Geht schon mal tanken — es wird noch teurer.

Seit heute ist der Bab el Arab blockiert. Die Huthis haben die Meerenge dichtgemacht, und damit ist eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt abrupt lahmgelegt. Gleichzeitig ist die Straße von Hormus erneut geschlossen – offiziell wegen „Sicherheitslage“, ....weil Trump nicht verhandeln kann oder nicht verhandeln will, denn jedes Mal, wenn er sich an einen Tisch setzt, kocht die Epstein‑Affäre wieder hoch. Also lässt er lieber eskalieren. Eskalation ist schließlich einfacher als Diplomatie, und sie stellt keine unangenehmen Fragen.

Die Blockade trifft die Saudis besonders hart. Denn ihre großen Öltanker liegen im Roten Meer, voll beladen, bereit zur Ausfahrt. Aber meisten dieser Tanker sind zu groß für den Suezkanal – sie passen schlicht nicht durch. Für sie gibt es nur einen Weg: durch den Bab el Arab hinaus in den Golf von Aden, dann um das Kap der Guten Hoffnung herum, einmal komplett um Afrika.

Doch genau dieser Ausgang ist jetzt blockiert. Die Huthis sitzen wie ein Pfropfen im Flaschenhals der Weltwirtschaft. Der erste saudische Tanker hat bereits umgedreht, ein 300‑Meter‑Stahlkoloss, der plötzlich rückwärts denkt. Ein absurdes Bild, das die geopolitische Lage perfekt zusammenfasst.

Für normale Frachter ist das Rote Meer eigentlich die perfekte Abkürzung aus Ostasien. Durch den Suezkanal geht es direkt ins Mittelmeer – zwei Wochen schneller, zwei Wochen billiger, zwei Wochen weniger Treibstoff. Ein logistischer Traum.

Aber die großen Öltanker? Keine Chance. Die müssen sowieso um Afrika herum. Und weil Hormus geschlossen ist, hat Saudi-Arabien begonnen, Öl im Roten Meer zu verladen – genau dort, wo jetzt ebenfalls Schluss ist.

Ergebnis: Aus dieser gesamten Region kommt kein Öl mehr heraus. Nicht ein Tropfen. Die Pipeline der Weltwirtschaft ist einfach abgeklemmt.

Zusätzlich trifft es den gesamten Warenverkehr aus Ostasien. Containerfrachter, Elektronik, Maschinen, Textilien – alles muss jetzt ebenfalls um das Kap der Guten Hoffnung. Das bedeutet: längere Wege, höhere Kosten, mehr Treibstoff, mehr Verzögerungen. Die globale Lieferkette wird zur globalen Geduldsprobe.

Die Welt fährt Umwege, die Welt zahlt drauf.

Geht schon mal tanken — es wird noch teurer.

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