Die Idee, den damaligen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache mit verdeckten Aufnahmen hinters Licht zu führen, kam H. nach eigenen Angaben gemeinsam mit dem Anwalt Ramin M. im Sommer 2016.

„Die Leute stellen sich ohnehin alles weit professioneller vor, als es tatsächlich war“, sagte H. Er habe niemanden angeheuert und bezahlt. „Ich habe ein paar Bekannte, die mir Gefallen schuldig waren oder die ich für vertrauenswürdig hielt, gefragt – unter anderem die vermeintliche Oligarchennichte –, ob sie mir behilflich wären.“

„Das Video wurde nicht verkauft“, versicherte H. Man habe ihm nach der Veröffentlichung „zwei, drei Millionen“ angeboten, „wenn ich mich öffentlich bekennen und die SPÖ oder (STRABAG-Gründer und NEOS-Förderer Hans Peter, Anm.) Haselsteiner belasten würde. Es gab Medien, die mich bedrängt haben.“

https://orf.at/stories/3199098/

Ein kleiner halbseidener Detektiv und ein schmieriger Anwalt sollen also den großen Ibiza-Plan selbst ausgeheckt haben?

Für viele sind die Produzenten des Ibiza-Videos natürlich große Helden, welche die österreichische Demokratie vor den bösen Rechtspopulisten gerettet hätten. Die größte Heldenrolle im Video spielte jedoch ein bekannter österreichischer Unternehmer, den der Schurke Strache ausboten wollte. Böse Medien hätten den Macher des Ibiza-Videos erfolglos mit "zwei, drei Millionen" bedrängt, sodass er Verrat am Helden des Ibiza-Videos üben sollte. Der angeblich unbestechliche Video-Produzent wirkt auf mich ähnlich unecht wie die "russische Oligarchin" oder wie der angebliche "Dirty Campaigning-Guru" Tal Silberstein.

Tal Silberstein hatte seine großen Momente ausschließlich in österreichen Wahlkämpfen, obwohl er kein Wort Deutsch sprach. Zum ersten Mal tauchte er 2015 bei den NEOS auf, wo er angeblich "gratis" (wie später der Ibiza-Detektiv) tätig wurde. Nicht einmal ein englischer Wikipedia-Beitrag existiert über den nur in Österreich weltberühmten Israeli, den Haselsteiner seinen NEOS vermittelt hatte. Das Silberstein-Engagement erinnerte mich nachträglich an die italienische P2-Loge, deren Hauptzweck es war, als Sündenbock für schräge Machenschaften der italienischen Politik zu dienen.

Genauso ist es zu bezweifeln, ob der kleine halbseidene Detektiv und ein verkokster Anwalt genügend Unternehmergeist gehabt hätten, um die Ibiza-Inszenierung selbst anzuleiern. Wie die "russische Oligarchin" oder der "israelische Dirty Campaigner" spielten sie wohl selbst nur untergeordnete Rollen und der wahre Regisseur war vermutlich ein anderer.

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