Kickl lobt die FPÖ als jüngste Partei, aber Jugend hat manchmal eine Tendenz zu pubertärer Opposition, zum Dagegensein-aus-Prinzip und zu Unerfahrenheit.
Es mag schon sein, dass laut aktuellen Umfragen die FPÖ am meisten Zuspruch hat, aber laut zahlreichen Präferenzumfragen ist sie gleichzeitig die am stärksten abgelehnte Partei. Und es stellt sich die Frage, ob die FPÖ derzeit davon profitiert, dass die Regierung ein Bild der Zerstrittenheit liefert, und nicht aus eigener Stärke und aus eigenen Punkten. Man könnte auch formulieren, die FPÖ hat den Umfragen zufolge Erfolg trotz der eigenen Schwächen, nicht aufgrund eigener Qualität. Der frühere FPÖ-Chef Haider war wenigstens so ehrlich genug, das zuzugeben (dass die FPÖ ihre Stärke sehr wesentlich aus den Fehlern ihrer Gegner bezieht), aber er war ja auch in gewisser Weise ein Konsenspolitiker, der auf Medien angewiesen war, die er nicht kontrollieren konnte, während die FPÖ heute ein sehr dominante Partei ist, die zahlreiche Medien des Landes weitgehend kontrolliert oder inhaltlich beeinflusst, die massive Presse-, Medien- und Parteienförderung bekommt, und diese auch in ihrem Sinne verwendet, eher im Sinne der Abspaltung und Schaffung einer sektenhaften Gegenöffentlichkeit, nicht im Sinne eines Konsenses.
Auch Kickls Lob für Martin Heidegger ist seltsam. Heidegger wird oftmals kritisiert wegen seiner Unverständlichkeit, frei nach Marcel Reich-Ranickis „In deutschen Landen hält man jedes trübe Wasser automatisch für tief“, Heidegger wurde auch oftmals kritisiert für das Fehlen einer Ethik in seiner Philosophie, Teile seiner Philosophie, falls man den Begriff überhaupt verwenden kann, könnte man als katholische Mystik bezeichnen, und dieses Naheverhältnis zum Katholizismus war vielleicht der Schlüssel für seinen Aufstieg. Außerhalb des deutschen Sprachraum scheint sich so gut wie niemand für Heidegger zu interessieren, und im deutschen Sprachraum scheint sich sein Gefolge auf Rechte oder Rechtsextremismusverdächtige zu beschränken. Von den Anhängern des Wiener Kreises, darunter auch so manche Linksgesinnte, wurde Heidegger des öfteren als „unwissenschaftlich“ und „unmethodisch“ kritisiert, durchaus zu recht.
Heideggers Sätze wie „Das Nichts nichtet“ harren nach wie vor der Klärung. Und es stellt sich die Frage, ob der Haupteffekt von Heideggers Werk war, ein neues System von Begriffen zu schaffen, ohne oder fast ohne inhaltlich irgendetwas Konkretes zu sagen.
Aber aus seiner persönlichen Sicht immerhin, für den Zeitgeist der 1920er- und 1930er-Jahre war Heidegger vielleicht eben wegen der Nichtssagendheit seines Werk zu fast jeder Ideologie passend, auch und insbesondere zum Nationalsozialismus.
Kickl zitiert auch „Wer ein Warum zum Leben hat, kann jedes Wie ertragen“, angeblich von Friedrich Nietzsche, das aber ein in so mancher Interpretation problematischer Spruch ist, den so ziemlich jeder Diktator als Durchhalteparole in einer sich abzeichnenden Kriegsniederlage, wie auch Hitler z.B. 1942-1945, verwendet haben könnte, zudem war Nietzsche eher ein Einzelgänger, er war kein Antisemit, und sein Werk wurde von den Nazis und einer Nietzsche-Nichte verfälscht, um dem Nationalsozialismus dienen zu können.
Politische Konflikte können manchmal auf verschiedenen Seiten schmerzvoll und problematisch sein, aber die Art und Weise, wie Kickl den Opferstatus für die eigene Partei reklamiert, aber Täteraspekte verschweigt oder vertuscht, kann man durchaus problematisch erachten. Nun kann man Vergleiche ziehen zur Hitler-Zeit und Sprüche wie „Wenn der Führer das wüsste, wie brutal seine Leute oftmals vorgehen, dann hätte er das längst schon abgestellt“, aber ein derartiger Vergleich wäre vermutlich übertrieben, vielleicht nur deswegen, weil die Gesamtkonstellation eine andere ist.
Kickls Slogans wie „Einigkeit und Stärke“ kann man auch so interpretieren, dass sie eher zu einem vordemokratischen Zeitalter passen, während heute viel eher innerparteiliche Demokratie gefordert wäre, auch und insbesondere in Österreich, einem Land, in dem diese innerparteiliche Demokratie unterentwickelt ist, nicht nur bei der FPÖ. Kickl erinnert hier an Babler am anderen Ende des politischen Spektrum, die Babler´sche Geschlossenheit und die Kickl´sche Einheit sind vielleicht zwei Aspekte eines grundsätzlich mangelhaften Systems.
Es ist keineswegs richtig, dass ich immer danach getrachtet hätte, die FPÖ klein zu halten, im Gegenteil, ich habe auch Einladung meiner Tante mich auch beteiligt an FPÖ-Wahlkampfaktionen und war so eine Art Mitarbeiter von FPÖ-Medien unter der Geringfügigkeitsgrenze. Aber das waren andere Zeiten, in denen man in der Tat meinen konnte, eine etwas größere FPÖ könnte dem Land vielleicht gut tun, während man heute wohl eher den Eindruck haben müsste, eine kleinere FPÖ könnte dem Land guttun.
Kickls Dichotomien so a la „Jeder Patriot muss für die FPÖ sein, wer eine andere Meinung hat, ist ein Landesverräter“, ähneln auch linken Diktatoren wie zum Beispiel Fidel Castro mit seinem „Socialismo o muerte“, „Sozialismus oder Tod!“.
Kickls „Systemwechsel“-Parolen ähneln auch sehr den Systemwechsel-Parolen am linken bzw. linksextremen Rand des Spektrums des außerparlamentarischen Bewegungen oder Parteien.
Kickl zitiert FPÖ-Dokumente aus den 1950er-Jahren, deren Grundlagen heute längst nicht mehr gelten. Jahrzehnte der Privatisierung haben den Staatseinfluss in Österreich stark geschrumpft, auch wenn Kickl das leugnet. Und wenn FPÖ-Politiker der 1950er damals einen zu großen Staatsbesitz gesehen haben mögen, so ist das heute nach Jahrzehnten der Privatisierung längst nicht mehr aktuell. Aber vielleicht sehnt sich die FPÖ mit ihrem „Früher war alles besser“ ja nach den 1950er-Jahren zurück, weil damals manche ihrer Parolen tatsächlich Sinn machten.
Vermutlich ist es Kickls Recht, die Interessen von Dichand und Mateschitz zu vertreten. Aber es ist unehrlich,, das zu verschweigen.
Gerade bei Beschlüssen mit der FPÖ im Rahmen des koalitionsfreien Raums scheint es eigentlich ziemlich egal zu sein, wer FPÖ-Vorsitzender ist. Kickls Behauptung, alle würden versuchen, ihn zu stürzen, hat daher einen leichten Beigeschmack von „Verschwörungstheorie“.
Man kann es auch so sehen, dass Kickl mit seiner Überbetonung der Freiheit und seiner Vertuschung von Fairness und und Sozialem der Herrschaft der Superreichen das Wort redet, der sich von der Tendenz her sowieso vielerorts abzeichnet: rein rhetorisch die Stimme des kleinen Mannes, aber in Wirklichkeit anscheinend eine Art Sklave einiger weniger Superreichen, die nach immer mehr Macht und Geld und Einfluss streben.
Das Ursprungsland des Kapitalismus, die USA sind auch das Land der Anti-Trust-Gesetze, das Land der Zerschlagung der durch Freiheitsexzess zu groß gewordenen Konzerne, Konglomerate, etc.
Slogans wie „Für Wohlstand – gegen Armut!“ sind ja wohl Allgemeinplätze, denen niemand widersprechen kann. Aber da Kickl scheinbar sich nicht traut, die Wahrheit bzw. irgendwas Konkretes zu sagen, flüchtet er sich in Allgemeinplätze, wie, dass Gesundheit besser ist als Krankheit, dass Wohlstand besser ist als Armut, etc. Aber für solche Trivialitäten braucht es keinen Systemwechsel.
Ob der Bargeldfetischismus der FPÖ, der auch den Hintergrund hat, Ehemännern den heimlichen Bordellbesuch zu ermöglichen, der Inbegriff der „Familie“ sei, lasse ich einmal dahingestellt. Christliche Monogamie bedeutet auch strenges Verbot des Fremdgehens von Mann und Frau, aber dieses christliche Verbot widerspricht natürlich dem Freiheitlichen „Freiheits“-Begriff, dass Ehemänner jederzeit die Möglichkeit haben müssen, mit Bargeld die Ehefrau zu betrügen.
Auch Kickls Anti-Staats-Polemik scheint eher auf Staatszerstörung hinauszulaufen, auf eine anarchokapitalistische Herrschaft einiger weniger Superreichen, die keine angeblich bösen Steuern mehr zahlen müssen, um Spitäler und Schulen zu bauen und Polizisten zu bezahlen, um für die Sicherheit der Menschen zu sorgen.
„Sicherheit in Form von Freiheit“, die Kickl verspricht, ist eben keine Sicherheit, sondern deren Zerstörung. Jeder soll laut Kickl die Freiheit haben, eine eigene Privatpolizei zu bezahlen, jeder soll laut Kickl die Freiheit haben, in eine „gated community“ zu übersiedeln, in ein Superreichenwohnviertel, indem als einzigem Gebiet des Landes Sicherheit herrscht, während überall sonst im Lande wegen Kickl´schem Steuerstreik der Superreichen Chaos, Terror und Unsicherheit herrscht, wo immens hohe Immobilienkosten existieren, die sich nur das reichste Hundertstel leisten kann.
Auch Kickls „Souveränitäts“-Ideologie ist von der Tendenz her geschichtsvergessen und wahrheitsleugnend, gerade Kleinstaaten wie Österreich brauchen internationale Regeln und internationales Recht. Gerade Kleinstaatensouveränität, die Kickl befürwortet, läuft oft auf das Vasallentum hinaus, das Kickl angeblich ablehnt. Der geschichtspolitische ahnungslose Kickl leugnet Fakten wie „wohlwollende Neutralität“, „widersprüchliche Neutralität“, „Scheinsouveränität“. Machtlose Kleinstaaten wie Österreich waren/sind oftmals gezwungen, sich zu unterwerfen, sich Großmächten zu unterwerfen.
Auch Kickls Darstellung der Völkerwanderung 375-568 ist verfälschend: die „Völker“ waren damals nicht so fest gebunden wie heute, und es war eine Kettenreaktion: viele Völker waren sozusagen Vertriebene und Vertreiber zugleich, um es in Kickls Sprache zu sagen.
Und es stellt sich auch die Frage, ob Völkerwanderung und die damit verbundene Völkervermischung besser ist als Kickl´sche „Völkerstabilität“ mit einem Aufbau einer Konfliktsituation, die sich dann irgendwann einmal kriegerisch entlädt. Die Römer hatten ja einen Kickl´schen Schutzwall, der sie vor den Germanen hätte beschützen sollen, aber er hat nichts genutzt, genauso wie die Kickl´sche Festung vermutlich nichts nutzen wird, sondern irgendwie durchdrungen werden wird wie zum Beispiel durch das Trojanische Pferd in der griechischen Antike. Die „Germanen“ und „Vandalen“ sind ja genau die Bezeichnungen für FPÖ-Burschenschaften, das waren ja die genau die „Völkerwanderer“ im Kickl´schen Sinne.
Auch Kickls Darstellung der Nanga-Parbat-Erstbesteigung durch Hermann Buhl ist zutiefst verfälschend.
Erstens einmal verschweigt Kickl, dass die Bezeichnung „Schicksalsberg der Deutschen“ für den Nanga Parbat, ein ca. 8100 Meter hoher Berg an der Grenze zwischen Pakistan und Tibet/China, ein Begriff der Nazipropaganda 1943, um nahezulegen, dass Nazideutschland den Krieg doch noch gewinnen könne, wenn es gelingen könne, den Nanga Parbat zu besteigen. Damals häuften sich nazideutsche Niederlagen, Katastrophen und Rückzüge an allen Fronten, und um den völligen Zusammenbruch der Moral zu verhindern, setzte die Nazipropaganda auf Wunderglauben. Daher auch zum Beispiel das verschleierte Nazi-Propagandalied „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen“ von Zarah Leander, bei dem sie so eine hitler-ähnliche Sprache verwendet mit rollendem „r“ und Ähnlichem. Als Dirigent fungiert Paul Hörbiger, die Verwicklung der damaligen Hörbiger-Generation in den Nazi-Staat war ja schon oft Thema war. Der Lover oder Verehrer der von Leander dargestellten Person ist ein deutscher Jagdflieger, der einen Urlaub vom Afrikakrieg hat.
Während Kickl Hermann Buhl, den Nanga-Parbat-Erstbesteiger so quasi als Sympathisanten rechter Ideologien darstellt, dürfte er vermutlich genau das Gegenteil gewesen sein: er hatte sich zwar 1943 bis 1945 am Krieg beteiligt, aber scheinbar ohne besondere Überzeugung. Wenn er überzeugter Nazi gewesen wäre, hätte er sich vermutlich schon früher gemeldet. Als Prügelknabe in einer der Schulen, die er besucht hatte, hatte er vermutlich Skepsis gegenüber Menschenmassen, vielleicht insbesondere Männermassen oder Bubenmassen, frei nach Canettis „Masse und Macht“.
Kickl behauptet verfälschenderweise auch, Buhl hätte alleine mit seiner Körperkraft und Willenskraft die Nanga-Parbat-Besteigung geschafft, Kickl vertuscht dabei das Pervitin, das Buhl genommen hatte, um diese extrem schwere Leistung zu schaffen, eine Droge, die kurzfristig leistungssteigernd, aber langfristig schädlich ist, ein Metamphetamin, ähnlich dem Crystal Meth. Dieses Pervitin, auch bekannt als Panzerschokolade oder Fliegermarzipan, war auch im Zweiten Weltkrieg von nazi-deutschen Kriegern verwendet worden, um Ermüdung zu bekämpfen und die Schlacht zu überleben.
Buhl hatte sich bei der Nanga-Parbat-Erstbesteigung mehrere Zehen abgefroren, was seine Kletterfähigkeit stark einschränkte.
Ein weiteres Motiv für Buhl, die Nanga-Parbat-Erstbesteigung 1953 nicht Nazis zu überlassen, könnte auch gewesen sein, dass er gewusst haben könnte, dass die Nazis 1944 in Mauthausen seine Mutter ermordet hatten, aber die Faktenlage ist hier nicht klar.
Ein ganz wesentlicher Aspekt der Nanga-Parbat-Besteigung ist die Beteiligung von pakistanischen Männern und vermutlich auch Frauen. Die Berggemeinschaft, der Buhl angehörte, strebte nach dem Gipfelsieg von Südosten aus, also von der Pakistanischen Seite aus. Männer aus Pakistan mit ihren guten Kenntnissen dieses Bergs hatten beim Aufstieg in Zwischenlager als Träger geholfen und vermutlich auch bei Routenplanung und Aufklärung über gute Lagerplätze etc.
Bei seinem Gipfelsieg fotografierte Buhl seinen Pickel am Gipfel erst mit Tiroler Wimpel (nicht mit österreichischem oder deutschem !) und befestigte dann eine pakistanische Flagge am Eispickel, die er dort beließ, vermutlich auch als Zeichen des Dankes an die Hilfe, die Pakistanis beim Aufstieg und Ähnlichem geleistet hatten. So gesehen machte er Ähnliches wie Sir Edmond Hillary, der einige Jahre zuvor gemeinsam mit Sherpa Norgay Tensing den höchsten Berg der Erde, den Mount Everest oder Chomolongma, was auf Tibetisch in etwa „Heilige Mutter des Universums“ bedeutet. Die Sherpa sind übrigens ein ostasiatisches Bergvolk in Ostnepal, sozusagen die asiatischen TirolerInnen. Sherpani (Sherpa-Frau) Dawa Yangzum hat alle 14 8000er bestiegen (darin Gerlinde Kaltenbrunner ähnlich), einen teil davon ohne zusatzsauerstoff und ist die erste Nepalesin, die die IVBV als diplomierte Bergführerin anerkannte. In der unmittelbaren Nachkriegszeit bestand in Nazinachfolgestaaten eine starke rassistische Grundhaltung, und das war vermutlich der Grund, warum Buhl für die „Home Consumption“, den „Hausgebrauch“ nicht stärker hingewiesen hat, auf die pakistanische Hilfe bei der Erstbesteigung des Nanga Parbat. Es ist mir ein Bedürfnis, vermutlich im Sinne von Hermann Buhl dieses Manko heute auszugleichen und zu sagen: „Ein herzliches Dankeschön an alle Bürger und Bürgerinnen Pakistans, die Hermann Buhl damals beim Nanga-Parbat-Gipfelsieg geholfen haben“.
Aber zurück zu Kickl Geschichtsfälschung rund um Hermann Buhl: das ist nicht der einzige Fall, dass Rechtsextremismusverdächtige Personen der Geschichte sozusagen klauen, und politisch umgepolt „verkaufen“ wollen. Rechtsextremismusverdächtige haben auch faktenwidrig behauptet, Sängerin Billie Eilish sei US-Republikanerin, während sie in Wirklichkeit Sympathisantin der US-Demokraten ist, und auf Convewntions der US-Demokraten aufgetreten ist, und Rechtsextremismusverdächtige haben behauptet, Strassenrennrad-Olympiasiegerin Anna Kiesenhofer sei politisch rechtsstehend, während sie in Wirklichkeit grüne Gemeinderätin war. Und überhaupt dieses Rennen! Normalerweise haben bei so einem Rennen Einzelgänger oder -innen ja kaum eine Chance, aber diesmal geschahen einige seltsame Dinge, das eigentlich favorisierte niederländische Team machte einige „Kommunikationsfehler“, die es vorher nie gemacht hatte. Im niederländischen Team scheint es eine seltsame Psychodynamik gegeben zu haben, die Topfahrerin der Niederländerinnen hatte möglicherweise einige Starallüren gezeigt und war deswegen wegen den anderen drei Niederländerinnen im Stich gelassen worden. Man kann es auch so sehen, dass erstmals ein EU-Team bestehend aus einer Österreicherin (Kiesenhofer) und Niederländerinnen bzw. dem niederländischen Betreuerteam an diesem Strassenrennen teilgenommen hat, und gewonnen hat. Es kann auch sein, dass es eine Art Solidaritätstat war, oder eine Aktion, um diesen Sport interessanter für Einzelgänger zu machen.
Eine weitere Falschaussage von Kickl ist die Behauptung, der Erwartungsdruck für Buhl sei enorm gewesen. Gesellschaftlich war der Druck nicht hoch, weil soviele davor gescheitert sind, aber es kann sein, dass er sich selber unter hohen Druck gesetzt hat.
Irgendwie hat Buhl möglicherweise etwas selbstmörderisches, wenn das Wetter nur ein bisschen schlechter gewesen wäre, hätte er es nicht geschafft. Und 6 Jahre später starb er auf der Chogolisa. Er hätte nur den Fuss-stapfen seines Wegbereiters folgen müssen.
Die Stellungnahmen von Frauen der Buhl-Familie sind seltsam, so a la: „Es ist besser, dass er gestorben ist, weil er vermutlich nur ein alter Grantler geworden wäre“. Der Volksmund kennt ja auch Redensarten wie „Die Zeit heilt alle Wunden“ und „Altersmilde“. Ich hätte es Buhl sehr gewünscht, dass er seinen Erfolg auch genießen kann und zur Ruhe kommt. Aber die Aussagen der Buhl-Frauen können auch verständliche Hintergründe haben: erstens als Methode, um abschließen zu können, um die Trauer beenden zu können. Zweitens als Kritik an heroisierenden Buhl-Darstellungen, die Buhls Hochriskostrategie, Buhl als selbstzerstörerisch betrachtbare Ader und Buhls als familiär-verantwortungslos betrachtbare Ader verschweigen, somit auch als Kritik an Kickl.
Die besten Dokus über Buhl, Nanga Parbat, etc. im deutschsprachigen Raum gibt’s scheinbar vom Bayrischen Rundfunk BR, österreichische Medien bringen da wenig zusammen. Die servus-tv-Doku zu dem Thema stellt die Pakistanis als Klatscher, als „Willkommensklatscher“ dar (obwohl servus-tv sogenannte „Willkommensklatscher“ eigentlich ablehnt), nachdem Buhl zurückkehrte und servus-tv erwähnte die Pakistan-Flagge, verschwieg allerdings die Hilfe der Pakistanis beim Aufstieg.
Aber man sollte Kickls Systemwechselgerede auch nicht überschätzen und nicht überreagieren, man sollte sich nicht zu Überreaktionen provozieren lassen durch solche Wortwahl. Viel wichtiger ist es, die Themen zu erkennen, mit denen die FPÖ punktet, und geringfügig auch auf diese einzugehen, wenn auch mit eigenen Akzenten und mit eigenen Ansatz. Zuwanderung, Sicherheitsfrage, übertriebener Sozialstaat, all das sind Themen, bei denen die FPÖ nicht völlig unrecht hat, und die man ernst nehmen sollte.
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https://de.wikipedia.org/wiki/Dawa_Yangzum_Sherpa#/media/Datei:Dawa_Yangzum_Sherpa_3.jpg
Sherpani Dawa Yangzum, eine der wenigen Frauen, die alle 8000er bestiegen haben, so eine Art asiatische Gerlinde Kaltenbrunner
Zarah Leanders "Wunder"-Song mit Hitler-Sprechgestus: Wundergläubigkeit im zugrunde gehenden Nazideutschland des Jahres 1942, also ziemlich genau zeitgleich, als die Nazipropaganda den Nanga Parbat zum "Schicksalberg der Deutschen" erklärte.