Linke sind keine Rebellen. Sie sind heute auch keinesfalls progressiv. Im Star Wars Universum würden sie eindeutig dem Imperium angehören. Wie komme ich zu dieser Aussage?

Heute im Supermarkt standen zwei linke Gören, vermutlich gerade volljährig, entweder Abiturientinnen oder Erstsemester, vor mir an der Kasse. Die eine hatte zerschlissene Hotpants und und Netzstrümpfe an, Doc Martens Stiefel, Fjällräven Rucksack und irgendein Hemd, dass abgewetzt aussieht, aber von irgend einer Marke ist. Aber welche, das weiß ich nicht, ich konnte sie ja nicht ewig anstarren. Das andere Mädel war ähnlich gekleidet. Ich kann solche Leute überhaupt nicht mehr wirklich einordnen, kein Punk, kein Emo, kein Grufti, kein… ach was weiß ich… Vor ein paar Tagen sah ich an der Bushaltestelle auch eine junge Frau, deren Hosenbeine an der Front ungelogen vom Hosenbein bis fast in den Schritt, auf beiden Seiten, komplett aufgerissen war. Weil sie auch total billigst geschminkt war, was auch verschmiert war, dachte ich zunächst, dass sie vielleicht einen Unfall erlitten hat. Aber nur im ersten Augenblick. Nachdem ich nach links und rechts sah und es keinen interessierte, habe ich bemerkt, dass das eine Art von Lebens- und Kleidungsstil ist.

Lange Rede kurzer Sinn: Bei dem einen Mädchen habe ich einen Aufnäher mit „Wir brauchen keinen Patriotismus“ oder so ähnlich gesehen, was an ihrem Hintern absichtlich schlampig drauf genäht war. Aber das absolut krasseste war – und das ist der Grund weshalb ich mich hier so „künstlich echauffiere“: Sie hatte ein weiteres Patch, wo doch allen ernstes der Millenium Falke drauf war und nicht nur das. Halten Sie sich fest, ganz fest, denn da stand doch allen ernstes drauf: Rebel Scum. Also "Rebellen Abschaum".

Damit ist nicht etwa eine Star Wars Fanseite, ein Fanfilm oder ein Videospiel gemeint. Sie ist auch nicht einfach nur ein Fan. Es soll aussagen, dass sie – also die Roten bzw. die Rot-Schwarzen (Antifaschistische Aktion) – auf der guten Seite stünden. Also gegen die böse Herrschaft der Rechtspopulisten, Ausländerhasser, Rassisten, Faschisten und Nazis kämpfen würden.

Nichts ist abwegiger als genau diese Denkweise. In Wahrheit ist es doch so, dass es überhaupt keinen bösen rechtsradikalen Machtapparat, geschweige denn eine imperialistische Kriegsmaschinerie gibt, die alles kontrollieren möchte. Außer man möchte jede westliche Regierung damit gleichsetzen, oder die EU, die offen als Ziel die Vereinigten Staaten von Europa benennt, oder die UN, IWF, WHO und andere Organisationen, die eine Weltregierung – gerade jetzt in der Corona-Zeit – egal in welcher Form, befürworten. Wobei deren Eliten eher Freunde der subtilen Kriegsführung sind und offenes Blutvergießen nicht befürworten.

Ich will auf etwas anderes hinaus. Diese jungen Frauen glauben, dass sie wie Rey oder Leia gegen den Imperator und das Imperium bzw. Erste und/oder Letzte Ordnung kämpfen würden, aber vermutlich unterstützen sie jene Parteien, die individuelle Freiheiten einschränken oder gar abschaffen wollen. Ich habe natürlich nicht mit den Damen kommuniziert, wage aber die Aussage, dass sie keine echten Anarchisten waren, sondern irgendetwas in rot oder grün wählen werden, meinetwegen auch die rotgrünlackierte „Satire-“ Partei“. Selbst wenn sie Anarchokommunisten sind, wären ihre schwarzroten Utopien kaum von der dunkelroten Hölle, auf die wir dann zusteuern würden, zu unterscheiden. Zu Ende gedacht ist es doch so, dass diese Parteien in letzter Konsequenz eine Verstaatlichung von Privatvermögen, inkl. aller Produktionsmittel haben wollen. Wer braucht denn schon mehr als, sagen wir mal, 83qm eigene Wohnfläche, oder gar ein ganzes Haus, womöglich auch noch mit großem Garten oder gar unbebautes Grundstück? Ein zweites Haus ist doch auch unnötig, womöglich wird es (angeblich) überteuert vermietet? Ein zweites Auto? Das darf sowieso nicht sein! Schon gar nicht, wenn es einen Verbrennungsmotor hat. Über Löhne und Gehälter sollte auch verhandelt werden, es müsste von höherer Stelle, vor allem paritätisch gelöst werden. Am besten wäre wohl eine einheitliche Vergütung für alle, sofern man arbeiten möchte, denn ein BGE müsste so oder so noch eingeführt werden. Strafverfolgung wäre ebenfalls eine knifflige Angelegenheit, worüber zunächst „Experten*Innen“ grübeln müssten. Alles was heute noch einigermaßen normal erscheint, wird in der kommenden Zeit real auf den Prüfstand gestellt und Stück für Stück wird quasi der Firnis abgeschmirgelt werden.

Egal worauf wir zusteuern, ob Sozialismus light, Sozialismus mit „menschlichem Anlitz“, ein Punktesystem wie in China oder es ein coronaverseuchter islamisierter Genderstaat wird: Feinde von (freier) Marktwirtschaft und Gegner des frei denkenden, frei aussprechenden und sich frei auslebenden Individuums wären definitiv Anhänger des Imperators und diese dienten, ob sie wollten oder nicht, der dunklen Seite der Macht.

Auch wenn Star Wars nur Science Fiction ist, gebe ich zu bedenken, dass die Freiwilligen, die sich zu den Sturmtruppen oder generell zum Imperium gemeldet hatten, dies meist im guten Glauben getan hatten. Denn ihre Welt bzw. ihr jeweiliger Heimatplanet versank zunehmend im Chaos, auf Grund von Informationen, die ihnen vorenthalten wurden. Weil rufen Sie sich in Erinnerung, der Zuschauer der Filme kennt alle Einzelheiten, aber der einfache Planetenbewohner liest ja auch nur sein Käseblatt oder hört Feindfunk; an die Informationen der inneren Zirkel kommt so gut wie niemand ran. Nicht vergessen: Das Imperium war legal ausgerufen worden, so auch der Imperator und dieser wollte theoretisch und offiziell verkündet, schlichtweg ja nur den Frieden in der Galaxis durchsetzen. Die jungen Männer kamen teilweise voller Freude zu den imperialen Einrichtungen, vielen wurden ihre Welten - wie auch ihre Angehörigen - von den uns bekannten Guten genommen und sie wollten nur noch Rache. Hinzufügen muss man des Weiteren, dass sie beitraten, weil sie endlich eine Aufgabe bekamen, aber auch eine neue (Ersatz-)Familie, Nahrung, Unterkunft und ihnen wurde vermittelt, dass sie nun einem höheren Ziel dienten, das viel größer sei als sie selbst.

Mit anderen Worten: Manche sollten dringend aufpassen, dass sie keine Drohnen im Borgkollektiv werden. Es ist völlig unlogisch sich freiwillig assimilieren zu lassen. Aber viele tun es und bemerken es nicht. Im Gespräch mit Altlinken, teils alte Punkrocker gaben mir immer wieder zu verstehen, dass sie die Hörigkeit speziell der unter Dreißigjährigen gegenüber den Politikern - egal ob von der Linkspartei, den Grünen, der SPD und vor allem EU-Abgeordneten, die geistig weit weg vom Arbeiter sind - nicht nachvollziehen können. Dass viele auch "der Merkel" glauben, ist für sie völlig unverständlich, ebenso wie das Kuschen vor Islamgruppen. Klar, ich kenne nicht jeden, habe auch nicht mit jedem gesprochen, aber von diesen Typen vertraute damals wie heute keiner jemandem, der eine Krawatte trug und trägt.

Noch deutlicher kann ich nicht werden. Ich hoffe, Sie verstehen worauf ich hinaus will. Falls nicht, dann nicht...

https://www.ea.com/de-de/games/starwars/jedi-fallen-order/about/order-66 https://media.contentapi.ea.com/content/dam/eacom/jedi-fallen-order/common/order-66-timeline/jfo-order66-timeline-6.jpg.adapt.1456w.jpg

Nachtrag:

Denn offenbar ist es nötig solch ein Statement abzugeben.

"Damit wir uns nicht missverstehen, hier ein paar grundlegende Dinge, die ich immer wieder sage und in Blogs und in meinem Buch schrieb:

Es ist mir tatsächlich egal, ob jemand sein Land und sein Volk so sehr liebt, dass er dafür sterben würde, wie z.B. Israelis, Kurden usw. Manche würden diese Menschen als nationalistisch einkategorisieren. Manche einfach nur als patriotisch. Meine Sympathien haben grundsätzlich alle, die sich für ihre Heimat einsetzen oder zumindest gesprächsbereit sind.

Es ist mir aber auch vollkommen egal, ob sie ein Maoist, Trotzkist oder ein grüner oder nationaler Sozialist sind, ehrlich, es interessiert mich nicht. Ich will lediglich nicht behelligt werden. Das wird aber getan, ob nun durch Wahlverhalten und Einfluss auf alle Parteien, was stets zu meinen Ungunsten ausgeht, zumeist finanziell in Form von noch mehr Verordnungen, Gesetzen, was zu höheren Gebühren, Abgaben usw. führt. Und das andere ist, dass legitime Ansichten als "rechts", "neoliberal", "verschwörungstgeoretisch" oder sonstwie angesehen werden. Diese Paranoia führt bis heute dazu, dass Politik und Presse sowie Unternehmen mit deren absurden Ideologien vereinnahmt werden, sodass ich permanent in eine Verteidigungsposition gedrängt werde.

Es ist mir egal, ob jemand blaue Haare hat, sein Gesicht tätowiert hat, verschnöselst, aufgetackelt oder vollverschleiert rumläuft. Wobei ich letzteres als Zwang ansehe und vollständig ablehne, aber eben tolerieren muss.

Ich komme aus einem ausländischen Haushalt und bewegte mich vorwiegend im linken Milieu. Aber links war ich selber nie. Meine Ablehnung gegenüber Faschos ist aber weiterhin gleich geblieben. Diese braunen Gürkchen sind in einer Minderheit und haben Nullkommanix zu melden und somit keinerlei Einfluss auf irgend etwas. Ich kann es daher nicht nachvollziehen, weshalb man die stinknormalen Ansichten einer FDP oder CSU/CDU der 1990er Jahre heute als rechtspopulistisch wertet. Und es widert mich dermaßen an, ständig das Wort Nazi oder Rassismus lesen zu müssen. Keiner dieser bunten Gurken hat eine Ahnung, was es wirklich bedeutet, angefeindet oder gar unterdrückt zu werden. Erst recht nicht hier und schon gar nicht heute! Klar habe ich auch Fremdenfeindlichkeit spüren müssen, aber - das soll keine Relativierung sein - das hatte und hat auch gegenwärtig zumeist individuelle Gründe und war kein strukturelles oder gar gesamtgesellschaftliches Problem.

Diese erbärmliche Heuchelei dieser ganzen Verbände und Organisationen treiben mich erst dazu, hier und dort meinen Frust - oder was auch immer das sein mag - abzusondern."

Im Buch habe ich all das erklärt, es müsste eigentlich für jeden zumindest ein bisschen verständlich sein.

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