Ein zweites Kinderbuch ist angedacht und das wird die Geschichte am Schluss:
Lieferschwierigkeiten bei Familie Storch
Finster, plötzlich finster, aber total ! Schwarz wie die schwärzeste Nacht: Kein Mondschein, keine Straßenlaterne irgendwo in der Ferne und sogar den Glühwürmchen war der Strom ausgegangen.
Stille, überall Stille, nur ein gelegentliches Seufzen war zu hören: Wahrscheinlich hatte sich jemand den kleinen Zehen an einem Möbelstück angeschlagen.
Es kam wie es kommen müsste, Sie verstehen: Pünktlichst nach 9 Monaten kamen die Babies und sie kamen in rauen Mengen. Alle die kleinen Katzen und Hunde und Rehe und Schmetterlinge und Regenwürmer wollten das Licht der Welt erblicken. Es war, ich gebe es zu, ein richtiger Stau in der Gebärklinik. Viele Tiermütter mussten ihre Babies zu Hause, im Auto und sogar im Lift zu Welt bringen.
Keine Sorge, alle Babies kamen gesund und munter zu Welt nur es gab ein weiteres Problem: Die Babies müssen ja via Storch und Co KG ausgeliefert werden.
Große Firmen stellen in so einem Fall neue Mitarbeiter ein, aber was sollte Familie Storch tun ? Da geht das nicht so einfach: Das konnte man einmal hin und her beklappern und nochmals beklappern, aber mehr wie Überstunden hatte man nicht als Lösung.
Familie Storch war nur zu dritt: Vater, Mutter und der jüngste Sohn. Alle anderen Storchenkinder hatten schon das elterliche Nest verlassen und eigene Speditionsunternehmungen auf der ganzen Welt gegründet.
Alles nochmals durchgeklappert, kam die Familie zu dem Schluss mit gewaltig vielen Überstunden müssten sich alle Lieferungen gut zustellen lassen. Gesagt, geseufzt und in die Klinik geflogen.
Die Tierbabies lagen schon abflugbereit in Reih und Glied in ihre Windeln gepackt und an der Windel der Adresszettel und Rückgabeschein: Sicher ist sicher.
Papa Storch nahm Baby 1 in Empfang, ein kleines Reh und machte sich auf zur Adresse der Familie Miau und Pfote, in der Kratzbaumstraße. Niemand zu Hause, oder anders formuliert „Empfänger nicht angetroffen“ Päckchen vor der Haustüre hinterlegt, allerdings nicht ohne dem Rehkind noch einen großen Schluck aus dem Fläschchen zu geben.
Auf zur nächsten Lieferung: 2 Schmetterlingsraupen wurden der Familie Regenwurm zugestellt.
Vater Storch kam das nicht geheuer vor und er flog umgehend zu Klinik zurück und wunderte sich, dass er Schmetterlingsraupen den Regenwürmern zustellen hatte müssen.
Die Sekretärin, eine Anfängerin in der Branche, sagte, alles sei in Ordnung – hmm !
Naja, dann gut weiter: Ein kleiner Maulwurf ziepte schon jämmerlich, er hatte Hunger, ergo schnellstens zu seiner Familie auf dem Adlerhorst. Vater Storch wunderte sich schon gar nicht mehr.
Eine Zustellung hatte er heute noch, er war schon ordentlich müde, dass er gar nicht so richtig hinterfragen konnte, ob das noch mit rechten Dingen zuging, er stellte einfach zu: Einen Kuckuck zu einer Familie Cocker Spaniel, die ohnehin schon eine quirlige Schar an Welpen hatte.
Ihr denkt jetzt sicher, das wäre ein ordentlicher Schlamassel, weit gefehlt.
Familie Miau wunderte sich zwar ein bisschen über die Langbeinigkeit des neuen Kätzchens, war aber so entzückt von den weißen Tupfen am Fell, dass sich Mama Miau auf Anhieb in ihr neues Kindchen verliebte: Es war auf alle Fälle ihr bisheriges Lieblingskind, auch wenn sie das niemals zugeben würde: Frau hat ja schließlich alle Kätzchen gleich zu behandeln. Das steht sogar in der Krallen- und Schnurrverfassung und wenn was im Gesetz steht, dann hat man das auch zu beachten und zu respektieren: Miau !
Nicht viel anders erging es bei Familie Regenwurm: Man besah sich die beiden Schmetterlingsraupen einmal von vorne und dann von hinten und dann zur Sicherheit nochmals von allen Seiten und war entzückt: Vater Regenwurm sprach weise und sagte, das sei die Evolution. Von nun an hätten sich die Regenwürmer ein Stück hochgearbeitet. Ihr könnte Euch gar nicht vorstellen, wie stolz er zum Stammtisch des örtlichen Regenwürmervereins ging, und von seinen wundervollen Kindern erzählte. Dabei wusste er ja noch gar nicht, was aus den Raupen einmal werden würde – ich glaube, er wäre geplatzt vor Stolz. So viel und so lange konnte er nicht erzählen bzw. bleiben, die Raupenkinder waren ordentlich gefräßig, er musste seiner Gattin beim Einkaufen helfen. Also ich sage das jetzt ganz frech: Ohne Auto wäre das nix gewesen und ohne sorgsames Abwägen der Sonderangebote auch nicht.
Ganz anders sah es bei Familie Adler im Horst aus. Selten war ein Nest so zusammengeräumt gewesen. Schon das Baby hatte einen unglaublichen Sinn für die im Nest verfügbare Bettwäsche, also Blätter und Zweige, die übliche Inneneinrichtung der Adler. Es wendete sie ständig, zuweilen türmte es sie auch auf, aber immer so, dass es für die stolzen Adlereltern nicht lästig geworden wäre. Ganz im Gegenteil: Der Horst wurde am Titelblatt der Zeitschrift schöner Wohnen abgedruckt. Außerdem war das Maulwurfkinderl sehr genügsam: Ein paar Insekten am Rand des Nestes und es hatte ein dickes Bäuchlein und es schnarchte wohlig ganz unten, unter den Blätterkissen.
Und die Moral von der Geschicht
Manchmal schadet ein Irrtum nicht
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Augen der Großstadt (nach Tucholsky)
... vorbei verweht nie wieder ...
Va, pensiero, sull’ali dorate;
Va, ti posa sui clivi, sui colli,
Ove olezzano tepide e molli
L'aure dolci del suolo natal!
Flieg, Gedanke, auf goldenen Schwingen,
lass dich nieder auf jenen Hängen und Hügeln,
wo sanft und mild der wonnige Hauch
der Heimaterde duftet!
Viel Freude und kommt noch gut durch die heißen Tage !