Die Europaabgeordnete beschreibt diese Aufgaben in ihrem Brief wie folgt: "Zur Parteiarbeit gehören das Durchführen von Infoständen, Mitglieder werben, Mitglieder aufnehmen, Mitglieder verleumden, Mitglieder bespitzeln, Plakate aufhängen, und natürlich bei allen Parteitagen immer für Ansgar Schledde und sein Netzwerk zu stimmen."
Die AfD-Europaabgeordnete Anja Arndt wirft dem niedersächsischen Landesverband ihrer Partei massive Korruption vor. Kern der Vorwürfe ist ein System, bei dem Bundestagsabgeordnete aus Niedersachsen 35 Prozent ihres Mitarbeiterbudgets nicht für Mitarbeiter, sondern für Parteizwecke abgeben müssen. Diese Gelder fließen demnach in ein parteiinternes Netzwerk und werden somit als öffentliche Mittel zweckentfremdet. Arndt stützt sich dabei auf parteiinterne Quellen, darunter Zeugenberichte und eidesstattliche Erklärungen ehemaliger Funktionsträger. Der Landesvorsitzende Ansgar Schledde soll darüber entscheiden, wer eingestellt wird und welche Parteiarbeit während der Arbeitszeit erledigt wird – ein klarer Verstoß gegen die Trennung von Partei- und Mandatsträgeraufgaben und Betrug am Steuerzahler. Die beschuldigten Abgeordneten bestreiten die Vorwürfe, doch die internen Enthüllungen deuten auf ein organisiertes Vorgehen hin, das Steuergelder für illegale Parteizwecke nutzt.