Ich schaue nicht mehr oft auf die Plattform Fisch & Fleisch.

Aber jetzt habe ich es wieder einmal getan.

Und wie schon so oft bin ich schockiert über den Hass, die Verbissenheit und die scheinbare Unvereinbarkeit, die sich dort – und vielleicht auch darüber hinaus – zeigen.

Nichts scheint mehr leicht zu sein. Nichts darf einfach einmal positiv betrachtet werden. Kaum etwas hat noch Bestand oder Bedeutung – außer der eigenen Ideologie, der eigenen Meinung und dem festen Glauben daran, im Recht zu sein.

Vieles von dem, was man dort lesen kann, würde vermutlich den Psychopharmaka-Umsatz ordentlich ankurbeln.

Es geht kaum noch darum, andere Meinungen zu hören oder vielleicht sogar voneinander zu lernen. Entweder ist man links oder rechts. Entweder gehört man zum einen Mainstream oder zum anderen. Dazwischen scheint kaum noch Platz zu sein.

Dabei wäre es eigentlich so einfach.

Man könnte einander zuhören. Man könnte unterschiedliche Meinungen stehen lassen. Man könnte nicht jede Aussage als persönlichen Angriff verstehen. Und man könnte akzeptieren, dass niemand die Wahrheit für sich gepachtet hat.

Doch offensichtlich ist das kaum noch möglich.

Das Klima ist zu vergiftet. Ich beobachte das hier selbst seit 2015.

Vielleicht ist es deshalb manchmal besser, sich aus diesem Strom aus Hass, Missgunst, Neid und Besserwisserei auszuklinken.

Plötzlich sind überall Experten am Werk. Politische Eintagsfliegen tauchen aus allen Ecken auf und wissen ganz genau, was passieren wird, obwohl vieles noch gar nicht passiert ist.

Und kaum ist etwas angekündigt oder angedacht, wird es bereits schlechtgeredet und schlechtgeschrieben.

Vielleicht wäre ein wenig Gelassenheit manchmal hilfreicher als die nächste Empörung.

Deshalb war es das auch wieder mit meinem kurzen Ausflug auf Fisch & Fleisch.

Denn vieles von dem, was man hier liest, tut einfach nicht gut. So viel Frust, so viel Verbitterung, so viel Selbsthass – und so viel Lust daran, alles und jeden schlechtzumachen.

Es wird kaum noch diskutiert. Es wird fast nur noch schriftlich gekotzt.

Vielleicht sollten wir irgendwann akzeptieren, dass nicht die Welt unser größtes Problem ist.

Vielleicht sind es vielmehr die vielen Menschen, die längst mit sich selbst am Ende sind – und ihren eigenen Frust auf die Welt projizieren.

Und vielleicht liegt die eigentliche Leichtigkeit des Seins manchmal genau darin, sich diesem ganzen Wahnsinn einfach zu entziehen.

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