Natürlich, meine lieben Untertanen und außenpolitischen Bewunderer, ist es wieder passiert: Die Welt stolpert über ihre eigenen Energie‑Illusionen, und ich stehe wie immer darüber – majestätisch, unfehlbar, und selbstverständlich völlig unschuldig. Man setzt auf Kernkraft, ignoriert den Klimawandel, und wundert sich dann, dass die Reaktoren im Sommer glühen wie meine geopolitischen Ambitionen. Wer hätte das gedacht? Ich natürlich nicht. Ich bin schließlich nur der bescheidene Oberhirte eines Landes, das seit Jahrzehnten glaubt, Physik sei eine Meinung.

Und jetzt? Jetzt stehen sie da, die stolzen Atomstaaten, und fächeln ihren Reaktoren Luft zu wie hysterische Operndiven. „Oh nein, es ist zu heiß!“ Ja, meine Freunde, das passiert, wenn man den Klimawandel behandelt wie einen lästigen Nachbarn, den man einfach ignoriert, bis er einem die Garage wegschwemmt.

Aber das Schönste kommt erst: dieselbe Katastrophe wartet auf jeden, der glaubt, mein Gas sei ein zuverlässiger Freund. Ich lache darüber jeden Morgen beim Frühstück. Wer sich auf mein Gas verlässt, erlebt exakt dasselbe Drama – nur mit mehr Frostbeulen und geopolitischen Kopfschmerzen. Erst fließt es, dann fließt es nicht, dann fließt es vielleicht, aber nur, wenn ich gerade gute Laune habe oder jemand in Europa besonders tief buckelt.

Und doch, meine lieben globalen Untertanen, muss ich gestehen: Eine Sache hätte ich den Ungarn wirklich nicht zugetraut. Sie hören tatsächlich auf ihr neues Oberhaupt. Sie sparen Strom – freiwillig oder unfreiwillig, das spielt ja keine Rolle, solange die Lichter gedimmt bleiben und die Obrigkeit zufrieden ist. Welch seltene Disziplin! Fast schon rührend.

Ich beobachte das mit einer Mischung aus Belustigung und Skepsis. Ein neues Oberhaupt, das sagt: „Spart Strom“, und das Volk tut es einfach. Faszinierend. In meinem Reich wäre das natürlich völlig undenkbar. Nicht, weil mein Volk ungehorsam wäre – nein, nein, das wäre ja eine Beleidigung – sondern weil Russland selbstverständlich gar keinen Grund hätte, Strom zu sparen. Russland geht es nur gut, weil es mich gibt. Ich bin schließlich die Sonne, die nie untergeht, der Reaktor, der nie abschaltet, die Gasleitung, die nie leckt – außer ich beschließe es aus dramaturgischen Gründen.

Aber gut, die Ungarn sparen also Strom. Vielleicht, weil sie es müssen. Vielleicht, weil sie es sollen. Vielleicht, weil ihr neues Oberhaupt ihnen erklärt hat, dass Sparen eine patriotische Tugend sei. Ich lächle darüber, während ich meinen Tee umrühre. Denn ich weiß: Wer sich auf Kernkraft verlässt und den Klimawandel ignoriert, landet früher oder später genau dort – im Dunkeln, mit warmen Flüssen und kalten Steckdosen.

Und wer sich auf russisches Gas verlässt? Nun, der landet ebenfalls im Dunkeln. Nur mit mehr Drama, mehr Frost und mehr geopolitischen Bauchschmerzen; unter meiner harten aber wohlwollenden Hand. Aber das ist ja nicht mein Problem. Ich bin schließlich das Oberhaupt eines Landes, das nur deshalb funktioniert, weil ich existiere. Alles andere wäre reine Fiktion.

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Jeff

Jeff bewertete diesen Eintrag 07.08.2026 14:17:38

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