Marvel Comics produziert gelegentlich „What if“ Comics in denen sie Schlüsselaspekte von Charakteren ändern. Yehudi Mercado schuf kürzlich so einen Comic in denen er Thor (dem Mainstream aus den gleichnamigen MCU Filmen bekannt) durch Miles Morales ersetzten. Miles Morales ist dem europäischen Mainstream eher nicht bekannt. Es handelt sich hierbei um einen Afroamerikaner der Peter Parker als Spiderman ersetzen hätte sollen.

Er ist also kein Niemand, sondern durchaus ein Teil der Comickultur. Das aber nur am Rande.

Um es kurz zu machen: der Autor machte den nordischen Gott also schwarz und als linker weißer Mann schrieb er den Schwarzen eben so wie er Schwarze eben sieht. Miles Morales beschmiert etwa seinen magischen Hammer mit Graffiti und spricht Gangstersprache. Denn das mögen Schwarze schließlich, oder?

What If… Miles Morales Vol. 1 #4 “What if…Mile Morales became Thor?” (2022), Marvel Comics. Words by Yehudi Mercado, art by Luigi Zagaria and Chris Sotomayor. marvel.com

Nun es stellte sich zu seinem Schock heraus, dass der Aufschrei seitens der immerüblen und immerschuldigen CIS white men eher mau ausfiel. Man kennt diese Dinge ja schon und hat gelernt sie zu ignorieren (was dazu führt, dass diese Comics kein Geld einspielen).

Der Aufschrei seitens der Afroamerikaner war aber gewaltig und führte dazu, dass der Autor sich entschuldigen musste.

Graffiti etwa, so diverse Communityvertreter, sei keine Kunstform sondern ein Zeichen von Verfall. Der Umstand, dass Schwarze oftmals in Gegenden die von Verfall gezeichnet sind bedeutet nicht, dass sie es mögen. Das Gleiche gilt für Gangkultur.

Oder um es einfacher auszudrücken: die meisten Einwohner des Ghettos würden sofort die Chance nutzen in eine saubere Vorstadt zu ziehen, wenn sie könnten.

Wenn nun aber die Linksintellektuellen, eine üblicherweise nicht sehr „diverse Gruppe“ wohlgemerkt, fälschlicherweise annimmt dass „die Schwarzen“ das Ghettoleben bevorzugen wird es zu einem kulturellen Dienst diese wahrgenommene Kultur zu fördern, etwas das Yehudi Mercado eindeutig tun wollte. Mit den besten Intentionen, wohlgemerkt. Nur weil er gruseligen Rassismus betrieb bedeutet ja nicht dass er als gelernter Progressiver das tun wollte.

Er wusste nur eben, wie so oft in diesem Lager, Dinge die gar nicht so sind wie er dachte dass sie seien.

Er dachte etwa zu wissen was „die Schwarzen“ kollektiv wollen.

Menschen wie Yehudi Mercado denken, dass sie etwas „Gutes“ tun, was sie aber tatsächlich tun ist den Verfall zu fördern anstatt ihn zu bekämpfen, was dazu führt, dass noch mehr Menschen, vorwiegend die so gern zitierten verwundbaren Minderheiten, unter Situationen leiden müssen die sie nicht mögen, während die Champagnersozialisten sich in ihren sauberen Wohnungen gegenseitig darin beglückwünschen, dass es nun 30 Stockwerke tiefer mehr Graffiti gibt und sich das gemeine Volk nun wohler fühle.

Und sie nehmen ein Kollektiv an wo keines ist.

Nicht alle Schwarzen sind gleich.

Die Moral aus dem Fehltritt von Yehudi Mercado wäre wichtig zu lernen: die meisten Kämpfer für „Minderheiten“ haben keinen Dunst von den besagten Minderheiten sondern handeln aus dem Bauch heraus, geleitet nur von ihren eigenen Vorstellungen und Vorurteilen. Viele der -Ismen und -Phobien die sie dem politischen Mitbewerber erstellen erscheinen in diesem Bild wie schlichte Projektion der eigenen Vorurteile, pervertiert in eine Weltsicht in der all die Dinge die sie persönlich fürchterlich finden geadelt werden und gefördert werden müssen.

Aus dieser Verwirrung entstehen Agenten des Verfalls, Menschen die aktiv daran arbeiten den Rott, den in Wirklichkeit niemand haben möchte, zu fördern und so aktiv daran arbeiten die Welt zu einem schlechten Platz für uns alle zu machen, in erster Linie aber für jene denen man in Wirklichkeit hätte helfen wollen.

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