Ein Song, der berührt und unser Zeitgefühl wiedergibt. Zumindest das unserer Jugend. Als Vater einer 16-jährigen Tochter weiß ich selbst ein Lied davon zu singen: Von dem Perfektionswahn, dem Schönheitskult und Jugendkult unserer Zeit.

Umso mehr hat mich dieser Song, gestern vorgetragen in Ina Müllers Sendung berührt. Vorgetragen von einem jungen, attraktiven, blonden Mädchen.

Hier seht ihr den Text:

http://genius.com/Lina-maly-schon-genug-lyrics

Ein Text, der auf den Punkt trifft. Uns zum Nachdenken anregt. In der Jugend geht es um Schönheit. Später nicht mehr so sehr. Außer für diejenigen, die in Film und Fernsehen arbeiten oder als Bühnenstar. Doch später sind wir weiter perfektionistisch. Nie zufrieden mit uns, mit dem, was wir leisten, erreichen. Wir vergleichen uns immer mit denen, die mehr sind als wir. Sind oft unzufrieden. Wollen mehr. Auch, weil die Anerkennung fehlt.

Warum fehlt die Anerkennung?

Weil auch die anderen Menschen nur damit beschäftigt sind, noch schöner, perfekter, besser, toller zu sein. Wir haben Scheuklappen vor den Augen. Sind blind. Wie die junge Sängerin im Refrain singt. Wir sehen nie, was wir haben, sondern streben nach mehr. In Maßen ist dies gesund. Es treibt uns an. Wir arbeiten, geben alles. Aber wir bringen uns auch oft um den Lohn. Oder sind es die anderen? Die, die nie zufrieden mit uns sind? Es scheint so. Wir arbeiten für die anderen. Damit diese uns schön und perfekft finden. Dann können wir vielleicht zufrieden sein und werden mit uns. Doch wann geschieht das? Vielleicht nie.

Schön ist, wer mit sich im Reinen ist

Es gibt sie aber, die Menschen, die bewundert und geliebt werden. Die, die scheinbar perfekt sind. Doch sind sie dies selten. Sie haben oft Macken und Fehler. Doch finden wir diese an ihnen liebenswert. Warum? Weil diese Menschen im Reinen mit sich sind und sich selbst schön und perfekt genug finden. Danach streben wir eigentlich. Nach diesem Gefühl. Dies ist uns abhanden gekommen. Vielleicht von einer kritischen Erziehung. Aber oft auch von einer oberflächlichen Gesellschaft. So ist es wohl bei meiner Tochter der Fall. Die sich beeinflusst von den Medien wie Instagram und Pinterest nicht schön genug fühlt. Nicht so schön wie die inszenierten Stars, die oft nach ein paar Jahren Depressionen bekommen. Weil sie zwar schön sind, aber ihr Leben öde und schal.

In diesem Sinne, lasst uns anfangen, uns schön genug zu fühlen!

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Claudia Goepel

Claudia Goepel bewertete diesen Eintrag 23.07.2016 03:21:35

fischundfleisch

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G. Szekatsch

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Echtjetzt

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