Laut Verordnung der Wiener Landesregierung zum Gesetz zur Bedarfsorientierten Mindestsicherung 2017 beträgt diese 844 Euro monatlich.

Das Gehalt für viele Lehrlinge beträgt im ersten Lehrjahr 800 Euro, im zweiten Lehrjahr 1065 Euro.

Mit Verlaub: aus Sicht des Leistungsanreizes ist dieses Verhältnis nicht besonders günstig.

Wer arbeitet um 805 Euro, wenn er durch den Sozialstaat 844 bekommen kann ?

Leute, die die langfristige Perspektive haben und auf das dritte Lehrjahr schauen, in dem es mit etwas mehr als 1400 Euro schon mehr gibt ?

Leute, die so sehr unter sozialem und/oder familiären Druck stehen, dass sie arbeiten müssen ?

D. Knoflach

Aus der Werbebroschüre eines Wiener Lebensmittelhandelskonzerns.

Das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens als Alternative dazu wäre ein zusätzliches Einkommen: man erhält es ohne Bedürftigkeitsprüfung.

Die Einkommen Aller werden um einen gewissen Betrag erhöht.

Allerdings hat das BGE nicht dieselbe Zielgenauigkeit wie eine bedarfsorientierte Mindestsicherung. Bei der bedarfsorientierten Mindestsicherung wird jedes Einkommen (zumindest für jeden und jede, die sich meldet) erhöht auf den Mindestsicherungsbetrag.

Generell kommen die sehr niedrigen Lehrlingsgehälter oder -entschädigungen aus einer Zeit, in der das Senioritätsprinzip mehr Gewicht hatte, nach dem man automatisch mehr verdient, weil man älter ist.

Auch die regelmässigen Biennalsprünge (Gehaltserhöhung alle zwei Jahre) gehörten dazu.

Aber die technologische Revolution hat Vieles umgedreht: junge Leute können mit neuen Technologien besser im Durchschnitt umgehen, was dem Senioritätsprinzip bis zu einem gewissen Grad den Boden unter den Füssen weggezogen hat.

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Dieter Knoflach

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