Der Teufel ist kein Atheist, sondern ein Narziss!

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Der hochmütige und neidische Erzengel Luzifer, der Lichtbringer, war angeblich Gottes erstgeborener Sohn. Er wollte sich seinen Thron über den Sternen Gottes aufstellen. Das behagte Gottvater garnicht und so stürzte er ihn vom Himmel. Es ging hier also um einen pubertären Machtkampf mit dem Vater und einen Bruderzwist gegen den jüngeren Jesus. Damals gab es ja noch keine Familientherapie. So endete er als Morgenstern in tiefster Finsternis und muss vor Sonnenaufgang verblassen. Da er aber von seiner Sippe nachhaltig sozialisiert wurde, glaubt er an Gott, gegen den er von da an unaufhörlich rebelliert. Er ist nach wie vor gekränkt und verzeiht dem Alten seinen "himmlischen Sturz", seine Verstoßung niemals. Gott hat sich durch den Himmelssturz einen Beelzebub in den Pelz gesetzt, der keine Ruhe gibt. Die Kränkung des Narziss finden wir bis heute in allen Gesellschaftsschichten, am Augenfälligsten in Politik und Wirtschaft.

Wie funktioniert die Psycho-Mechanik von narzistisch gekränkten Menschen? Ganz einfach: Die Eltern behandeln das Kind verächtlich. Es muss nicht einmal tatsächlich geprügelt worden sein. Es reichen seelische Verletzungen, emotionale Schmerzzufügung, lächerlich Machen, nicht eingehaltene Versprechungen, öffentliches Erniedrigen, eben das vom Thron stürzen durch jüngere Geschwister uvm. Mitunter reicht auch nur die Vermittlung des Gefühls: "Du bist ein Nichts, eine Null, ein hässliches Entlein, ein Versager, hast einen körperlichen Makel..." Das so misshandelte Kind wird von gut auf böse getrimmt. Je stärker diese Kränkung ist, umso greller wird die Antwort ausfallen: Rache an den Größeren, Stärkeren, Überlegeneren, am Establishment, an religiös anders Denkenden, Brutalität.

Wer schwer gequält, in missliche Lage gebracht, mies behandelt wurde, will wieder hochkommen. Stehaufmanderl. Solche Menschen tun schlicht alles, um großartig dazustehen: "Great again!" Die offene Wunde der Missachtung heilt nie außer durch Psycho-Therapie. Dazu kommt es bei schweren narzistichen Störungen selten, weil das hieße: sich eingestehen zu müssen, dass ein Makel, eine Störung, eine Neurose, eine seelische Kränkung vorliegt. Ich geh doch nicht zu einem "Vogeldoktor", sagen sie in Oberösterreich. Da bleibst du lieber teuflisch, rebellisch, terroristisch, jedenfalls nie unauffällig, sondern eher psychopathisch. Buchtipp: der Klassiker "Drama des begabten Kindes" von A. Miller.

Das Fatale an narzistischen Verhalten besteht im Wiederholungs-Zwang. Weil die Verwundung nicht abheilt, die Narbe schmerzt und ständig daran herumgekratzt wird, tritt niemals eine Homöostase, eine seelische Balance ein. Der Hiatus lebt ewig. Den Mechanismus erleben wir speziell bei Populisten (meist Männer). Machtmenschen streben nach Höheren, nach Hybris, Hochmut wie Luzifer, Überheblichkeit, Vermessenheit. Die Himmelsleiter kann garnicht hoch genug sein. Je höher sie rauf kommen, umso geringer die Gefahr, dass jemand nachkommt und sie stürzt. Top-Manager tun alles, um sich vor Intrigen zu schützen. Und genau deshalb passiert es immer wieder, dass sie abgewertet, gekündigt ("You are fired!";) werden. Das Auf und Ab von Karrieren ("Ich bin da und schon wieder weg";) oder politische Slapsticks wie zu Ibiza-Zeiten sind typische Anzeichen dafür, dass hier eine unbewusst masochistische Energie in der Seele sitzt, die dafür sorgt, dass genau jenes, in der Kindheit praktizierte Verachtungs-Element immer wieder gesucht, gefunden und bedient wird. Der Größenwahn kennt dann keine Grenzen, wenn psychische Schäden kaschiert werden sollen. Der Ausspruch: "The authority of the president of the US is total!" sagt alles.

Das politische Total-Versagen ist sozusagen vorprogrammiert. So jemand schauspielert nicht, sondern versagt durch die erzieherische Programmierung aus Kindheitszeiten: Du bist nichts wert! Das Teuflische daran entsteht nicht aus böser Absicht, sondern von jener tief versteckten Verzweiflung des kleinen Kindes. Wie der NY-Schriftsteller Paul Auster jüngst in einem Zeit-Beitrag schrieb: "Da sitzt ein zwei-jähriges Monster auf dem Hochstuhl und hämmert mit einem Löffel drauf herum..." Unfähig zuzuhören etwa Experten (Fauci), ein leidender Gesichtsausdruck, wenn so jemand hinten stehen muss, stoppt Journalist*innen mit dem rotzigen "You are fake news". Und man sieht, dass er weder Widerspruch ertragen kann, noch kritische Fragen aushält. Die Ungeduld schaut ihm aus dem Gesicht. Schwerer Mangel an Empathie ist erkennbar, echt Empathie befreit der Typ. Da ist kein Mitgefühl auszumachen mit dem Leid und der Not von anderen. Genau so gefühllos geht er mit der Polizeigewalt gegen die afro-amerikanische Bevölkerung um. Sagt doch glatt, der Ermordete würde sich über die Wirtschaftsdaten freuen, wenn er noch am Leben wäre.

Warum, zum Teufel, wählt das Volk solch gestörte Persönlichkeiten? Ganz simpel, weil die Maskerade charismatischer Kraft die psychische Krankheit übertönt und übertüncht. Die Bevölkerung vermutet: Dieser Macher wird es für mich richten. Er hat die Kraft dazu. Die "Arm-Seeligkeit" ist tief unter der äußeren Hülle verborgen. Später kommen die meisten darauf, dass sie einem bösen Joker gefolgt sind, der ebenso unberechenbar wie gnadenlos seine eigene Störung anfüttert.

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G. Szekatsch

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