1. Die (noch) 28 Mitgliedstaaten der EU sind durch das Brexit-Referendum in eine heikle Lage gebracht: Denn es schwingt - so sehr es in der öffentlichen Debatte verbal verdrängt wird - immer mit, dass man nun mal die Anhänger des überschlauen CHURCHILL einwenig zappeln lassen kann bzw. sie am kürzeren Ast sitzen lassen könnte.

2. Deutschland ist aber tatsächlich nun übergroß geworden innerhalb der 28, daher muss es sonst überall politisch eher den anderen entgegenkommen, ohne dass dies aus der Sache - und nicht nur aus der relativen Situation des Stärksten - heraus begründet wäre.

3. Der EURO ist so oder so ein Krampf-Kontruktion. Wie Dirk MÜLLER (Mr.Dax) richtig sagt, muss zum Ausgleich der unterschiedlichen Produktivitäten (die ja jeweils aus der historisch langen Tradition und Kultur gewachsen sind) eine Wechselkurspolitik der jeweiligen Regierungen eingreifen können.

4. Die vier Grundfreiheiten der EU-Gründung werden nun - insbesondere von produktivstarken Deutschland - zu den Zehngeboten erklärt, die aber de facto die Souveränität aller und a priori zu sehr bedrängt. Jedes Land sollte z.B. die Kontingentierung der Arbeitskräfte, die zuwandern dürfen, selbst bestimmen können.

5. Die USA ist kein Vorbild, denn bislang zumindest war die USA kulturell recht einheitlich (weiße Europäer, vornehmlich englischer und deutscher Abstammung; in einer Generation könnten aber schon die Latinos überproportional angewachsen sein, und die "Gründerväter"-Nachkommen zu einer immer bedrängteren Minderheit geworden sein). Die Vereinigten Staaten von Amerika sind daher nicht Vorbild für Europa, denn wir haben in Europa schon bei der Gründung eine erheblich größere kulturelle Vielfalt im Bündnis. Es sollte daher viel flexibler mit der "Vereinigung" umgegangen werden.

6. Die junge Generation will jedenfalls weiter in Richtung "Erasmus" gehen, aber nicht eingezwängelt in vier sogenannte Grundfreiheiten, die aber realiter "Zwangsvorschriften" sind. Damit können die Handelstüchtigsten überall hinkommen wohin sie wollen, und mit den enormen Produktivkräften können diese auch alle anheuern, die es haben will. Respekt vor der kulturellen Vielfalt wäre besser, und dazu könnte eine Konföderation geeigneter sein, die jedoch nach außen genügend Einigkeit einbauen und zeigen muss.

7. Bislang waren wir alle in Europa froh, dass wir ein "Friedens(be)reich" geworden sind. Nun wird es Zeit, über die weitere Formgebung tiefer nachzudenken, um sensiblere Gestaltungen zu finden.#

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Turmfalken-Nikolai

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