noch so gute Essen schmeckt, wenn wir verkühlt sind und weniger oder nichts riechen!

Was ist Ihr Lieblingsduft?

Und welchen Geruch können Sie gar nicht ausstehen? Was verbinden Sie damit?

Und wen in Ihrer Umgebung können Sie gar nicht riechen?

Ja, nicht von ungefähr kommt diese Aussage, neue Studien beschäftigen sich damit, dass wir auch über Duftstoffe kommunizieren. Es gibt etwas, das auch der „Duft des Erfolgs“ genannt wird, nämlich der Duftstoff Hedion, benannt nach dem griechischen Wort „hedone“ (Vergnügen, Genuss, Lust), der auch in der menschlichen Riechschleimhaut vorkommt; er hat angeblich eine zarte, frische Jasmin-Magnoliennote. Hedion aktiviert neben den Hirnarealen im limbischen System, die für Emotionen und Antrieb zuständig sind, auch einen speziellen Bereich des Hypothalamus bei Frauen stärker als bei Männern.

Auch beim Lernen kann uns der Geruchssinn helfend unterstützen: stellen Sie sich, während Sie etwas Neues lernen, eine Aromalampe mit Ihrem Lieblingsduft hin. Während Sie dann schlafen, sollten Sie wieder diesen Duft riechen. So arbeitet das Gehirn quasi im Schlaf am Erlernten weiter. Sie werden sehen, der Lerneffekt ist ein wesentlich höherer.

Selbst Aromapflege ist heute schon ein anerkannter Bereich der Ausbildung im Gesundheitswesen, Aromatherapie kannten schon die alten Ägypter und bereits im ersten Weltkrieg wurde mit ätherischen Ölen behandelt. Hochwertige Aromaöle wirken je nach Aroma stimmungsaufhellend, konzentrationsfördernd, desinfizierend, krampflösend, antioxidativ, bei Verdauungs- und Atembeschwerden bis hin zur Förderung von gutem Schlaf.

Gehen Sie heute einmal durch den Tag und nehmen Sie bewusst alle Gerüche wahr und achten Sie darauf, was diese jeweils in Ihnen auslösen.

Und vor allem, umgeben Sie sich wann immer Sie es beeinflussen können, mit Wohlgerüchen. Ihre Seele wird es Ihnen danken!

Riechen Sie wohl!

1
Ich mag doch keine Fische vergeben
Meine Bewertung zurückziehen
Du hast None Fische vergeben
6 von 6 Fischen

bewertete diesen Eintrag

Leopold Scharf

Leopold Scharf bewertete diesen Eintrag 17.12.2015 18:41:34

1 Kommentare

Mehr von Susanne Strobach