Frankreich verwandelt gewöhnliche Parkplätze in Zentren für saubere Energie, indem dort große Solarüberdachungen vorgeschrieben werden. Statt riesige Asphaltflächen ungenutzt zu lassen, entstehen so Stromquellen, die zugleich Schatten für geparkte Fahrzeuge bieten.
Seit einem im Juli 2023 eingeführten Gesetz müssen Parkplätze mit 80 oder mehr Stellplätzen auf mindestens 50 Prozent ihrer Fläche Solardächer installieren. Große Parkplätze müssen die Vorgaben bis 2026 erfüllen, kleinere qualifizierte Flächen bis 2028. Für größere Anlagen wurden zudem Bußgelder und Ausnahmen für bestimmte technische oder naturschutzbezogene Fälle geregelt.
Das Ziel ist, bereits versiegelte Flächen besser zu nutzen, statt Wälder oder Ackerland für neue Solarparks zu roden. So kann Frankreich die Erzeugung erneuerbarer Energie ausbauen und zugleich natürliche Ökosysteme vor zusätzlicher Bebauung schützen.
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Erwartet wird ein Ausbau der Solarkapazität um bis zu 11,25 Gigawatt. Das entspricht ungefähr der Leistung von zehn Atomkraftwerken und zeigt, wie groß das Potenzial von Parkflächen für die Energiewende ist.
Neben Stromerzeugung bringen die Überdachungen weitere Vorteile: Sie spenden Schatten, halten Autos kühler, schützen vor schlechtem Wetter und können zur Verringerung städtischer Hitze beitragen. Gerade bei großen Einkaufszentren, Freizeitanlagen oder öffentlichen Parkplätzen entsteht so eine doppelte Nutzung der Fläche.
Das französische Modell wirkt bereits über die Landesgrenzen hinaus. Südkorea plant ähnliche Regeln für öffentliche Parkplätze, und auch Länder mit sehr vielen Parkflächen könnten das Konzept übernehmen. Besonders in den USA wäre das Potenzial enorm, weil dort Hundertmillionen Parkplätze ohne zusätzlichen Flächenverbrauch zu Solarstromstandorten werden könnten.