Warum der Sprit in Frankreich billiger ist.

Während sich die Bürger in Deutschland seit Jahren von Rekordpreisen an den Zapfsäulen melken lassen und der Staat jede Entlastung reflexartig als unfinanzierbar abwinkt, zeigt der Blick über die Grenze nach Frankreich, wie es anders laufen könnte – mit harten Bandagen. Wenn dort der Sprit billiger wird, liegt das nicht an der allzu großen Nächstenliebe der Konzerne, sondern an massivem staatlichen Druck.

Großkonzerne wie TotalEnergies erzielen in Krisenzeiten astronomische Milliardengewinne, gespeist aus lukrativen Raffineriemargen. Wenn in Frankreich die Stimmung wegen explodierender Lebenshaltungskosten zu kippen droht, fackelt die Politik nicht lange: Statt darauf zu vertrauen, dass Steuersenkungen beim Verbraucher ankommen, zwingt der Staat die Konzerne direkt in die Knie. Durch politischen Druck und die Drohung mit Sonderabgaben oder strikten Margenüberprüfungen werden die Platzhirsche zu Preisnachlässen und Tankrabatten verdonnert. Die Konzerne müssen einen Teil ihrer obszönen Profite direkt an der Zapfsäule abgeben, um den sozialen Frieden im Land nicht vollends zu gefährden.

In Deutschland hingegen läuft das Spiel genau umgekehrt – zum Vorteil der Multis und zulasten der Steuerzahler. Jede staatliche Steuersenkung oder temporäre Entlastung verpufft dort regelmäßig im System, weil die Mineralölkonzerne sie schlicht und ergreifend als Extra-Marge einstreichen. Die Gewinne fließen in die Bilanzen der Konzerne, während der Staat sehenden Auges zuschaut, wie seine Entlastungspakete von der Öllobby aufgesaugt werden. Solange hierzulande die Politik vor den Konzernen kuscht, statt echten Druck auszuüben, bleibt der deutsche Autofahrer der Zahlmeister einer schamlosen Übergewinn-Maschinerie.

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