Anläßlich des Christchurch-Vorfalls schwirren wieder einmal die herkömmlichen Theorien, Schuldzuweisungen durch die Gegend: es sei der Rassismus, es sei die Islamophobie, es sei die rechtsextreme Hassrede schuld an dieser Tötung von 49 Personen in Moscheen in Christchurch.

Die andere Sicht wäre:

Zum Mittel des Terrors greifen eher die, die keine parlamentarische Vertretung haben, die nicht durch Parteien moderiert und gemäßigt werden, die keine Chancen haben oder sehen, dass ihre Anliegen auf herkömmlichem, demokratisch-parlamentarischen Weg jemals politische Relevanz haben werden.

So gesehen ist eher die Dominanz der politischen Korrektheit, die jede Kritik am Islam als "islamophob" und damit psychopathisch abtut, schuld am Terror. Der Christchurch-Täter hat nach derzeitigem Kenntnisstand aussschliesslich Moscheen als Ziel gewählt oder geplant, aber keinen Anschlag auf nicht-islamische Araber oder nicht-islamische Afrikaner. So gesehen ist es natürlich kein rechtsradikaler Rassismus, wie viele Medien behaupten, sondern Islam-Kritik. Und da der Koran, die zenrale Schrift des Islam ca. 200 Stellen enthält, die zu Gewalt gegen "Ungläubige" (Nicht-Muslime) aufrufen, ist Islamkritik durchaus berechtigt, wenn auch eine dermassen gewalttätige Form vielleicht kontraproduktiv wirken kann.

Der Täter kommt aus Australien, wo eine Art Mehrheitswahlrecht gilt: alle 150 Parlamentsmandate werden über Einer-Wahlkreise nach dem Instant-Runoff-Voting-System vergeben.

Dieses System führt zur Unterrepräsentierung von Kleinparteien und macht es neuen Parteien schwer, den Durchbruch zu schaffen.

Die Grünen (also die herkömmlichen Grünen) erreichten bei der australischen Parlamentswahl 2013 8.65% der Stimmen und nur ein einziges der 150 Mandate, was 0.67% der Mandate entspricht.

Mit einem Konzept eines islamkritischen, ökologisch-orientierten Programms hätte bzw. hat der Christchurch-Täter oder jemand, der so ähnlich tickt, so gesehen Chancen auf Parlamentseinzug von in etwa Nullkommanull gehabt.

Die Hoffnungslosigkeit, auf normal-demokratischem Wege seine politischen Ziele anzustreben, könnte ihm radikalisiert und zum Terror gebracht haben.

So gesehen ist der Christchurch-Terror möglicherweise ein Resultat eines defekten australischen Wahlsystems.

<Satire on>

Aber wir glauben ja so sehr an die Perfektion der Demokratie und erlauben uns nicht, uns vorzustellen, dass die Mängel der Demokratie Terror verursachen könnten und schieben lieber alles auf einen Sündenbock.

Wir sind ja so modern.

<Satire off>

https://de.wikipedia.org/wiki/Parlamentswahl_in_Australien_2013

https://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_auf_zwei_Moscheen_in_Christchurch

CC / William Holman Hunt https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCndenbock#/media/File:William_Holman_Hunt_-_The_Scapegoat.jpg

Sündenböcke töten, um von den wirklichen Problem abzulenken, ist eine uralte, seit Jahrtausenden praktizierte Technik (Bild: Scapegoat/Sündenbock: William Holman Hunt)

Auch um die Frage, ob es sich um Rechtsextremismus oder Linksextremismus handle, ist ein Streit ausgebrochen:

in seinem Manifest soll sich der Täter auf Oswald Mosley berufen, der sich nach einer Mitgliedschaft bei Konservativen, später Labour die New Party und später die British Union of Fascists gründete.

Der Sohn von Mosley ist der frühere Rennfahrer und spätere Formel-1-Spitzenfunktionär Max Mosley.

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Dieter Knoflach

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