Wenn die Menschen nicht anders gekleidet wären, die Straßen nicht anders aussehen würden, die Jahreszahl nicht eine andere wäre, man würde meinen, heute im Westen des Römischen Reiches anno 476 nach Christi Geburt zu leben - so sehr ähneln sich die Vorkommnisse.

"Sturm über Europa" nennen manche Historiker die Völkerwanderung Richtung Rom. Der Ansturm der Barbaren, so wurden alle Nichtrömer genannt, auf Roms Grenzen gleicht wie ein Ei dem anderen dem Ansturm wilder, junger Männer auf Europas Grenzen heute. Erleben wir das wirklich in Echtzeit? Oder befinden wir uns in Wahrheit noch immer im Römischen Reich und warten auf unseren Untergang? Um die Geschichte von neuem aufzurollen? War damals etwas schiefgelaufen? Entsprach es nicht dem Ordnungsprinzip allen Seins? Chaos ist immer nur ein Anfangszustand. Wo es herrscht, sehnt sich die Welt nach Ordnung. Diesem Sehnen nach Ordnung entspringt eine Fülle von Ideen, man muss sie, jede für sich, genau untersuchen.

Wie die Römer können die Europäer im Westen die Grenzen nicht schützen, die Barbaren sickern immer wieder ein und werden von uns letzten Endes integriert, bevor sie gewalttätig werden und uns den Kopf abschneiden. Die Integration der Barbaren in unsere Gesellschaft ermöglicht uns das Überleben. Nicht jedem ist das bewusst. Es ist kein Akt der Gnade von uns, es ist Überlebensstrategie.

Immer mehr Barbaren übernahmen wichtige Ämter in Rom, wurden Soldaten, was anfangs unvorstellbar war, und eines Tages hatten die Römer nichts mehr zu sagen. Ihr Einfluss schwand, die Geschichte vergaß sie einfach.

Das spielte sich jedoch nur in Westrom so ab wie auch jetzt nur in Westeuropa das blanke Chaos herrscht.

Ist das nicht seltsam? Warum wiederholt sich Geschichte so auffällig? So schmerzhaft? Die Römer waren schließlich hoch entwickelt, die Barbaren waren es nicht. Ihnen Platz zu machen, sie in die Gesellschaft aufzunehmen, tut weh wie es damals wehgetan haben muss. Wie muss sich ein "edler Römer" gefühlt haben, wenn ihm auf der Straße ein Barbar entgegenkam, ihn anspuckte oder das Messer zückte, um ihn abzustechen? Die Geschichtsbücher erzählen das nicht. Natürlich nicht. Solche Obszönitäten werden nicht im Detail geschildert.

Wie viele Dinge gingen damals verloren, von denen wir heute nichts wissen?

Arme Römer! Arme Europäer! Wie die Römer haben wir Kriege geführt, um unser Reich zu vergrößern, ein Reich, das wir am Ende nicht mehr zusammenhalten konnten wie unsere Vorgänger. Auch sie hatten mit der Spaltung zwischen Ostreich und Westreich zu kämpfen wie heute die EU. Wie damals spaltet sich der Osten vom Westen ab, was am Ende dahinführt, dass der Osten Entscheidungen des Westens nicht mehr anerkennt. Romulus Augustulus, der letzte weströmische Kaiser, wurde vom Osten nicht mehr anerkannt und abgesetzt. Er war viel zu jung und unerfahren und überhaupt war Westroms Zeit zu Ende. Westrom muss einen Fehler gemacht haben, der sich heute in Westeuropa wiederholt.

Aus der Psychoanalyse weiß man, dass die Geschichte zur Wiederholung drängt, wenn Fehler gemacht wurden. Die Geschichte wiederholt sich dann in Endlosschleife, bis der Fehler nicht mehr passiert. Das gilt auch für die Politik. Das gilt für jeden Bereich. Man bekommt die Schulaufgabe zurück, um die Fehler zu korrigieren.

Der gewaltige Amtsapparat Roms ähnelt ebenfalls dem bürokratischen Monster in Brüssel. Ein derart mächtiger Amtsapparat mit seinen vielen Regeln und Klauseln bewirkt, dass die Amtsträger nur noch hohle Phrasen schwingen und in der Praxis nichts mehr auf die Reihe bekommen. In Rom wie in Brüssel.

Die Dekadenz muss groß gewesen sein wie sie auch heute wieder groß ist. Wer hat nicht den schwankenden Kommissionspräsidenten in bester Erinnerung?

Wir sind lieb und nett, aber wir sind dekadent geworden. Wir reden den ganzen Tag nur dummes Zeug, fressen uns vor den Monitoren die Bäuche voll, haben Philosophieren und Diskutieren verlernt und wissen nicht mehr, ob wir Mann oder Frau sind.

Dekadenz ist aber nicht zwingend ein Todesurteil. Schon gar nicht ist sie ein Werturteil. Sie sagt nur aus, dass etwas sehr fortgeschritten ist. Nicht alles Fortschrittliche oder Fortgeschrittene muss vergehen. Es kommt darauf an, wie man damit umgeht, ob man sich dieser Dekadenz stellt. Der Mensch muss nicht zurück auf die Bäume. Wozu hat er einen Geist erhalten? Er kann weiter und weiter hochsteigen auf der Leiter der Entwicklung - er hat es selbst in der Hand. Er muss nur einige wichtige Regeln beachten, die die Grundlage des Lebens bedeuten. Es sind Gesetze, die man nicht einfach so brechen darf.

Soll der Europäer so enden wie der Römer?

Otto Habsburg hat einmal gesagt, Europa bräuchte eine Idee, an der es erstarken kann. Welche Idee hatte Rom? Wahrscheinlich hatte Rom viele gute Ideen. Eindeutig schlecht, markant schlecht, war die religiöse Veränderung im Reich. Die Römer, die den Sonnengott hoch verehrten und an viele Götter glaubten, sind am Ende dem Geschwätz eines Wanderpredigers erlegen. Wie konnte das passieren? 380 wurde das Urchristentum, eine jüdische Sekte, zur Staatsreligion erhoben und textmäßig manipuliert. (Kirchliche Dogmen besitzen keine Grundlage in den Evangelien.) Keine hundert Jahre später, 476, war Westrom Geschichte.

Bis heute diskutieren Historiker über die wahren Ursachen des Reichszerfalls. Niemand von den klugen Herrschaften denkt an die Möglichkeit, dass eine "falsche Religion" zum endgültigen Niedergang geführt haben könnte. Das ist sehr erstaunlich, denn: WIR SIND, WORAN WIR GLAUBEN.

Der mächtige, prächtige Sonnengott wurde für einen Zimmermannsohn gestürzt, der Probleme mit seiner Identität hatte. Ob er tatsächlich gelebt hat, was nicht bewiesen ist (damals hießen viele Jesus), ist wenig relevant, weil es immer darauf ankommt, welche weiterführenden Geschichten der Geist letztlich aus Erzählungen knüpft. Seit 2000 Jahren beten die Europäer einen "falschen Gott" an, wie es scheint, am Ende angeführt von einer "falschen Christin", die der Botschaft des Christentums permanent zuwiderhandelt.

Warum fing Kaiser Konstantin an, nach dieser und jener Schlacht nicht mehr Jupiter für den Sieg zu danken, sondern einem dubiosen "Christengott", dessen Namen bis heute keiner kennt? Gott gibt sich immer zu erkennen - er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben, das wissen wir doch als gelernte Gläubige?

Der andere aber versteckt sich, er lügt und blendet.

Die neue Religion der Römer sollte entweder das bereits zerfallende Reich "in letzter Minute" kitten oder sie fasste eben aufgrund der Reichsspaltung Fuss. Wenn Chaos herrscht, haben falsche Prediger leichtes Spiel.

Der entscheidende Fehler dürfte 380 passiert sein, als die Römer es amtlich machten, sich fortan vom Kreuz statt von der Sonne führen zu lassen. Sie tauschten das Kreuz gegen die Sonne. Das war eindeutig geistige Verblendung. Die Sonne steht für das Leben, das Kreuz für den Tod. Bei den Römern war das Kreuz ein Hinrichtungsinstrument für Schwerverbrecher. Man könnte grübeln, ob sich die Römer durch die Annahme des Kreuzes Christi selbst hinrichteten.

Jedenfalls scheint es nun so, als zentriere sich der Irrtum einer ganzen Welt und Epoche in einer einzigen Person, die die Lüge und Doppelmoral einer "falschen Religion" klar aufzeigt.

Seit 2000 Jahren begleitet uns diese Doppelmoral, deren Träger am Ende nicht mehr wissen, wer sie sind. Fast sieht es so aus, als sei in der mächtigsten Frau Europas der letzte weströmische Kaiser wiedergeboren, der demnächst vom Thron gestoßen wird. In welcher Sünde lebt diese Frau, eine Christin, dass sie sich bemüßigt fühlt, die Politik der offenen Grenzen weiterzupredigen, während sich in Europa die Leichenberge türmen?

Nie hat Gott deutlicher gezeigt, wessen Geisteskinder wir in Wahrheit sind. Geht es nach den Vorstellungen der mächtigsten Frau Europas, sollen wir alle als Märtyrer sterben.

Das Ende der letzten Kaiserin Westroms dürfte daher nahe sein. Danach starten wir völlig neu durch.

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