Eines möchte ich gleich vorwegschicken: Ich gehöre nicht zu den selbsternannten Weltverbesserern. Es gibt Tage, an denen mir diese Welt so richtig am Arsch vorbeigeht. Und ehrlich gesagt ist das auch gut so. Damit meine ich nicht die üblichen Verdächtigen wie Rot, Links oder Grün oder sonstige Klowand-Ideologen, die meinen, für diesen Sauhaufen Welt etwas tun zu müssen.
Ich bin schon damit beschäftigt, meine Welt, meine kleine Insel, zu retten und sie – sofern mich die Welt in Ruhe lässt – einigermaßen heil und sauber zu halten. Ob ich mich damit zum ökologischen Schuldaufstempler, gar Straßenkleber oder, Gott bewahre, mit Thunberg auf einem Boot den Atlantik überquere mache, ist falsch gedacht.
Das Einzige, worauf ich in meinem Kreis, in meinem kleinen Leben, auf meiner kleinen Insel achte, ist, meine Energie und meine Ressourcen, die mir tagtäglich zur Verfügung stehen, achtsam, angemessen und mit Bedacht zu verwenden und zu verbrauchen und, so Gott will, auch für später zu lagern oder zu speichern. Das ist mein Beitrag an diese gottlose Welt, und ich denke, das ist genug. Ob Gott mir dafür danken wird, darauf geschissen.
Zurück zu Afrika und dem stets fragenden Europa. Besonders jene Menschen, die absolut keine Ahnung haben, welche Schuld Europa und unsere einzelnen Länder auf sich geladen haben. Fragen wir einige Menschen von diesem Kontinent, die es ehrlich versucht haben, Afrika zu modernisieren oder stark zu machen.
Kwame Nkrumah, Ghana... träumte von einem wirtschaftlichen souveränen, vereinten Afrika, und baute eine eigene Industrie auf. 1966, CIA- gestützter Putsch. Ins Exil gezwungen, starb 1972 fern seiner Heimat. Sein Projekt mit ihm begraben.
Patrice Lumumba, Kongo... wollte die Ressourcen des Kongos für sein Volk nutzen, lehnte die Kontrolle der Kolonisatoren ab. 67 Tage nach seiner Wahl, mit Hilfe von Belgien und der CIA ermordet. Er war 35 Jahre alt.
Thomas Sankara, Burkina Faso... baute sein Land ohne Auslandshilfe, ohne Schulden auf. Drei Monate vor seinem Tod warnte er: Wer allein die Kolonialschulden ablehnt, wird getötet. Er war der Einzige, der ablehnte. Zwölf Wochen später war er tot. Er war 37 Jahre alt.
Amilcar Cabral, Guinea-Bissau... befreite sein Volk vom portugiesischen Kolonialismus mit Waffen und Ideen, baute eine echte Unabhängigkeit auf. Kurz vor der Unabhängigkeit seines Landes ermordet. E war 48 Jahre alt. Der portugiesische Geheimdienst war verwickelt.
Felix Moumie, Kamerun... führte den Widerstand für eine echte Unabhängigkeit Kameruns, lehnte den französischen Neokolonialismus ab. In Genf mit Thallium vergiftet durch einen Agenten des französischen Geheimdienstes. Er war 34 Jahre alt.
Ruben Um Nyobé, Kamerun... erster afrikanischen Führer, der von der UNO die Unabhängigkeit seines Landes fordert. Im Wald von der französischen Armee gejagt und erschossen. Jahrzehnte lang war sein Name in Kamerun verboten.
Eduardo Mondlane, Mosambik... gründete die FRELIMO, führte den Befreiungskampf gegen Portugal. 1969 durch ein Paketbombenattentat in Daressalam getötet. Er war 48 Jahre alt. Portugiesische Geheimdienste gelten als Hauptverdächtigte.
Steve Biko, Südafrika... gründete die schwarze Bewusstseinsbewegung, wollte schwarzen Menschen ihre Würde und Identität zurückgeben. Von der Apartheit-Polizei verhaftet, zu Tode gefoltert. Er war 30 Jahre alt. Mörder wurden nie verurteilt.
Und das waren nicht die Einzigen – so viele gute Menschen, die für Afrika was Gutes vorhatten, wurden durch Europa und USA getötet und vernichtet.
Das Problem ist nicht, dass die Afrikaner es nicht aufgebaut haben. Das Problem ist, dass Europa es nicht zulässt. Jedes Mal, wenn jemand es versucht hat, wurde er gestoppt. Das lässt sich auf Libyen, Kuba, den Irak, die Ukraine und viele andere Länder übertragen. Europa und der Westen tragen die meiste Schuld am Leid in der Welt.
Da gibt es, wie die Ukraine meint, keine Werte zu verteidigen – Europa ist ein Sündenpfuhl politisch motivierter Monster, die vor den Augen der Welt das Gute vorspielen, aber im Hintergrund Völkermord und Menschenrechtsverletzungen am laufenden Band begehen. Falls Europa jemals gute Werte hatte, hat es sie längst verraten. Europäer, wacht endlich auf!
Deshalb mein musikalischer Beitrag zu Steve Biko ... hört gut hin.