Hört, ihr Wanderer des Netzes, die ihr eure Gedanken auf jenen modernen Marktplätzen wie fischundfleisch.com feilbietet! Ich sitze hier im Schatten der alten Schwarzwaldtannen, während der Kessel über dem offenen Feuer blubbert, und muss doch wahrlich schmunzeln über die jüngsten Kunde aus den Hallen der modernen Gelehrten.
Erst kürzlich las ich in den Berichten der hiesigen Nachrichten, unter der Überschrift jener Bonner Forscher, wie sie den Alterungsprozess menschlicher Zellen um Jahrzehnte im Labor zurückgedreht haben wollen. Die Wissenschaft jubiliert und glaubt, den echten Jungbrunnen in ihren Petrischalen gefunden zu haben. Verjüngung aus dem Retlen-Glas, Ewigkeit in künstlicher Gestalt!
Wie wunderlich ist doch der Verstand der heutigen Welt. Da staunen sie über ihre Mikroskope, als hätten sie das Rad des Lebens neu erfunden, während dieses uralte Rezept seit vielen Hunderten von Jahren von Mund zu Mund, von Mutter zu Tochter weitergereicht wird. Schon meine mütterlichen Vorfahren, die im tiefen Dickicht die Zipperchen und Wehwehchen der armen Zeitgenossen linderten, wussten um dieses elexiergleiche Geheimnis. Wozu all der wissenschaftliche Lärm? Was heute in den Laboratorien als Sensation gefeiert wird, hüteten wir längst in unseren vergilbten Folianten.
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Doch wisse wohl: Wer meint, mit einer Handvoll Grünzeug den Tod zu betrügen, der irrt gewaltig. Es bedarf des rechten, exakten Mischungsverhältnisses, gewogen auf der feinsten Waage der Alchemie. Ein Hauch zu viel von der falschen Essenz, und der Trank führt den Geist schneller ins Jenseits, als ihm lieb ist.
Nehmt nur das geheimnisvolle Aqua Benedicta der alten Kräutergärten, vereint mit zerkleinertem Hirschzungenfarn und den bitteren Tropfen des Theriaks, wie ihn einst die Medicusse der alten Zünfte schätzten. Hinzu fügen wir das kostbare Alkahest, das universelle Lösungsmittel der Alchemisten, von dem heute kaum noch ein Sterblicher weiß, woher seine wahre Kraft rührt – ich jedoch kenne seinen Ursprung in den verborgenen Salzen der Erde und dem Mondtaug. Gepaart mit Materia Prima und den zerstoßenen Wurzeln der wilden Alraune entsteht jener Saft, der die Lebensgeister weckt, die Haut strafft und die Jahre zurückdreht.
Die Gelehrten in Bonn mögen nun ihre Entdeckungen feiern und auf ihren Bildschirmen verkünden, sie hätten das Alter ausgetrickst. Lasst sie in ihrem Glauben. Wir wissen es besser. Der wahre Jungbrunnen war niemals verschollen; er ruhte stets im dunklen Moos, bereit für jene, die das alte Wissen zu hüten wissen.