Möchte mit einem Ausschnitt von Werner Reichels Beitrag Werbung für Andreas Unterbergers Tagebuch machen:

https://www.andreas-unterberger.at/2020/10/wiener-tagebuch-o-du-lieber-corona-leugner/

Augustin war Sänger, Stehgreifdichter, Dudelsackspieler und ein, wie es damals hieß, "tüchtiger Trinker". Er zog von Wirtshaus zu Wirtshaus, unterhielt die Gäste mit zotigen Liedern und Reimen, um sein so verdientes Geld noch an Ort und Stelle zu versaufen.

Daran änderte auch die große Pest 1679 nichts, die laut zeitgenössischen Quellen rund 80.000 Wienern das Leben kostete.

Die tödliche Seuche konnte Augustin nicht davon abhalten, singend durch die Wirtshäuser zu ziehen. Eines Tages, als er in einer Gasse seinen Rausch ausschlief, wurde er von Pestknechten für tot gehalten und in eine Pestgrube im heutigen 7. Bezirk geworfen. Als er zwischen den Pesttoten erwachte, grölte er und spielte solange Dudelsack, bis man ihn aus der Grube zog.

Augustin wurde zur Legende, weil er trotz der verheerenden Pest-Epidemie seine Lebensfreude und seinen Humor nicht verloren hat. In Wien erinnern das Relief an der Mauer des Griechenbeisls in der Innenstadt und der Augustinbrunnen am Augustinplatz im 7. Bezirk an den lebensfrohen Mann. Jetzt steht der steinerne Augustin mitten im spießig-grünen Bobo-Bezirk, wo besonders viele unkritische Corona-Untertanen und Anschober-Groupies leben.

Menschen, wie der liebe Augustin, haben im Corona-Wien heute keinen Platz mehr. Er wäre heute kein Volksheld mehr, sondern ein böser Corona-Leugner, ein Gefährder, den man nicht bewundert und besingt, sondern bei der Polizei denunziert, verachtet und meidet.

Die grünlinken Corona-Jakobiner verstehen keinen Spaß. Weder bei Corona noch bei andern Dingen. Sie leben nach strikten Vorgaben, die wie beim Islam das ganze Leben von der Wiege bis zur Bahre regeln. Was man essen, lesen, sagen und denken darf. Wer etwa Schnitzel, schnelle Autos oder gute Witze liebt – gute Witze sind politisch immer unkorrekt –, zählt bereits zu den Gefährdern, den bösen Menschen.

Mit Corona können die Neo-Spießer nun ihre Lustfeindlichkeit und ihren Kollektivismus so richtig ausleben. Jetzt kann man endlich auf Teufel komm raus verbieten, regeln, vorschreiben, bestimmen und einschränken. Zu "unserem" Wohl. Wer nicht voller Angst mitmacht, wer an der Sinnhaftigkeit oder Angemessenheit gewisser Corona-Regeln oder an der Weisheit unseres Gesundheitsministers zweifelt, ist ein Verschwörungstheoretiker, Corona-Leugner, Gefährder, Krimineller, der wird aus der Herde der Untertanen ausgesondert und an den Medien-Pranger gestellt.

Als Volksheld, als Original wird man jedenfalls nicht mehr gefeiert, wenn man trotz der Corona-Epidemie sein Leben genießt, seinen Humor trotz Angstschober, Nehammer und Co. nicht verliert.

Solche Gefährder stellen die umsichtigen und weitblickenden Maßnahmen und die Autorität und Klugheit unserer türkisgrünen Politiker in Frage. Das mögen an die Macht gekommene Dorfschullehrer, Esoterik- und Öko-Tanten, Philosophiestudenten und Studienabbrecher gar nicht.

Schließlich haben sie mit Corona völlig neue Möglichkeiten, deutlich mehr politischen Spielraum und Macht bekommen. Sie genießen diese Ausnahmesituation, wie man an den unverschämten Verordnungen des Rudi Anschober erkennen kann. Deshalb soll aus ihr die dauerhafte neue Normalität werden, wo Politiker per Verordnung, also per Befehl das Leben der Menschen bis ins Private hinein bestimmen können. Der Traum eines jeden Linken.

Wir bräuchten mehr Menschen wie den lieben Augustin. Das denke ich mir, wenn ich mit der U-Bahn durch Wien fahre und mir diese seltsam bleierne Corona-Stimmung entgegenschlägt: O du lieber Augustin, alles ist hin.

Werner Reichel ist Autor und Journalist. Er hat zuletzt das Buch "Europa 2030 – Wie wir in zehn Jahren leben" bei Frank&Frei herausgegeben.

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