Oder, anders gesagt, das Nachhausekommen. Für manche von uns „Alten” ist es ein natürlicher Prozess, über den man nicht extra sprechen muss. Dennoch tragen viele von uns die Hoffnung, eines Tages zum Ursprung zurückzukehren.
Jenen Ort, den wir in unserer Seele festgeschrieben haben. So wie Lachse zu ihrem Ursprung zurückkehren, unterliegen auch wir Menschen demselben inneren Bedürfnis. Nach allen Reisen des Lebens sehnen wir uns nach der Quelle.
Natürlich ist es für die Jüngeren unter uns, die gerade Flügel bekommen haben und die Welt entdecken wollen und müssen, zunächst wichtig, von dort – ganz gleich, wo dieses Dort ist – wegzukommen. Wenn man ihnen als Elternteil, ganz gleich wie schmerzhaft es ist, die Freiheit gibt, ist das Letzte, was man von ihnen hört oder liest: „Mach's gut ...”
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Aber zurück zu uns Lebenserfahrenen, den Alten und denjenigen, die trotz ihres hohen Alters jung geblieben sind, zumindest im Geiste: Fragt euch selbst, was in euch geschieht nach vielen Jahren des Wanderns durchs Leben, nach dem Besteigen vieler Berge und dem Durchwandern tiefer Täler. Was bleibt, wenn der Zenit des Lebens erreicht ist?
Was gibt es noch zu erobern, zu erkämpfen oder gar im Wettkampf zu erlangen, wenn alle Tage des Heldentums vergangen sind und man erkannt hat, dass jeglicher Kampf, jeglicher Wettbewerb und jegliche Eroberung nicht mehr wichtig sind? Wenn man erkennt, dass die Zeit für große Taten vorbei ist. Was findet man in dem, wo das Leben zu dir selbst sagt: „Mach mal langsam …”
Viele von uns wenden sich dem Ursprung zu. Manche versuchen, sich neu aufzudrehen, trimmen sich auf jung und suchen die Gesellschaft von jungen Personen, ohne zu erkennen, wie lächerlich das ist. Jeder Zeit sein Alter, und nichts ist schöner, als in seinem angekommen zu sein und es in vollen Zügen zu leben.
Als ich jung war, wollte ich zu den Älteren gehören. Ich suchte mir auch viele ältere Frauen für Beziehungen. Sie liebten mich und ich liebte sie, aber ich erkannte nicht, was ich dabei verlor: meine Jugend. Einen Altersausgleich mit gleichaltrigen Frauen fand ich erst mit 35. Erst da erkannte ich die damit einhergehenden Vorzüge. Gleiches Denken, gleiches Fühlen, gleiche Sprache, gleiche Ziele, gleiche Freude und gleichen Humor. Und auch wenn nicht alles gleich war – zum Glück –, so war es dennoch eine wundervolle Erfahrung, die uns beide reifer werden ließ.
Den jungen von uns kann ich das nicht erklären, das will ich auch nicht. Den Älteren muss ich es nicht erklären, denn sie wissen es. Aber jeder von uns Gereiften hat in seinem Leben eine Vorstellung davon, was Heimkommen bedeutet oder wie es aussieht.
Abschließend möchte ich euch meine Version erzählen: Als ich jung war, sah ich, dass alle Wege überall hinführen. Ich bin sie alle gegangen. Heute erkenne ich, dass sie nirgendwohin führen. Im Laufe meines Lebens habe ich verstanden, dass alle Wege nirgendwohin führen, nur der eine ist der Weg mit Herz. Und auch wenn dieser Weg nirgendwo hinführt, ist er es dennoch wert, ihn bis zum Ende zu gehen...