Dies ist mein erster Blogeintrag auf fischundfleisch und ich möchte ihn gleich mit einem politischen Aufruf starten, den wir von der erdbeerwoche heute gestartet haben.

Davor aber noch ein kleines Ratespiel:

Wie hoch glaubst du ist die Umsatzsteuer auf Lebensmittel?

Richtig, 10%

Und auf Bücher?

Genau - auch 10%

Auf Zirkusvorführungen?

3x darfst du raten... Auch 10%

Und auf Monatshygieneartikel?

Leider daneben. Sie liegt bei 20%!

Warum das so ist? Präsident Obama formulierte es kürzlich in einem Interview so: “I have to tell you, I have no idea why states would tax tampons and pads as luxury items. I suspect it’s because men were making the laws when those taxes were passed."

Hier ein paar Hintergrundinfos zum Thema:

Eine Frau verbraucht im Laufe ihres Lebens zwischen 10.000 und 17.000 Tampons bzw. Binden. Das verursacht nicht nur einen enormen Müllberg, sondern reißt auch ein großes Loch in die weibliche Brieftasche. Ob es Frau nun passt oder nicht: Sie gibt insgesamt zwischen €2.500,- und €4.500,- für ihre Monatsblutung aus. Rechnet man die Kosten, die Frauen außerdem für Verhütung und Schmerzmittel gegen Regelschmerzen zu tragen haben, dazu, kommt man auf unglaubliche €5.000,- bis €8.000,-. Für uns von der erdbeerwoche ist das Grund genug, eine Entlastung von Frauen auf diesem Gebiet zu fordern, denn obwohl Monatshygieneprodukte zu Gütern des täglichen Bedarf gehören, werden sie in Österreich nicht wie Lebensmittel mit 10%, sondern mit 20% besteuert. Ist doch bescheuert, oder?

Wir fordern daher – stellvertretend für alle menstruierenden Frauen in Österreich eine Herabsetzung der „Tamponsteuer“!

In einem offenen Brief haben wir uns bereits an den österreichischen Finanzminister Hans-Jorg Schelling gewandt: „Österreich muss endlich mit Ländern wie Frankreich, Spanien oder Großbritannien, wo die Steuer auf Monatshygieneartikel nur zwischen 5 und 10% beträgt, gleichziehen. Wir fordern daher die österreichische Regierung auf, Tampons und Binden endlich fair zu besteuern und Frauen somit eine echte monatliche Entlastung zu ermöglichen. Insbesondere nachhaltige Produkte wie Biotampons oder -binden sollten steuerlich begünstigt werden, da diese nicht nur gesundheitliche, sondern auch ökologische Vorteile mit sich bringen, die wiederum dem Staat zu Gute kommen.“

Mittlerweile hat die Debatte über die sogenannte „Tamponsteuer“, die in Wahrheit natürlich sämtliche Monatshygieneartikel wie auch Binden oder Slipeinlagen betrifft, bereits mehrere Länder erfasst. Jüngstes Vorzeigebeispiel ist Frankreich, das erst im Dezember 2015 diese Steuer von 20 auf 5,5% herab setzte. Aber auch Präsident Obama wurde vor Kurzem von einer Youtuberin auf das Thema aufmerksam gemacht. In einem Interview gestand er, dass er sich nicht bewusst gewesen sei, dass Tampons in den USA derselben Steuerklasse wie Luxusgüter unterliegen. Länder wie Kanada, Irland oder Kenia haben die Steuer auf Tampons und Binden übrigens bereits zur Gänze abgeschafft.

Mehr Infos zu diesem Thema findest du hier.

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Claudia Goepel

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