Oder wie Martin Luther King es so treffend zu formulieren pflegte:

I HAVE A DREAM.

Die Stadt Wien bemüht sich seit dem vergangenen Sommer, die sommerliche Hitze aus der Stadt zu bannen. Es wurden auf abenteuerliche Weise Initiativen an einigen Stellen der Stadt ergriffen, um sogenannte COOLE GASSEN zu schaffen.

Dann wurden ein paar verhungerte Stauden - Bäume! - aufgestellt, die als eine Art grüne Lunge fungieren und die Schadstoffe und die Hitze aus der Luft filtern sollten.

Zudem wurden auch Wassersprenger aufgestellt, die für kühles Nass sorgen sollten.

Solches wurde im Vorjahr in drei verschiedenen, als besonders HEISSE Stellen der Stadt bezeichnete Gassen installiert, um den Bürgern etwas Erleichterung gegen die Hitze zu verschaffen.

Im dazugehörigen TV-Bericht sah man medienwirksam Kinder durch Wasserlacken springen, Leute auf einem etwas verloren wirkenden Bankerl ein Eis schlecken, sowie einen besonders mutigen Bürger nur mit Badehose und -schlapfen angetan, durch diese Oase der Coolness schlurfen.

Etwas seltsam muteten diese Bemühungen für uns normalsterbliche Bürger an - und die Ankündigung, Selbiges im kommenden - also heurigen - Jahr noch auszuweiten, habe vermutlich nicht nur ich bestenfalls für einen eher schlechten Scherz gehalten.

Dehalb habe ich mir Gedanken gemacht - und bin nun zur ultimativen Lösung gekommen - die mehr bringt als 20 COOLE GASSEN in Wien:

Die Stadt soll doch einfach künftige Baulücken, die durch den Abriß maroder Häuser entstehen, aufkaufen und dort Beserlparks für die umliegenden Anrainer errichten.

Ein BESERLPARK ist ein kleiner, feiner Park im Grätzl, in dem sich früher die Nachbarn zum Schwatz getroffen haben.

Für alle, die mit dem wohl inzwischen etwas antiquierten Ausdruck nichts mehr anzufangen wissen, gibt Tante Wiki die erforderliche Information:

Das aus dem Wiener Dialekt stammende und inzwischen sowohl in der Umgangssprache als auch manchmal in der Schriftsprache verwendete Wort BESERLPARK bezeichnet eine kleine städtische Parkanlage vom Ausmaß einer größeren Verkehrsinsel oder einem begrünten und öffentlichen Vorplatz eines Gebäudes bis zur maximalen Größe eines Häuserblocks[2] und ist von Häusern umgeben.

Es wäre doch ein Leichtes für die Stadtverantwortlichen, das eine oder andere frei werdende Grundstück zu kaufen und zu einer kleinen Grünoase umzuwandeln.

Etwas Grün, ein paar Bäume, ein paar Bänke, vielleicht etwas Wasser, eine kleine Spielinsel für Kinder - und schon wäre eine Grünoase für die Bürger der Nachbarschaft geschaffen, die wohl weit mehr Nutzen bringen würde, als ein paar COOLE Meter in einer ansonsten heißen, zubetonierten Gasse.

Auch eine Bürgerbeteiligung an der Gestaltung wäre eine Möglichkeit, den Bürgern Appetit auf IHREN neuen kleinen Park im Grätzel zu machen. Es gäbe sicher auch eine Reihe an Leuten, die selbst gern an der Gestaltung mitarbeiten würden.

Natürlich ist mir bewusst, dass Grundstücke vor allem innerhalb des Gürtels immens teuer sind - aber für ihre Bürger sollte der Stadt nichts zu teuer sein. Es werden so viele Steuereuronen in mehr oder weniger unsinnige Projekte gesteckt - warum nicht einmal in etwas Sinnvolles investieren?

Nachdem die Grünen sich aktuell ernsthaft Gedanken darüber machen, wie man in den einzelnen Bezirken wieder "Bezirksgrätzeln" zum Leben erwecken könnte, wäre dies eine gute Idee zum Anfang...

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