Jeder Mensch kann sich über die Zusammensetzung der Spritpreise informieren – zumindest theoretisch. Praktisch scheitert es bei manchen schon daran, dass sie glauben, der Staat „verdient sich dumm und dämlich“, obwohl die festen Abgaben seit Jahren unverändert sind. Energiesteuer, CO₂‑Preis, Erdölbevorratungsabgabe: alles fix.
Wenn der Preis steigt, kassiert der Staat nur die 19 % MwSt auf den höheren Endpreis. Das ist Dreisatz, kein Hexenwerk.
Die Mineralölkonzerne dagegen haben ihre Gewinne im Vergleich zum Vorjahr massiv gesteigert. Wer trotzdem auf die Regierung schimpft, zeigt vor allem eins: dass er die Preisbestandteile nicht verstanden hat.
Also rechnen wir das einmal korrekt durch – damit die Diskussion wenigstens auf dem Niveau der Grundschule stattfindet.
Die festen staatlichen Abgaben auf Superbenzin liegen bei rund 81 ct/L. Auf den gesamten Endpreis kommen zusätzlich 19 % Mehrwertsteuer.
Januarpreis:
Super kostete im Januar etwa 1,70 €/L.
Davon entfallen:
0,81 € feste Abgaben
0,323 € MwSt
1,133 € Staat gesamt
0,567 € Konzernanteil (Raffinerie, Logistik, Tankstelle)
Der Nettopreis – also der Preis ohne Steuern – lag damit bei rund 0,57 €.
Heute:
Der Preis liegt aktuell bei etwa 2,60 €/L.
0,81 € feste Abgaben
0,494 € MwSt
1,304 € Staat gesamt
1,296 € Konzernanteil
Der Nettopreis liegt heute also bei rund 1,30 €.
Preissteigerung:
Die Differenz zwischen Januar und heute beträgt 90 ct.
Davon entfallen:
+17 ct auf den Staat (ausschließlich MwSt)
+73 ct auf Mineralölkonzerne, Raffinerien, Logistik und Tankstellen
Damit haben sich die Einnahmen der Mineralölwirtschaft pro Liter seit Januar mehr als verdoppelt, während die Einnahmen des Staates nur moderat gestiegen sind – von rund 1,13 € auf 1,30 € pro Liter.
Die Rohölpreise stiegen von Januar bis September 2026 um etwa 75 %, die Preise an deutschen Tankstellen jedoch um rund 125 %. Das zeigt deutlich, dass der größte Teil der Preissteigerung nicht durch staatliche Abgaben verursacht wird, sondern durch die Preisgestaltung der Mineralölwirtschaft.
Mehr muss man eigentlich nicht sagen, um die Märchen der fossilen Lobby zu entlarven – es reicht einfache Prozentrechnung.