Hinter dem Account „Wuppi“ (auch bekannt als @RealWuppi) verbirgt sich Patrick Kolek, ein Mitglied der AfD und zentraler Akteur eines rechtsextremen Netzwerks. Kolek agiert unter anderem mit einem Otter-Avatar und dem Symbol der „Schwarzen Sonne“, einem bekannten Neonazi-Symbol. Sein Vorgehen umfasst gezieltes Mobbing, Denunziation, Drohungen und Gewaltaufrufe – getarnt als „Journalismus“. In seiner Account-Biografie prahlte er sogar damit, „rechtsextreme Kampagnen zu orchestrieren“. Kolek ist seit 2017 AfD-Mitglied und bezeichnet sich selbst als „selbstständiger Vorfeld-Kampagner“ und „Social Media Betreuer“ der Partei. Seine Geschäftsadresse war zeitweise identisch mit der der AfD Köln, was auf enge Verbindungen zur Partei hindeutet.

Wuppi“ steht exemplarisch für die Verquickung von AfD und rechtsextremer Szene. Seine Taten zeigen, wie gezielt Andersdenkende bedroht werden – und wie wichtig es ist, sich dagegen juristisch und gesellschaftlich zur Wehr zu setzen.

Kolek und sein Netzwerk sind für über 130 dokumentierte Fälle von Doxing, Mobbing und Gewaltaufrufen verantwortlich. Ihre Methode: Sie sammeln persönliche Daten von Andersdenkenden, veröffentlichen diese öffentlich und hetzen einen digitalen Mob auf die Betroffenen. Ziel ist es, Menschen einzuschüchtern, damit sie sich nicht mehr öffentlich äußern. Kolek selbst schrieb auf X: „Mobbing ist die Korrektur für behindertes Verhalten“ – eine klare Drohung und Rechtfertigung für seine Taten.

Seine Aktivitäten sind nicht nur strafbar (u. a. nach § 126a StGB und § 42 BDSG), sondern auch politisch brisant: Kolek steht im engen Austausch mit anderen rechtsextremen Akteuren der AfD, wie der Landtagsabgeordneten Lena Kotré, die kürzlich mit dem Faschisten Martin Sellner eine Veranstaltung zur „Remigration“ plante. Kolek selbst gab 2023 in einem Interview an, er sei „schon seit der fünften Klasse der Nazi“ und forderte seine Anhänger auf, „neue Symbole“ zu nutzen, um rechtsextreme Botschaften zu verschleiern.

Ermittlungen und Konsequenzen

Aufgrund von Anzeigen und einer monatelangen Materialsammlung durch Anwälte und Betroffene hat die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach Ermittlungen wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung (§ 129 StGB) eingeleitet. Koleks Account wurde auf X gesperrt – ein erster Erfolg im Kampf gegen rechtsextreme Einschüchterung. Allerdings bleibt unklar, ob die Sperre dauerhaft ist, da Plattformen wie X oft nur auf juristischen Druck reagieren.

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