Wer schwer an Covid-19 erkrankt, muss häufig lange künstlich beatmet werden oder ist sogar zeitweilig auf eine Herz-Lungen-Maschine angewiesen. Forscher haben nun einen Grund dafür gefunden, warum das Coronavirus Sars-CoV-2 die Lunge im Vergleich zu anderen Viren besonders schwer schädigt. Durch Obduktionen, Zellanalysen und Laborexperimente fanden sie heraus, dass Sars-CoV-2 die Fresszellen des Immunsystems so umprogrammiert, dass sie eine Vernarbung des Lungengewebes fördern – ähnlich wie bei einer schweren Form der Lungenfibrose. Doch Untersuchungen Überlebender zeigen: Die Schäden sind zum Teil reparabel.

Vernarbt das Lungengewebe bei infizierten Kindern, kann es ein Leben lang unter einer verminderten Lungenkapazität leiden.

Etwa fünf Prozent der Menschen, die sich mit Sars-CoV-2 infizieren, entwickeln ein akutes Atemnotsyndrom (Acute Respiratory Distress Syndrom, ARDS), bei dem ihre Lunge nicht mehr in der Lage ist, genug Sauerstoff aus der Luft aufzunehmen. Diese Patienten müssen oft über viele Tage hinweg künstlich beatmet oder an eine Herz-Lungen-Maschine (ECMO) angeschlossen werden. Doch selbst bei optimaler intensivmedizinischer Behandlung überlebt von den Patienten mit schwerem Covid-19-Verlauf nur ungefähr jeder zweite.

„Bei fast allen Betroffenen haben wir enorme Schäden entdeckt: Die Lungenbläschen waren weitgehend zerstört, die Wände deutlich verdickt. Außerdem fanden wir ausgeprägte Ablagerungen von Kollagen, welches ein Hauptbestandteil von Narbengewebe ist. All dies ist charakteristisch für eine schwere Fibrose“

„Bei Covid-19 entwickelt sich ein Lungenversagen typischerweise erst in der zweiten oder dritten Woche nach Symptombeginn, wenn die Viruslast eigentlich schon wieder sinkt“, erklärt Wendischs Kollege Leif Erik Sander. „Das weist darauf hin, dass nicht die unkontrollierte Virusvermehrung zum Versagen der Lunge führt, sondern nachgeschaltete Reaktionen, beispielsweise des Immunsystems, eine Rolle spielen.“

Den Begriff der Lungenfibrose kennen die Älteren von uns noch im Zusammenhang mit der Staublunge. Eine Behandlung der Covid-bedingten Lungenfibrose liegt vor allem in der Hemmung des Makorphagen, einem Teil des Immunsystems. Die Immunsuppression ist auf den Intensivstationen Standardbehandlung; ein gutes Immunsystem ist also oft nicht Schutz vor Covid sondern gar nachträglich.

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/129571/COVID-19-Virus-induzierte-Lungenfibrose-erklaert-lange-Beatmungszeiten

https://www.mdc-berlin.de/de/news/press/warum-covid-19-kranke-lange-beatmet-werden-muessen

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