Im Moment ist die Metoo-Debatte ganz groß in Mode. Man kann mit dieser Empörungswelle schwimmen. Schließlich ist das ja Mainstream. Aber man kann sich diese Metoo Bewegung auch mal in Ruhe anschauen und differenziert betrachten. Ist die Bewegung nun gut oder schlecht für uns Frauen? Ich denke beides.

Warum kann ich dieser Bewegung nicht gänzlich zustimmen. Und warum finde ich diese Bewegung auch schlecht für uns Frauen? Das will ich jetzt mal aus Frauensicht erläutern.

Ich finde diese Bewegung furchtbar, weil in meinen Augen, sämtlich Frauen zu Opfern gestempelt werden. Frauen scheinen nicht stark genug zu sein, sich selbst zu wehren, deshalb können sie ja nur Opfer sein. Die Männer sind Schuld daran, dass wir Opfer sind.

Erst durch diese Opferrolle, in die wir gedrängt werden, werden wir doch zu schwachen Menschen gemacht. Frauen sind nicht schwach. Frauen können sich sehr wohl auch durchsetzen. Frauen sind Männern ebenbürtig. Ich selbst habe mich noch nie „kleiner“ als ein Mann gefühlt. Obwohl ich körperlich klein bin. Aber ich habe ja auch eine innere Größe. Anstatt, dass man versucht, die Frauen selbstbewusst und stark zu machen, werden sie durch diese Kampagne zu hilflosen Wesen degradiert.

Es heißt, dass fast jede Frau sexuelle Belästigung erfahren hat. Ja, das mag stimmen, aber bei vielen ist es schon lange her. Und unsere Männer haben sich in der Zwischenzeit auch verändert. Was in den siebzigern noch als normal galt, das ist heute bei vielen Männern nicht mehr zu finden. Es hat sich viel verändert, auch dank der Frauenbewegung der siebziger und achtziger Jahren, werden Frauen heute anders behandelt.

Auch ich kann Metoo schreiben. Auch ich wurde in meiner Teenagerzeit Opfer von sexueller Belästigung. Als 15 jähriges Lehrmädchen wurde ich von meinem damaligen Chef auf der Firmentoilette massiv sexuell belästigt. Der kam einfach zu mir in die Toilette, entblößte sich und wollte, das ich ihn da anfasse. Das habe ich aber nicht gewollt und es auch so gesagt. Er war zwar mein Chef, aber das solche „Arbeit“ nicht in meinem Lehrvertrag stand, wusste ich auch mit 15 schon. Er hat auch nicht darauf bestanden. Ich hätte geschrien wie am Spieß wenn er mich körperlich bedrängt hätte. Aber ich musste zusehen, wie er sich selbst befriedigte. Auf gut deutsch, er hat vor meinen Augen ins Waschbecken gewichst.

Ich habe mir dann viele Fragen gestellt. Warum tut ein Mann so etwas? Mein Chef war damals fast 60 Jahre alt und war immer noch seinem Sexualtrieb so ausgeliefert. Also ich habe mich da nicht als Opfer gefühlt. Ich habe mich sogar für meinen Chef geschämt. Er tat mir sogar leid, weshalb ich das auch bis heute niemanden erzählt habe, ich wollte nicht, dass er deswegen Scherereien bekommt. Das passierte noch zweimal, dann habe ich mir eine Taktik überlegt, wie ich aus dieser, für mich unangenehmen Situation, kommen konnte. Eigentlich war es ganz einfach, ich ging nur noch zur Toilette, wenn mein Chef im Kundengespräch war, da konnte er mir schließlich nicht mehr folgen.

Es ist mir in dieser Zeit noch viel mehr passiert, dreimal konnte ich einer Vergewaltigung entgehen. Es war halt eine raue Zeit damals Anfang der siebzigern. Männer waren damals noch anders. Nein, hieß da auch noch nicht immer nein. Die jungen Männer sahen es als ihr Recht an, sich das zu nehmen was sie wollten. Auch das ich damals ein Stadtkind war spielte wahrscheinlich auch eine Rolle. Auf dem Land war das bestimmt anders.

Niemand machte sich viele Gedanken, wenn man trampte. Das war halt damals so angesagt. Einmal stieg ich in ein Auto, aber der Fahrer fuhr plötzlich in den Wald. Da war nun guter Rat teuer. Diese Situation habe ich mit List gelöst. Im Wald weglaufen war ja auch nicht gerade toll, damals gab es keine Handys, wo man sich hätte Hilfe rufen können. Also machte ich ihm vor, dass ich ja auch an Sex interessiert wäre, aber ich wollte das lieber bei mir zu Hause. Er glaubte mir und fuhr mich wieder zurück in die Stadt, zu meiner angeblichen Wohnung. Bei der ersten roten Ampel sprang ich aus dem Auto und weg war ich. So dumm wie der geguckt hat, das vergesse ich nicht mehr.

Ein anderes Mal hat mich einer, mir körperlich sehr überlegen, versucht in einen Park zu schleifen, was ihm aber auch nicht gelang. Denn ich bekam einen Zaun zu fassen, mit dem ich so verschmolz, dass er mich nicht davon lösen konnte und da dieser Zaun an einer öffentlichen Straße war, hat er es dann entnervt aufgegeben.

Ein drittes mal war ich noch mehr in der Bredouille. Das war schon fast eine Vergewaltigung. Er hatte mir schon die Hose heruntergezogen und seinen Finger eingeführt. Da, es war eigentlich ein Reflex, habe habe mich in seinem Rücken festgebissen. Je mehr er mir unten weh tat, umso mehr gruben sich meine Zähne in seinen Rücken. Ich spürte schon sein Blut in meinem Mund. Und wenn er mich nicht losgelassen hätte, ich hätte ihm ein Stück Fleisch aus seinem Rücken gebissen.

Auch in diesen Situationen habe ich mich nie als Opfer gefühlt. Ich bin mir auch niemals völlig hilflos vorgekommen. Frauen müssen nicht zwangsläufig Opfer sein, nur weil sie körperlich schwächer sind. Auch Frauen können stark sein und sie können mit List arbeiten. Ich weigere mich, als schwaches Weibchen gesehen zu werden.

Dieses Frauenbild, dass durch diese Metoo- Debatte jetzt gezeichnet wird, ist deshalb auch nur die halbe Wahrheit.

Selbstverständlich gibt es auch Frauen, die sich nicht selbst wehren können. Denen sollte man auch unbedingt helfen.

Selbstverständlich muss man sich hinter Frauen stellen, die von Männern Gewalt erfahren. Das steht ohne Frage.

Keine Frau sollte sexuelle Belästigung einfach so über sich ergehen lassen müssen.

Vergewaltigung ist eine schlimme Straftat. Das geht überhaupt nicht. Das ist auch kein Kavaliersdelikt und das darf auch nicht unter den Teppich gekehrt werden.

Nein heißt nein. Da stehe ich voll dahinter.

Was aber die Frauenbewegung jetzt vollführt, verstehe ich nicht mehr. Letztens las ich dass es in der Bundeswehr sexuelle Übergriffe gab, von Vergewaltigung bis zur Kusshand, die ein Mann einer Frau zuwarf.

Die Vergewaltigung ist eine Straftat, die schärfstens verurteilt werden muss.

Aber wo ist den bitteschön eine Kusshand, die man einem anderen zu wirft eine sexuelle Belästigung?

Genauso, wie kann ein Blick eine sexuelle Belästigung sein?

Heute werden Männer ja schon an den Pranger gestellt, weil sie ein Kompliment gesagt haben. Wenn ein Mann sagt, dass die Frau schön aussieht ist das doch keine sexuelle Belästigung.

Ja, es gibt richtige sexuelle Belästigung, und da müssen wir auch hinschauen und das verurteilen. Aber wenn jetzt schon Kinkerlitzchen als sexuelle Belästigung gelten sollen, dann schadet das den Frauen viel mehr als es ihnen nützt.

Echte sexuelle Belästigung ja, die müssen an die Öffentlichkeit, die dürfen wir nicht tolerieren.

Nichtigkeiten die nur im Gehirn einiger Emanzen als sexuelle Belästigung bestehen, die gehören nicht zu diese Metoo-Debatte. Auch da müssen wir aufstehen und laut sagen: das geht so nicht!

Ein weiteres Thema was im Moment auch hohe Wellen schlägt sind sogenannte Herrenabende. Dürfen Männer Herrenabenden mit allem drum und dran veranstalten oder nicht?

Meine Ansicht nach ja, sie dürfen das. Wenn die Frauen, die sie dort bedienen das freiwillig machen, dann kann das doch niemand verbieten. Da sind erwachsene Menschen, die sich dazu verabreden. Und sagt jetzt hoffentlich niemand, das die Frauen, die dort als Hostessen hin geschickt wurden, nicht wussten was ihnen dort passieren würde. Das ist doch kein Geheimnis, je mehr man sich betatschen lasst, umso mehr Trinkgeld.

Wenn man erfährt, dass man auf einem Herrenabend bedienen soll, dann weiß man doch, dass es da Männer gibt, die ihre Finger nicht im Griff haben. Da werden die Hostessen vorher ja schon so eingekleidet, dass es den Herren gefällt. Warum diese Empörung dann? Keine der Hostessen wurde gezwungen auf dieser Party zu bedienen. Das ist keine sexuelle Belästigung, solange die Frauen freiwillig mitmachen.

Erst wenn eine Frau Nein, ich will das nicht sagt und der Mann doch weitermacht, dann ist es eine sexuelle Belästigung.

Wenn mir dieses Betatschen nicht gefällt, dann übernehme ich so einen Job nicht. Das ist genauso wie die Bardame, die kann doch auch nicht von sexueller Belästigung sprechen, wenn ein Mann ihr in den Ausschnitt schaut, oder die Table-Tänzerin, wenn sie ein Mann anfasst, weil er ihr einen Geldschein in den Slip steckt.

Irgendwie scheint die Welt völlig aus den Fugen zugeraten. Männer sind nun mal anders als Frauen und das ist doch auch gut so. Wie sollen den Männer und Frauen in Zukunft miteinander umgehen? Manchmal denke ich für manche Emanzen gibt es nur ein Ziel, die Männer müssen entweder schwul werden oder aussterben.

Eine Welt ohne Männer! Für mich keine Option. Ich komme sehr gut mit allen Männern klar. Ich fühle keine Unterlegenheit. Deshalb bin ich ihnen ja auch absolut ebenbürtig, und ich kann mit ihre kleine und großen Fehlern gut leben.

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