Twitter-Boys gegen Buberlpartie

Das Pinp-Pong-Spiel zwischen den Twitter-Boys Florian Klenk und Armin Wolf ist schon ein Klassiker. Florian Klenk erregt sich auf Twitter über den „substanzlosen Feschisten Kurz“, der sich mit einer „Buberlpartie“ umgebe (eine untergriffige Anspielung der guten Scheinmoralapostel). Sein Twitter-Freund Armin Wolf nützt dann die ZIB, um dem "Buberl"-Kanzler zu unterstellen, die Unwahrheit gesagt zu haben, was der Spiegel gleich zu einer „Überführung der Lüge“ verbrämt, wegen der man "Politikern das Wort abschneiden dürfe".

Tatsächlich spielten Heimaturlauber sehr wohl eine zentrale Rolle bei Österreichs zweiter Coronawelle, auch wenn sich viele nicht direkt im Ausland angesteckt hatten, sondern z.B. bei Hochzeitsfeiern, die von Rückkehrern aus gewissen Hochrisikogebieten oft ohne Einhaltung der Quarantänebestimmungen besucht worden waren. Diese Cluster waren durch diverse Berichte aus den bösen Boulevardmedien bekannt, auch wenn die Wiener SPÖ und der ORF alles getan hatten, um diese Entwicklung möglichst zu verschleiern.

Dass sich Kurz bei der Wienwahl nobel zurückgehalten hatte, statt dem rotgrünen Wien seine Verschleierungspolitik vorzuhalten, rächt sich jetzt bitter. Die Türkisen hatten in der kurzen Zeit, als es mit den Blauen die Chance gegeben hätte, den ORF zu stutzen, ebenfalls gebremst. Solange es der ORF noch vor allem auf die FPÖ, Trump und Orban abgesehen hatte, konnte man gut damit leben.

Doch warum sollte sich der ORF damit begnügen?

Die ÖVP war in der türkisblauen Koalition der nützliche Idiot des ORF. Kurz ist jedoch letztlich genauso ein Feindbild wie Strache, Kickl, Trump, Orban, Bolsonaro.

Nicht nur für den ORF, sondern für fast die gesamte Journalisten-Kaste, egal ob sie beim ORF oder bei Kurier, Krone oder Profil untergekommen ist. Kurz hatte 2017 ganz ohne die Hilfe der Journalistenkaste die Wahl gewonnen.

Leider hat er sich danach entschieden, seinen natürlichen Verbündeten, die freie Meinungsäußerung in den sozialen Medien, im Sinne von ORF & Co. zu bekämpfen, und sich stattdessen über seinen "Freund" Benko bei den Medien einzukaufen.

Wie loyal sein "Freund" Benko sich im Ernstfall erweisen wird, steht noch offen. Mir erscheint Benko im Herzen eher pink als türkis zu sein, was der grünen Journalistenkaste, die in seinen Medien arbeitet, ohnehin die sympathischere Farbe wäre.

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