Da ich immer gerne Erfreuliches mit noch Erfreulicherem verbinde und finde, man kann nicht genug reisen, begleitet mich unsere Tochter nach Möglichkeit immer wieder auf berufliche Reisen.

So landeten wir diesmal im wunderschönen Hamburg und trafen dort zum gemeinsamen Abendessen einen lieben langjährigen Freund von mir. Er hatte meine Tochter zuletzt als Baby gesehen und erzählte unter anderem ein Erlebnis mit mir von damals. Und so sehr ich mich auch anstrengte, so sehr ich in den letzten Winkeln meines Gehirns kramte, ich hatte keine Ahnung wovon er sprach. Ich konnte mich nicht an die kleinste Kleinigkeit dieser Anekdote erinnern, in der ich sogar die Hauptrolle spielte….

Ein paar Tage später traf ich auf einem Seminar eine liebe Bekannte, die ich auch fast zwei Jahrzehnte lang nicht mehr gesehen hatte. (Anscheinend schließen sich manche Kreise im Leben irgendwann wieder.) Sie sprach mich in der Pause an und meinte, wir hätten einander ja ewig nicht gesehen, ob ich noch so viel bastle wie damals? Äh, nein…

Diese beiden Begegnungen gaben mir Anlass darüber nachzudenken, wie wir Menschen in Erinnerung bleiben? Nicht nach unserem Tod, unter uns, da ist es mir nicht mehr so wichtig, nein, hier und jetzt!

Was ist es das von mir bleibt, wenn ich einem Menschen länger nicht begegne?

Woran erinnern sich Menschen, wenn sie an mich denken?

Woran möchte ich, dass sie sich in Zusammenhang mit mir erinnern?

Und was tue ich dafür so zu sein?

Im Businesscoaching arbeiten wir mit 360° Feedback. Dabei lassen sich Führungskräfte oder MitarbeiterInnen zu unterschiedlichen Bereichen (Fachkompetenz, soziale Kompetenz…) aus unterschiedlichen Blickwinkel (also aus Sicht der Kunden, der Kollegen, der Vorgesetzten…) Feedback geben. Je nachdem wie dieses ausfällt, arbeiten sie dann daran etwas zu verbessern.

Doch wie sieht es in unserem Privatleben aus? Woher bekommen wir da Feedback? Und wie ehrlich ist es? Und vor allem: können wir es annehmen, wenn es uns einmal nicht angenehm ist? Wenn uns die beste Freundin einmal offen sagt, was sie zu einem Verhalten von uns denkt. Wenn uns der Partner (von dem wir doch „bedingungslos“ geliebt werden wollen) eine Beobachtung zu unserem Gluckenmutter-sein rückmeldet. Wie ist da unsere erste Reaktion? Dankbarkeit, weil ich doch jetzt etwas verbessern könnte? Oder doch eher Groll, falscher Stolz, sich missverstanden und ungeliebt fühlen?

Ganz ehrlich: haben Sie schon einmal in Ihrem Freundeskreis gefragt:

Hey, wie nehmt ihr mich eigentlich wahr?

Wenn ihr an mich denkt, was fällt euch spontan zu mir ein?

Was findet ihr, ist meine stärkste Fähigkeit?

Meine beste Eigenschaft?

Meine größte Schwäche?

Was macht mich für euch einzigartig, wertvoll, liebenswert?

Heute beginnt die Fastenzeit. Fasten als freiwilliger Verzicht auf etwas. Vielleicht der perfekte Tag um ab heute auf Masken zu verzichten. Um unsere eigenen zu hinterfragen und einander herzlicher zu begegnen – sicher, verletzlicher damit, doch auch inniger.

Probieren Sie´s aus und lassen Sie sich – angenehm – überraschen!

p.s.: Ich freue mich übrigens immer über Feedback zu meinem Blog! Nur Gutes, versteht sich! ;)

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Hansjuergen Gaugl

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