Über den sogenannten "Österreich-Aufschlag", also die Tatsache, dass Lebensmittel oder sonstige Güter des alltäglichen Gebrauchs in Österreich seit vielen Jahrzehnten ca. 20% mehr kosten als im benachbarten Ausland, wurde in den letzten Jahren und Jahrzehnten viel berichtet, und das Thema findet sich auch im aktuellen Regierungsprogramm wieder.
Als Programmpunkt "Einsatz auf europäischer Ebene für die Beseitigung ungerechtfertigter territorialer Lieferbeschränkungen innerhalb des Binnenmarkts in der Freiheit der Auswahl des Liefergebiets"
Soll heissen ? Ein Vertreter der österreichischen Bundesregierung sagt einmal z.B. in einer EU-Ministersitzung "Der Österreich-Aufschlag durch die territorialen Lieferbeschränkungen gefällt uns nicht", und das war´s ?
Wobei zahlreiche Thesen und Theorien über das Entstehen des "Österreich-Aufschlags" noch gar nicht einmal erwogen bzw. publiziert wurden:
z.B. die, dass Österreich mehr für Lebensmittel zahlen müssen könnte, weil es einen NATO-Schutzschirm und einen militärischen EU-Schutzschirm als "free rider" (so Obama) verwendet, und daher mit niedrigen oder sehr niedrigen Verteidigungsausgaben durchkommt.
Der Hintergrund dieses Publikationsmangels könnte systemischer Mangel sein.
Des Weiteren wirft die Nichtpublikation zahlreicher Theorien erneut die Frage auf, inwieweit österreichische Medien, insbesondere marktanteilsstarke österreichische Medien politikabhängig oder parteienabhängig sein könnten.
Es stellt sich die Frage, ob es sich beim sogenannten "Österreich-Aufschlag" um eine "gerechtfertigte Diskriminierung" (in der VfGH-Terminologie) handeln könnte, also, ob Österreich mehr für Lebensmittel (insbesondere an deutsche Konzerne) bezahlen muss, weil es wegen NATO- und EU-Schutzschirm weniger Verteidigungsausgaben hat bzw. haben kann.