158.359.872,98 Euro Steuergeld für KRONE, HEUTE & ÖSTERREICH

Exakt diesen Betrag haben die drei bunten Boulevard-Gazetten KRONEN ZEITUNG, HEUTE und ÖSTERREICH von Mitte 2012 bis Ende 2015 von der öffentlichen Hand für Werbeaufträge sowie an Förderungen kassiert. Größter Zahler war (insgesamt) die Stadt Wien mit 104.746.691,64 Euro.

Im Zuge der Diskussionen rund um vermeintlichen Missbrauch bei der Bezahlung von Inseraten aus Steuergeld hat der österreichische Nationalrat im Jahr 2011 das Medientransparenzgesetz erlassen.

Dieses Gesetz verpflichtet die öffentliche Hand (Ministerien, Länder, Gemeinden, gesetzliche Interessenvertretungen, Sozialversicherungsträger, usw.) Ausgaben für Inserate und andere Werbeaufträge sowie Förderungen bekanntzugeben, die periodische Druckwerke wie Zeitungen sowie Radio- und TV-Sender von ihnen erhalten.

Dankenswerter Weise bereit die Grazer FH JOANNEUM die von der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR-GmbH) veröffentlichten Daten online so auf, dass sie lesbar werden.

Größter Empfänger von Zahlungen gemäß §2 MedKF-TG (Medien-Kooperationen) sowie Zahlungen gemäß §4 MedKF-TG (Förderungen) ist im Zeitraum 3. Quartal 2012 bis 4. Quartal 2015 die KRONEN ZEITUNG. Sie kassierte stolze 73.687.756,76 Euro, davon 15.255.371 Euro von der Stadt Wien und 2.847.820.77 Euro vom Bundeskanzleramt.

An zweiter Stelle rangiert die Gratis-Zeitung HEUTE mit 47.966.898,97 Euro, davon 15.224.422.41 Euro von der Stadt Wien und 1.194.099.48 Euro vom Bundeskanzleramt.

Platz 3 geht an die Tageszeitung ÖSTERREICH. Sie erhielt 36.705.217,25 Euro, davon 9.008.859.89 Euro von der Stadt Wien und 1.087.770.35 Euro vom Bundeskanzleramt.

Stolze Summen, oder nicht? Bezahlt von unseren Steuern und Abgaben. Jeden Tag haben alleine die drei Tageszeitungen KRONE, HEUTE und ÖSTERREICH stolze 124.000 Euro kassiert.

Im Jahr 2015 hat die öffentliche Hand fast 188.000.000 Euro für Inserate (Medien-Kooperationen) ausgegeben. Der Rechnungshof schätzt, dass es noch um 60 bis 100 Millionen Euro mehr sind. Denn durch die Bagatellgrenze von 5.000 Euro, unter der Werbeaufträge nicht gemeldet werden müssen, werden viele Zahlungen erst gar nicht erfasst.

Fast 800.000.000 Euro – in Worten: achthundert Millionen Euro! – hat die öffentliche Hand in den vergangenen dreieinhalb Jahren für Medien-Kooperationen und Förderungen verpulvert.

Muss das sein? Soll das sein? DARF DAS SEIN?

Für Interessierte hier der Link zur FH JOANNEUM.

P.S.: In den letzten dreieinhalb Jahren kassierte der ORF exakt 2.950.368.091 Euro – in Worten: fast drei Milliarden Euro – an ORF-Gebühren.

PP.S.: Fisch+Fleisch kommt in der Datenbank als Empfänger von Zahlungen nicht vor. ;)

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G. Szekatsch

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