Berlins Baumpolitik ist gescheitert.

Die Berliner Baumpolitik wirkt inzwischen wie ein schlecht gelaunter Running Gag: Jedes Jahr verschwinden rund 6000 Stadtbäume, während nur etwa 3000 neue nachrücken dürfen – ein botanisches Hungerregime, das selbst Kakteen beleidigen würde. Und nein, nicht jeder dieser Bäume ist krank, morsch oder akut lebensgefährlich. Viele stehen einfach im Weg. Im Weg von Straßen, die offenbar so dringend verbreitert werden müssen, dass man meinen könnte, Berlin bereite sich auf die Landung intergalaktischer SUV‑Mutterschiffe vor.

Während die Fahrbahnen wachsen wie Hefeteig, werden Rad- und Fußwege zusammengequetscht, verschwenkt, amputiert oder gleich komplett entfernt. Die Botschaft ist klar: Wer zu Fuß geht oder radelt, soll das bitte als sportliche Extremerfahrung begreifen. Gleichzeitig zeigen Metropolen wie Paris und Amsterdam, wie man es besser macht: mehr Grün, mehr Schatten, mehr Platz für Menschen statt Blech. Dort entstehen neue Alleen, Parks, autofreie Zonen – während Berlin sich fragt, wie man noch ein paar zusätzliche Autos in die ohnehin überfüllten Straßen pressen kann, ohne dass die Stadt endgültig wie ein überkochender Motorblock wirkt.

Dabei sind Bäume nicht nur dekoratives Beiwerk. Sie spenden Schatten, kühlen durch Verdunstung, filtern Luft und verhindern, dass sich die Stadt in eine gigantische Wärmewelle aus Asphalt und Stein verwandelt. Ohne Bäume heizen sich Fassaden auf, als wollten sie spontan zu Pizzaöfen umschulen. Wer im Sommer durch eine baumlose Berliner Straße läuft, weiß: Das ist keine Stadt, das ist ein Backblech.

Es ist daher wenig überraschend, dass die aktuelle CDU-geführte Stadtregierung in den vergangenen Jahren beim Thema Stadtgrün und nachhaltige Mobilität krachend versagt hat. Die Bilanz ist rückwärtsgewandt, ambitionslos und klimatisch ungefähr so zeitgemäß wie ein Dieselmotor im Wohnzimmer. Wie sich politische Mehrheiten künftig entwickeln, entscheidet sich selbstverständlich erst in den nächsten Wahlen, aber dass links-grün-rot angesichts dieser Fehlleistungen das rote Rathaus erobern werden, liegt nahe.

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