Ich möchte diesen Satz nie wieder hören: „Ich habe nichts zu verbergen, also ist es egal, wer meine Daten bekommt.“
Denn die gefährlichste Falle ist die, in die man freiwillig hineingeht.
In den Vereinigten Staaten hat die Einwanderungsbehörde längst verstanden, wie wertvoll die digitalen Spuren sind, die wir täglich hinterlassen. Dort werden Bewegungsdaten, die ursprünglich aus harmlosen Apps stammen – Fitnessprogramme, Wetterdienste, Spiele oder Rabatt-Apps – zu einem Werkzeug der Überwachung. Was einst Observationsarbeit und richterliche Genehmigungen verlangte, geschieht heute ganz legal über den Kauf von Datensätzen. Kein Durchsuchungsbefehl, keine gerichtliche Kontrolle – nur eine Kreditkarte.
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Das juristische Konstrukt dahinter ist perfide: Weil Nutzer ihre Standortdaten „freiwillig“ an Drittanbieter übermitteln, darf der Staat sie einfach einkaufen. So wird ein Grundrecht umgangen, das eigentlich vor unrechtmäßigen Durchsuchungen schützen soll – ausgehebelt durch Geschäftsbedingungen, die kaum jemand liest.
Das Smartphone, Sinnbild moderner Freiheit, hat sich in einen ständigen Peilsender verwandelt. Bewegungsprofile lassen sich rekonstruieren, Routinen analysieren, soziale Beziehungen sichtbar machen. Eine Haustür muss niemand mehr überwachen, wenn der Weg dorthin längst kartografiert ist.
Besonders hart trifft dieses System Menschen, die ohnehin am Rand stehen – etwa Migrantinnen und Migranten mit unsicherem Aufenthaltsstatus. Wer weniger Geld und Rechte hat, hat auch weniger Privatsphäre. Der Handel mit Daten verkehrt soziale Ungleichheit in ein Instrument der Kontrolle.
Rechtlich mag das alles sauber wirken, doch Legalität ist nicht dasselbe wie Legitimität. Wenn Behörden Daten kaufen, die sie sonst nicht beschaffen dürften, ist das kein Sieg des Rechtsstaats, sondern der Marktlogik. Ein Klick auf „Zustimmen“ ersetzt keine bewusste Einwilligung, schon gar keine richterliche Überprüfung.
Wir haben uns an die ständige Erfassung gewöhnt, weil sie bequem erscheint: Schritte zählen, Staus umgehen, Rabatte sichern. Der wahre Preis steht im Kleingedruckten – gezahlt wird er von denen, die am wenigsten Einfluss haben. Eine Gesellschaft, die ihre Macht aus den Datenspuren ihrer Bürger bezieht, riskiert, das Fundament ihrer Freiheit zu verlieren.