Heute Morgen hab ich mich gefragt, was eigentlich der große Unterschied ist zwischen den „Islamisten“ und AfD-Anhänger:innen.

Heute Morgen hab ich mich gefragt, was eigentlich der große Unterschied ist zwischen den „Islamisten“, die laut AfD angeblich an jeder Straßenecke stehen – und AfD-Anhänger:innen.

Und je länger ich darüber nachgedacht habe, desto dünner wurde die Luft für bequeme Antworten.

Beide reden permanent vom „Untergang“.

Beide brauchen Feindbilder wie Sauerstoff.

Beide glauben, sie verteidigen „das Wahre“, „das Reine“, „das Eigene“.

Beide verachten Frauenrechte, queere Menschen, freie Medien und alles, was nicht in ihr Weltbild passt.

Beide klammern sich an eine Vergangenheit, die sie sich zusammenfantasieren, um die Gegenwart bekämpfen zu können.

Der Unterschied?

Die einen sagen „Gott“.

Die anderen sagen „Volk“.

Die einen träumen vom Gottesstaat.

Die anderen vom Ethnostaat.

Die einen nennen es Scharia.

Die anderen „Remigration“.

Neue Etiketten. Alte Gewaltfantasien.

Andere Worte, gleiche Logik:

Autorität statt Freiheit.

Gehorsam statt Denken.

Identität statt Menschlichkeit.

Islamismus ist religiöser Extremismus.

Die AfD ist nationalistischer Extremismus.

Und beides speist sich aus demselben Sumpf: Angst, Kränkung, Machtgeilheit und der blanken Panik vor Gleichwertigkeit.

Gefährlich ist nicht, dass Extremismus existiert.

Gefährlich ist, dass man ihn hierzulande mit Bierbauch, Deutschlandfahne und Opfermythos tarnt.

Dass das eine als „Terror“ gilt –

und das andere als „Protest“.

Nein.

Es ist beides dieselbe alte, autoritäre Lust auf eine Welt, in der wenige herrschen und alle anderen still sind.

Der Unterschied ist nicht moralisch.

Der Unterschied ist Marketing.

Und genau deshalb ist das hier kein Randproblem.

Sondern ein Abgrund mitten in der Gesellschaft.

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