Manchmal packt mich der Neid. Schafft es doch glatt der Herr Faymann, sein Leben so zu gestalten, dass er abgehört werden kann, ohne Angst zu haben.

Deshalb juckt ihn auch nicht, ob jetzt da die Dreibuchstaben-Truppe aus Amerika, Russland oder Deutschland unsere gesamte Internetkommunikation abgegriffen haben.

Was hat man denn schon zu verbergen als Bundeskanzler? Aber ich verstehe es ja, denn gleichzeitig möchte man ja ein Gesetz auf die Reihe bringen, das österreichischen Behörden ohne richterlichen Beschluss Zugriff auf unsere Bankkonten gestattet.

Ich hingegen fühle im Vergleich zum Werner (ich nenne ihn jetzt mal Werner, weil seit er mich seine emails lesen lassen würde, kommt er mir sehr bekannt vor!) sehr paranoid-neurotisch.

Letzthin habe ich mir im Internet Dinge angesehen, die ich nicht veröffentlichen will.

Ich habe Geld gespendet an Organisationen, die ich nicht nennen will.

Ich habe Sachen gekauft, die hier nicht nennen will. Ich bin überhaupt so ein verdammt verdächtiger Geheimniskrämer.

Manchmal nicht. Manchmal schreibe ich Sachen in Blogs und halte Vorträge, wo ich private Gespräche mit meiner Mutter preisgebe.

Das mach dann aber ICH. Nicht das Finanzministerium, nicht der BND und kein russischer oder chinesischer Geheimdienst.

Ich habe alle meine Steuern brav bezahlt, deshalb hat bisher auch kein Steuerfahnder einen richterlichen Beschluss erwirkt, um meine Konten durchzusehen.

Ach, was schreien wir doch so paranoid herum? Lasst es uns doch so wie der Werner machen. Wir ziehen uns einfach nackig aus und lassen den Kumpel im Wind baumeln (wie Robin Williams in „Der König der Fischer";).

Und dann fühlen wir uns alle wie der Klischeekellner im österreichischen Wirtshaus:

Sexuelle Vorlieben. Hamma net!

Politische Präferenzen: Hamma net!

Merkwürdige Freunde: Hamma net!

Manchmal zu viel und oft zu wenig Geld: Hamma ah net!

Selbstbewusstsein: Brauchma net!

Hmmm. Irgendwie hat das sich beobachten lassen wollen etwas sehr klischeehaft österreichisches an sich.

Nur Google Streetview, das kommt nicht ins Land. Das Paradoxon möchte ich eines Tages verstehen. Ich gebe mir noch 30 Jahre Zeit dafür.

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Herbert Erregger

Herbert Erregger bewertete diesen Eintrag 14.12.2015 23:17:08

fischundfleisch

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Juliane Vieregge

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Silvia Jelincic

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