Hören Sie das leise, unsichtbare Schluchzen auf Ihrem Teller? Nein? Das liegt daran, dass Sie ein kaltherziger Mörder sind. Während die zivilisierte Welt sich in endlose Debatten über das ethische Schlachten von Schweinen und die moralische Integrität von Tofu verstrickt, findet im Gemüseladen um die Ecke ein apokalyptisches Massaker statt, das von der veganen Lobby eisern totgeschwiegen wird.
Wann bitteschön wird eine Pflanze zur Pflanze? Ist ein Samen etwa nur ein unschuldiger Zellhaufen, eine biologische Petrischale ohne Seele? Mitnichten! Ein Keimling trägt den gesamten Weltschmerz in sich. Und dennoch: Zehntausende wehrlose Sprossen werden täglich in einem Akt hemmungsloser Botanik-Befriedigung zerkleinert, gewürzt und mit Joghurtdressing ertränkt. Das ist kein Abendessen, das ist Kindesmord im industriellen Maßstab.
Die Anatomie eines veganen Verbrechens
Wissenschaftler (oder solche, die es besser wissen wollen) versuchen uns weiszurümmeln, Pflanzen hätten kein Nervensystem. Ein billiges Vorurteil! Nur weil jemand kein Gesicht hat, um sein Entsetzen über Ihr Essverhalten in die Kamera zu schreien, heißt das nicht, dass er schmerzfrei ist.
Der Zellhaufen-Mythos: Jede verarmte Erbse und jedes arglose Radieschen-Keimling spürt den kalten Stahl des Messers. Sie wachen auf, sie wollen leben, sie wollen Photosynthese betreiben!
Das Massaker der Sprossen: Wer eine Handvoll Alfalfa-Sprossen isst, vernichtet eine ganze Generation im embryonalen Zustand. Wie rechtfertigen das eigentlich die vermeintlich so erleuchteten Salat-Konsumenten vor ihrem karmischen Gewissen?
Die Rettung: Heiliger Fruganismus
Wäre es nicht unendlich viel ethischer, die Finger von den unschuldigen Kindern des Beets zu lassen und sich stattdessen dem Fruganismus zuzuwenden?
„Iss die Frucht, verschone den Stamm!“ – So könnte das Mantra lauten.
Beim Fruganismus opfert die Pflanze freiwillig ihre fleischige Hülle, um uns zu nähren, während der edle Hauptstamm unversehrt weiterlebt und im Sonnenschein frohlockt. Wer einen Apfel isst, begeht keinen Mord; er hilft der Natur lediglich bei der Verbreitung der Samen. Es ist die einzig reine Form der Ernährung in einer Welt, die komplett den Verstand verloren hat. Aber bitte spuckt die Samen vor dem Runterschlucken aus!
Der Krieg der Teller
Und wie, um alles in der Welt, passt dieser hochmoralische Fruganismus in eine Realität, in der die drei großen Reiter der Ernährungs-Apokalypse ihr Unwesen treiben:
Die Fleischfresser: Moralisch ohnehin jenseits von Gut und Böse, ein wandelnder Friedhof der Nutztiere. Und während die moralischen Eliten sich wegen ein paar Gramm Kuhmilch zerfleischen, verzehren sie mit erhabener Heuchelei erlegtes Wildschwein oder die geliebte Nachbarskatze, solange das Tier nur freiwillig durch den Wald lief, statt in Massentierhaltung zu verenden. Am Ende bleibt der Teller ein blutiges Schlachtfeld, auf dem die scheinbar tierliebste Seele genüsslich in den zarten Schinken eines frisch erlegten Waldbewohners beißt.
Die Vegetarier: Heucheln Tierliebe vor, während sie Käse essen, für den Kälber von ihren Müttern getrennt werden, und verzehren salzige Salate, in denen das grüne Leben haufenweise niedergemetzelt wird.
Die Veganer: Die radikalsten Heuchler von allen. Sie retten das Schwein, um sich danach mit gutem Gewissen über eine Million wehrlose, frisch geschlüpfte Sojababys herzufallen.
Die Pflanze hat Gefühle! Sie will wachsen, blühen und nicht als Deko-Grün auf einem Carpaccio enden. Will ihr wirklich jemand diesen heiligen Zellhaufen absprechen?
Haben Sie heute Abend schon in den Spiegel geblickt und sich gefragt, wie viele Pflanzen-Babys Sie auf dem Gewissen haben, oder greifen Sie beruhigt zum Apfel?