Alice Schwarzer und die journalistische Pseudotoleranz | ein gezieltes Skandalon rund um das islamische Kopftuch

Gestrigen Tages kam es zu unfassbaren Szenen rund um eine Konferenz die das Tragen des islamischen Kopftuches thematisierte.

Es kam zu einer verbalen Konfrontation zwischen der bekannten Frauenrechtlerin Alice Schwarzer und einigen beteiligten weiblichen Personen augenscheinlich arabischstämmiger Herkunft und zum Teil islamischen Glaubens.

Eines vorweg: mir scheint das Tragen religiöser Symbole ein verbrieftes Persönlichkeitsrecht zu sein, ungeachtet dessen ob ich diesem Symbol inhaltlich beipflichte oder nicht. Gleichzeitg muss aber - und das halte ich an dieser Stelle für eine ebenso wesentliche Feststellung - auch die öffentliche Kritik daran (so sie inhaltlich und fair dargebracht wird) ebenso verbrieftes Grundrecht der Kritiker dieses Symbols oder des ihm zu Grunde liegenden Glaubenssystems sein und bleiben.

Denn die freie Rede und die persönliche Meinungsfreiheit sind wesentliche Kennzeichen einer auf Menschenrechten und Menschenwürde basierenden, westlichen Kultur.

Schließlich der Eklat: die ungläubige Alice Schwarzer berührte eine der anwesenden Musliminnen (nach meiner Kenntnis) an der Schulter - offenbar ein Skandalon allererster Güte.

Die Frage ist nur: Warum eigentlich? Hier prallen Weltbilder und Kulturen aufeinander. Der Clash of Civilisations vor dem Huntington warnte, ein mittlerweile reales Szenario in allen Städten, das von Politik und Medien ignoriert und schönzureden versucht wird.

Doch das wahrhaft Empörende scheint mir hier, nicht der Vorgang einer Meinungsverschiedenheit der Protagonnistinnen an sich zu sein, sondern viel eher der anschließende mediale Umgang mit dem Vorfall.

Denn: Statt die Hintergründe der gezeigten Szene zu hinterfragen und die unterschiedlichen Positionen der Teilnehmerinnen zu diskutieren, empören sich Journalisten über den scheinbar unfassbaren Rassismus (wtf?) der Frauenrechtlerin ALice Schwarzer.

Über die Motive der Empörung aufgrund einer augenscheinlich von einem westlich inkulturierten Menschen berührten Muslima, kann schnell viel gemutmaßt werden: umso wichtiger wäre hier eine profunde und sachliche journalistische AUfklärungsarbeit.

Meine Vermutung ist diese: gegenwärtig ist, wie Sie vielleicht wissen, die zeit des Ramadan, des muslimischen Fastenmonats gekommen. In diesem werden teils selbst alltägliche Berühgrungen zur Glaubensfrage: denn eine andere, nicht muslimische Persön könnte kultisch unrein sein und eine Berührung mit ihr daher das allgemeine Fasten der Rechtgläubigen ungültig machen.

Dies ist nach meinem Verständnis primär eines: einerseits ein für einen Muslimen verständlicher Vorgang seines religiösen Empfindens. Kritiker mögen daran indessen einen umgekehrten Rassismus von Zuwanderern gegen Einheimischen sehen. Und beide Seiten haben damit bis zu einem gewissen Grad recht.

Schließlich und endlich gäbe es aber auch einfach eine dritte Möglichkeit: dass wir es einfach mit einer selbstbestimmten Kopftuchtragenden Frau zu tun haben, die schlicht nicht von anderen Menschen ohne ihre Einwilligung berührt werden möchte. Und auch das wäre nach meinem Verständnis eine absolut legitime Position. Dann aber wäre die Frage wie und warum eine Dame mit Kopftuch empört und hysterisch auf die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer eindrängt und - laut Meldungen - empört ausruft: "Ich werde sie gleich anzeigen! Fassen Sie mich nicht an!" (Muslima) 'Ich dachte nur ein Mann darf sie nicht anfassen?!" (A.Schwarzer) 'Rassistin!' (weibliche Stimme auf dem Off) - Man vergleiche dazu das unten angeführte Video der besagten Szene.

Von echten investigativem Journalismus würde ich mir erwarten all diese Positionen und Problemfelder offen und fair zu thematisieren und gegeneinander abzuwägen - um schließlich und endlich der Wahrheit auf den grund zu gehen. So aber bleibt der schale Nachgeschmack, dass Journalisten allen Colerus mal wieder das tun, was ihnen offenbar am ehesten zu Gesichte steht: über eine auf gleichberechtigter Basis diskutierende Einheimische herzuziehen, die sich eben nicht ungerechtfertigterweise für ihre politische und weltanschauliche Überzeugung diskriminieren lassen möchte.

Quellen und weblinks:

https://ze.tt/ihr-uebergriff-auf-eine-junge-muslima-zeigt-wie-rassistisch-alice-schwarzer-ist/

https://www.zeit.de/gesellschaft/2015-10/muslime-begruessung-haende-schuetteln-religion-islam

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