Die Geschichte wiederholt sich bekanntlich als Farce, doch der Kulturkampf der AfD gegen das Bauhaus hat eine historische Ahnenreihe, die jedem demokratisch gesinnten Menschen das Blut in den Adern gefrieren lassen sollte. Wenn rechte Hetzer moderne Architektur als „abstoßend“, „hässlich“ und „einschüchternd“ verunglimpfen und am liebsten die Abreißbirne schwingen würden, folgen sie millimetergenau dem verstaubten Drehbuch des Nationalsozialismus. Auch die Nazis brannten vor ideologischem Furor, brandmarkten avantgardistische Kunst als „entartete Kunst“, schlossen das Bauhaus 1933 gewaltsam und bannten unliebsame Ideen schließlich auf den Scheiterhaufen der Bücherverbrennung.
Faschisten zeichnen sich seit jeher dadurch aus, dass sie sich nicht einmal mit der Kontrolle von Gesinnung und Gesetzen begnügen. Sie spionieren den Menschen bis in ihre tiefsten ästhetischen Gefühle hinterher und wollen ihnen vorschreiben, was sie als schön, würdig oder erhaltenswert zu empfinden haben. Ein autoritärer Geist erträgt weder freies Denken noch eine freie Formensprache. Den selbsternannten Ästhetik-Polizisten der AfD geht es in Wahrheit nie um eine fundierte Architekturkritik oder städtebauliche Debatten. Es geht ihnen um die radikale Diktatur der eigenen Vorlieben und die Durchsetzung einer muffigen, völkischen Leitkultur. Das ist das genaue Gegenteil von Vielfalt, Pluralismus und artistic freedom.
Wer das Bauhaus reflexhaft mit dem späteren Brutalismus, der Le Corbusier’schen Gigantomanie oder den grauen Plattenbauten des Realsozialismus in einen Topf wirft, offenbart nicht nur eklatante Bildungsferne, sondern betreibt gezielte Geschichtsklitterung. Das Bauhaus war keine Architekturmaschine zur Vernichtung von Individualität, sondern eine weltweite Revolution: Es stand für die Demokratisierung von Design, für Licht, Luft, Funktionalität und erschwinglichen Wohnraum für alle Menschen, statt prunkvoller Bauten für die Eliten.
Schenk uns bitte ein Like auf Facebook! #meinungsfreiheit #pressefreiheit
Danke!
Dass braunen Populisten vor dieser weltoffenen Idee bis heute graust, überrascht kaum. Es passt ins Bild, dass der Hass auf das Bauhaus nahtlos mit den üblichen Schimpfkanonaden gegen moderne Technologie wie Windräder verknüpft wird. Wer überall nur „Hässlichkeit“ und „Vernichtung“ wittert, projiziert letztlich nur die eigene geistige Ödnis nach außen.
Die Angriffe der AfD sind kein harmloser Geschmacksstreit, sondern ein gezielter Angriff auf das kulturelle Gedächtnis einer freien Gesellschaft. Wo heute Bauwerke verdammt werden, wird morgen die Kunstfreiheit geschleift. Wer die ästhetische Vielfalt bekämpft, meint am Ende immer die Freiheit des Individuums selbst.